Zinkkonzentration bei Depressionen

Wissenschaftler aus Polen untersuchten in einer Studie bei Patienten mit depressiver Episode die Zinkkonzentrationen im Blut. An der Studie nahmen 69 Patienten mit aktiver depressiver Episode, 45 Patienten in Remission und 50 Kontrollpersonen teil. Die Ergebnisse der Zinkbestimmung zeigte, dass die Zinkkonzentration in der depressiven Phase statistisch niedriger war als bei gesunden Kontrollpersonen. Der Zinkspiegel bei Patienten in Remission unterschied sich nicht signifikant von denen der Kontrollpersonen. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Serum-Zinkkonzentration als möglicher biologischer Marker bei der depressiven Episode anzusehen sei.

Referenz:
Styczeń K et al.: The serum zinc concentration as a potential biological marker in patients with major depressive disorder. Metab Brain Dis. 2016 Aug 8.

Antioxidative Vitamine und Störungen der Hirnfunktion bei Alkoholikern

Spanische Wissenschaftler untersuchten bei alkoholkranken Patienten die Konzentrationen verschiedener Vitamine sowie die Konzentrationen proinflammatorischer Zytokine und Malondialdehyd. Bei Alkoholikern führte die Störung der Leberfunktion zu einer Veränderung der Serumkonzentration von Vitamin A, die auch mit Veränderung des Gehirns verbunden war. Auch die Vitamin-E-Spiegel waren vermindert. Die Verminderung der Vitamin-Konzentrationen war am größten bei Patienten mit Kleinhirnatrophie.

Referenz:
González-Reimers E et al.: Antioxidant vitamins and brain dysfunction in alcoholics. Alcohol Alcohol. 2013 Sep 25. Epub

Ernährungsgewohnheiten und Depressionen

Koreanische Forscher untersuchten bei Mädchen und jungen Frauen im Alter von 12 bis 18 Jahren den Einfluss von Ernährungsgewohnheiten auf Symptome einer Depression. Sie konnten einen Zusammenhang zwischen Depressionen und dem Verzehr von Fertignahrungsmitteln und verarbeiteten Nahrungsmitteln nachweisen. Eine niedrige Zufuhr von grünem Gemüse und Obst erhöhte das Risiko für Depressionen. Die Zufuhr von Ballaststoffen, Betacarotin, Vitamin B6, Vitamin E, Vitamin C, Kalium, Zink, Folsäure, Eisen und Kupfer war negativ mit dem Risiko für Depressionen assoziiert. Insbesondere in dieser Altersspanne sollte auf die Nahrungsmittelauswahl geachtet werden.

Referenz:
Tae-Hee Kim, MD, PhD, Ji-young Choi, MS et al.: Associations between Dietary Pattern and Depression in Korean Adolescent Girls; Journal of Pediatric and Adolescent Gynecology, Available online 20 April 2015

Schlafqualität bei Eisenmangelanämie

Mittels eines Fragebogens wurden bei 104 Patienten mit Eisenmangelanämie und bei 80 gesunden Kontrollpersonen die Schlafqualität sowie Ängstlichkeit und Depressivität analysiert. Bei den Anämiepatienten wurden sowohl höhere Depressions- wie auch Ängstlichkeits-Scores festgestellt. Außerdem war die totale Schlafqualität bei den Patienten mit Anämie signifikant schlechter als bei den Kontrollpersonen. Die Beeinträchtigung der Schlafqualität zeigte keine Assoziation zu Ängstlichkeit und zu Depressionen.

Referenzen:
Semiz Murat, Uslu Ali et al.: Assessment of subjective sleep quality in iron deficiency anaemia; Afr Health Sci. 2015 Jun; 15(2): 621–627.

Ernährung kann psychische Befindlichkeit beeinflussen

In Welt online erschien am 14.01.2016 ein Artikel, der sich mit dem Zusammenhang zwischen Nährstoffen und der Psyche beschäftigte. Ein neues Fachgebiet “Nutritional Psychology” erfreut sich zunehmender Aufmerksamkeit. Dabei geht es um die Beeinflussung der psychischen Befindlichkeit durch die Ernährung. Bis heute werden Medikamente als anerkannte Behandlungsweise für Menschen mit schweren psychischen Krankheiten betrachtet. Dabei haben immer mehr neue Studien gezeigt, dass das Risiko für Depressionen in erheblichem Umfang vom Ernährungsstil beeinflusst werden kann. Es wurde z.B. nachgewiesen, dass eine modifizierte mediterrane Ernährung das Risiko senkte, später an Depressionen zu erkranken. Auch Nahrungszusätze könnten Linderung bringen. So wurde ein Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und dem Schizophrenie-Risiko nachgewiesen. Gute Erfahrungen liegen mit Nährstoffkombinationen vor, die genauer auf den körperlichen Bedarf zugeschnitten sind.

Referenz:
welt.de, 14.01.2016: Wie die Ernährung Depressionen beeinflusst

Ernährungsgewohnheiten und Depressionen

Koreanische Forscher untersuchten bei Mädchen und jungen Frauen im Alter von 12 bis 18 Jahren den Einfluss von Ernährungsgewohnheiten auf Symptome einer Depression. Sie konnten einen Zusammenhang zwischen Depressionen und dem Verzehr von Fertignahrungsmitteln und verarbeiteten Nahrungsmitteln nachweisen. Eine niedrige Zufuhr von grünem Gemüse und Obst erhöhte das Risiko für Depressionen. Die Zufuhr von Ballaststoffen, Betacarotin, Vitamin B6, Vitamin E, Vitamin C, Kalium, Zink, Folsäure, Eisen und Kupfer war negativ mit dem Risiko für Depressionen assoziiert. Insbesondere in dieser Altersspanne sollte auf die Nahrungsmittelauswahl geachtet werden.

Referenz:
Tae-Hee Kim, MD, PhD, Ji-young Choi, MS et al.: Associations between Dietary Pattern and Depression in Korean Adolescent Girls; Journal of Pediatric and Adolescent Gynecology, Available online 20 April 2015

Ernährungsstatus bei Depressionen

Die Depression ist eine weit verbreitete Erkrankung, bei der Ernährungsfaktoren eine Rolle spielen können. Türkische Wissenschaftler untersuchten die Nährstoffaufnahme bei depressiven Patienten und bei einer Kontrollgruppe. Sie stellten fest, dass depressive Patienten verschiedene Mikronährstoffe, wie Vitamin B1, B2, B6, Folsäure, Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, Phosphor, Eisen und Zink, in deutlich geringeren Mengen aufnahmen als die Kontrollpersonen.

Ebenso hatten in dieser Studie die depressiven Patienten eine signifikant niedrigere Aufnahme von Vitamin C und A und erfüllten nicht die Zufuhrempfehlungen der nationalen Richtlinien der Türkei. Die Autoren der Studie beschreiben in ihrem Fachartikel auch die Funktionen der einzelnen Mikronährstoffe für den Stoffwechsel des Nervensystems, z.B. die Bedeutung der B-Vitamine für den Neurotransmittermetabolismus und die Bedeutung der Elektrolyte für die Funktionsfähigkeit des vegetativen Nervensystems. Neben den Mikronährstoffdefiziten fanden die türkischen Forscher bei den depressiven Patienten auch Anzeichen für eine Vermehrung des Viszeralfettes.

Referenz:
Gülşah Kaner, Meltem Soylu et al.: Evaluation of Nutritional Status of Patients with Depression; BioMed Research International Volume 2015 (2015), Article ID 521481, 9 pages

Oxidativer Stress bei Depressionen

Chinesische Wissenschaftler untersuchten in einer Metaanalyse bei Patienten mit Depressionen oxidative Stressmarker im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen. In die Metaanalyse wurden 150 Artikel einbezogen. Bei Patienten mit akuter depressiver Episode wurde eine abnormale antioxidative Kapazität festgestellt. Verschiedene Antioxidantien waren signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen. Insbesondere Zink, HDL-Cholesterin, Albumin, Harnsäure und Serum-Paraoxonase. Parameter des oxidativen Stresses wie Malondialdehyd in den Erythrozyten und im Serum sowie die 8-F2-Isoprostane waren bei den depressiven Patienten höher als bei den Kontrollpersonen. Nach antidepressiver medikamentöser Therapie zeigte sich eine Verminderung der Malondialdehydspiegel. Durch die antidepressive Therapie kam es auch zu einem Anstieg der Serumkonzentrationen von Harnsäure, Albumin und Vitamin C. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass oxidativer Stress bei Depressionen eine Rolle spielt. Sie empfehlen die Durchführung weiterer Untersuchungen zur Klärung des möglichen Nutzens einer Supplementierung mit Antioxidantien.

Referenz:
Liu T, Zhong S et al.: A Meta-Analysis of Oxidative Stress Markers in Depression; PLoS One. 2015 Oct 7;10(10):e0138904.

Oxidativer Stress bei Depressionen

Chinesische Wissenschaftler untersuchten in einer Metaanalyse bei Patienten mit Depressionen oxidative Stressmarker im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen. In die Metaanalyse wurden 150 Artikel einbezogen. Bei Patienten mit akuter depressiver Episode wurde eine abnormale antioxidative Kapazität festgestellt. Verschiedene Antioxidantien waren signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen. Insbesondere Zink, HDL-Cholesterin, Albumin, Harnsäure und Serum-Paraoxonase. Parameter des oxidativen Stresses wie Malondialdehyd in den Erythrozyten und im Serum sowie die 8-F2-Isoprostane waren bei den depressiven Patienten höher als bei den Kontrollpersonen. Nach antidepressiver medikamentöser Therapie zeigte sich eine Verminderung der Malondialdehydspiegel. Durch die antidepressive Therapie kam es auch zu einem Anstieg der Serumkonzentrationen von Harnsäure, Albumin und Vitamin C. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass oxidativer Stress bei Depressionen eine Rolle spielt. Sie empfehlen die Durchführung weiterer Untersuchungen zur Klärung des möglichen Nutzens einer Supplementierung mit Antioxidantien.

Referenz:
Liu T, Zhong S et al.: A Meta-Analysis of Oxidative Stress Markers in Depression; PLoS One. 2015 Oct 7;10(10):e0138904.

Vitamin D und Depressionen

Iranische Wissenschaftler führten bei 40 Patienten mit Major Depression eine randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudie durch. Es wurde der Einfluss einer Vitamin-D-Supplementierung auf die psychische Befindlichkeit sowie auf verschiedene Stoffwechselmarker untersucht.

Bei Patienten mit Depression führte eine achtwöchige Vitamin-D-Therapie zu einer Besserung der Stimmungslage, außerdem wurden auch positive Effekte auf Indikatoren der Glukosehomöostase und des oxidativen Stresses nachgewiesen. Die Glutathionspiegel und die gesamte antioxidative Kapazität des Plasmas unterschieden sich signifikant von der Placebogruppe.

Referenz:
Zahra Sepehrmanesh, Fariba Kolahdooz et al.: Vitamin D Supplementation Affects the Beck Depression Inventory, Insulin Resistance, and Biomarkers of Oxidative Stress in Patients with Major Depressive Disorder: A Randomized, Controlled Clinical Trial; JN The Journal of Nutrition, First published November 25, 2015, doi: 10.3945/jn.115.218883

Vitamin-D-Spiegel und Hirnvolumen

Wissenschaftler aus Norwegen und Schweden konnten mittels Kernspintomografie nachweisen, dass ein höherer Vitamin-D-Spiegel mit einem höheren Masse an grauer Hirnsubstanz assoziiert war. Eine höhere Vitamin-D-Konzentration hat offensichtlich einen Schutzeffekt auf die Masse der grauen Hirnsubstanz.

Referenz:
Soares, Jelena Zugic, Pettersen, Renate et al.: Vitamin D Levels, APOE Allele, and MRI Volumetry Assessed by NeuroQuant in Norwegian Adults with Cognitive Symptoms; Journal of Alzheimer's Disease, vol. Pre-press, no. Pre-press, pp. 1-11, 20201

 

Vitamin-D-Supplementierung verbessert kognitive Funktionen

Wissenschaftler aus China untersuchten in einer zwölfmonatigen Doppelblindstudie den möglichen Effekt einer Vitamin-D-Supplementierung auf kognitive Funktionen bei Patienten mit milder kognitiver Störung. Sie konnten nachweisen, dass die Vitamin-D-Supplementierung die kognitiven Funktionen infolge Reduzierung von oxidativem Stress verbesserte. In der Vitamin-D-Gruppe war die Telomerenlänge der Leukozyten signifikant höher als in der Placebogruppe. Die Länge der Telomere ist ein Maßstab für das biologische Alter.

Referenz:
Vitamin D Supplementation Improves Cognitive Function Through Reducing Oxidative Stress Regulated by Telomere Length in Older Adults with Mild Cognitive Impairment: A 12-Month Randomized Controlled Trial; Journal: Journal of Alzheimer's Disease, vol. Pre-press, no. Pre-press, pp. 1-10, 2020

 

Folsäure und Vitamin B12 beeinflussen kognitive Funktionen

US-Wissenschaftler untersuchten bei 1.408 Teilnehmern der Boston Puerto Rican Health Study die Serumkonzentrationen von Folsäure und Vitamin B12 und untersuchen deren Zusammenhang mit der Hirnleistungsfähigkeit. Sowohl niedrige Vitamin-B12-Spiegel wie auch niedrige Folsäurespiegel waren mit schlechteren kognitiven Funktionen in dieser Studienpopulation assoziiert. Ein Vitamin-B12-Mangel war relativ häufig. Neuen Prozent der Studienteilnehmer hatten Vitamin-B12-Konzentrationen unter 200 Nanogramm/Liter.

Referenz:
Tahani Boumenna, Tammy M Scott et al.: Folate, vitamin B-12, and cognitive function in the Boston Puerto Rican Health Study; Am J Clin Nutr . 2020 Nov 12;nqaa293.

 

Antioxidative Vitamine und Hirnleistungsfähigkeit

Wissenschaftler aus den USA und Großbritannien untersuchten anhand von Daten von 1.251 Studienteilnehmern den möglichen Zusammenhang zwischen antioxidativen Vitaminen und der Hirnleistungsfähigkeit. Das Zusammenwirken zwischen Vitamin E und Carotinoiden war mit einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit assoziiert.

Referenz:
Yang, Tong, Wang, Huanzen: MA Beydoun, JA Canas et al.: Association of Antioxidant Vitamins A, C, E and Carotenoids with Cognitive Performance over Time: A Cohort Study of Middle-Aged Adults; Journals Nutrients 2020, Volume 12/ Issue 11 / 10.3390/nu12113558

 

Vitamin-B1-Mangel bei schwangeren Frauen

Brasilianische Forscher untersuchen die Vitamin-B1-Konzentrationen bei Frauen im ersten, zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel. Außerdem wurden Symptome von Ängstlichkeit und Depression per Fragebogen ermittelt. Es zeigte sich, dass niedrige Vitamin-B1-Spiegel besonders die soziale Vulnerabilität bei den schwangeren Frauen erhöhte.

Referenz:
Fernando Machado Vilhena Dias, Aline Sanches Oliveira et al.: Social vulnerability: The connection between psychiatric disorders and thiamine deficiency in pregnant women; Psychiatry Res. 2020 Aug 20;293:113362.

 

Glutathion ist wichtig bei Stress

Wissenschaftler aus der Schweiz beschäftigten sich in einem Fachartikel mit der Bedeutung von Glutathion bei psychischem Stress. Das Gehirn hat einen hohen Energiebedarf, der bei psychischem Stress noch weiter ansteigt. Aus diesem Grund ist eine effektive Neutralisierung von freien Radikalen von großer Bedeutung. Bei einer vermehrten ATP-Synthese entstehen auch mehr freie Radikale. Glutathion ist das bedeutendste endogene Antioxidans im Gehirn. Chronischer Stress führt zu oxidativem Stress und vermindert die Glutathionspiegel. Depressionen und Angststörungen sind mit verminderten GSH-Spiegeln assoziiert. Eine Strategie zur Anhebung des Glutathionspiegels ist eine vermehrte Bereitstellung von Glutathionvorstufen oder die Aktivierung GSH-regulierender Enzyme.

Referenz:
Ioannis Zalachoras , Fiona Hollis et al.: Therapeutic potential of glutathione-enhancers in stress-related psychopathologies; Neurosci Biobehav Rev. 2020 Jul;114:134-155.

Vitamin-D-Spiegel sind mit psychischer Stabilität assoziiert.

Wissenschaftler der Universität Greifswald untersuchten im Rahmen einer großen Gesundheitsstudie in Pommern den Einfluss des Vitamin-D-Spiegels auf die psychische Verfassung der Studienteilnehmer. Dazu wurden die Konzentrationen von 25-Hydroxy-Vitamin D (25-OH-D) bestimmt und die psychische Befindlichkeit mithilfe zweier Fragebögen ermittelt. Im Gegensatz zu früheren Studien, fanden die Wissenschaftler keine Evidenz für eine starke Rolle von Vitamin D in der Psychopathologie von Depressionen. Der Vitamin-D-Spiegel zeigte aber eine starke Assoziation mit psychischer Stabilität oder Standfestigkeit.

Eine gute psychische Stabilität ist als Schutzfaktor gegen verschiedene psychiatrische Störungen anzusehen. Niedrige Vitamin-D-Konzentrationen sind also als ein genereller Risikofaktor für stressassoziierte psychische Störungen anzusehen.

Referenz:
Jan Terock , Anke Hannemann et al.: Vitamin D levels are associated with trait resilience but not depression in a general population sample; Brain Behav 2020 Oct 13;e01884

Tryptophan bei älteren Erwachsenen

Wissenschaftler aus Polen untersuchten bei jungen gesunden Erwachsenen, bei älteren Erwachsenen ohne Depressionen und bei älteren Erwachsenen mit Depressionen verschiedene Parameter des Tryptophanstoffwechsels. Leichte bis moderate Depressionen bei älteren Menschen waren mit einer niedrigeren Aufnahme von Tryptophan assoziiert sowie mit Veränderungen des Kynureninstoffwechsels. Bei dieser Personengruppe ist also eine Verbesserung der Tryptophanversorgung empfehlenswert.

Referenz:
Cezary Chojnacki, Tomasz Popławski et al.: Tryptophan Intake and Metabolism in Older Adults with Mood Disorders; Nutrients. 2020 Oct 18;12(10):3183.

Vitamin-D-Supplementierung verbessert Schweregrad der Major Depression

In einer Studie aus Saudi-Arabien wurde bei 62 Patienten mit der Diagnose Major Depression die Wirkung von Vitamin D untersucht. Die Patienten erhielten drei Monate lang, zusätzlich zur Standardtherapie, 50.000 IU täglich.

Der Schweregrad der depressiven Symptome wurde mittels des Beck-Depressions-Inventar (BDI) erfasst. Bei allen Patienten wurde Serotonin bestimmt. Die weiblichen Patienten zeigten nach dreimonatiger Vitamin-D-Supplementierung die größte Verbesserung ihrer depressiven Symptome. Bei den männlichen Patienten profitierten nur die Studienteilnehmer mit schwerer Depression von der Vitamin-D-Zusatztherapie. Sowohl bei den Männern wie auch bei den Frauen kam es zu einem signifikanten Anstieg der Serotonin-Konzentrationen im Blutserum.

Referenz:
Alghamdi S, Alsulami N et al.: Vitamin D Supplementation Ameliorates Severity of Major Depressive Disorder; J Mol Neurosci. 2019 Dec 13. doi: 10.1007/s12031-019-01461-2.

Oxidativer Stress bei Depressionen und Angststörungen

Wissenschaftler aus dem Iran publizierten im Juni 2018 einen Fachartikel, indem sie über die Ergebnisse von Messungen zum oxidativen Stress bei Personen mit Depressionen und Angstsymptomen berichteten. Symptome von Depressionen und Ängstlichkeit waren mit einem höheren Ausmaß von oxidativem Stress assoziiert.

Referenz:
Shafiee M et al.: Depression and anxiety symptoms are associated with prooxidant-antioxidant balance: A population-based study. J Affect Disord. 2018 Oct 1;238:491-498.

Ängstlichkeit und antioxidative Kapazität

Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten bei 3.297 scheinbar gesunden Erwachsenen die totale antioxidative Kapazität und ermittelten die psychische Befindlichkeit mittels eines Fragebogens. 28,6 Prozent der Studienteilnehmer waren depressiv und 13,6 Prozent hatten Angststörungen. Insgesamt fanden die Autoren der Studie einen inversen signifikanten Zusammenhang zwischen der Antioxidantienaufnahme und dem Risiko für Depressionen und Ängstlichkeit.

Referenz:
Alireza Milajerdi, Ammar Hassanzadeh Keshteli et al.: Dietary total antioxidant capacity in relation to depression and anxiety in Iranian adults; Nutrition – November 2018, DOI: 10.1016/j.nut.2018.11.017

Biochemische Marker bei neuauftretender Depression

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass im Rahmen der Wechseljahre bei Frauen das Risiko für Major Depression ansteigt. Bisher war aber unklar, welche Faktoren hierbei eine Rolle spielen. Kanadische Wissenschaftler untersuchten bei 148 Frauen verschiedene Marker des oxidativen Stresses sowie die Thiolkonzentrationen, HSP70-Konzentrationen und BDNF sowie verschiedene andere Parameter. Im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen zeigten die Frauen mit Major Depression ein vermehrtes Auftreten prooxidativer und proinflammatorischer Parameter und verminderte Konzentrationen von BDNF. BDNF ist ein Nervenwachstumsfaktor, dessen Konzentration bei Depressionen typischerweise absinkt.

Kommentar:
Zur Senkung prooxidativer und proinflammatorischer Parameter ist eine Therapie mit reichlicher Antioxidatienzufuhr und eine antientzündliche Ernährungsweise erforderlich. Proentzündlich wirken vor allem gesättigte Fettsäuren, verarbeitete Fleischprodukte und einfache Kohlenhydrate.

Referenz:
Pasquali MA et al.: A longitudinal study of neurotrophic, oxidative, and inflammatory markers in first-onset depression in midlife women. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci. 2018 Dec;268(8):771-781.

Erhöhte Spiegel von Malondialdehyd und Cortisol bei Major Depression

Wissenschaftler aus Bangladesh untersuchten verschiedene Blutwerte bei 247 Patienten mit der Diagnose Major Depression und bei 248 Kontrollpersonen. Die Cortisolspiegel waren bei den Patienten signifikant höher als bei den Kontrollpersonen, ebenso wie die Spiegel von Malondialdehyd. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass Malondialdehyd und Cortisol unabhängig voneinander im Serum angestiegen sind.

Kommentar:
Malondialdehyd ist ein wichtiger Marker des oxidativen Stresses und häufig auch ein Hinweis auf einen Vitamin-B12-Mangel.

Referenz:
Islam MR et al.: Elevated serum levels of malondialdehyde and cortisol are associated with major depressive disorder: A case-control study. SAGE Open Med. 2018 May 9;6:2050312118773953.

N-Acetylcystein und Vitamin D bei Zwangsstörungen

Bei Zwangserkrankungen wurde mehrfach eine Dysfunktion der glutamatergen Nervenimpulsübertragung festgestellt. Es ist schon länger bekannt, dass der Wirkstoff N-Acetylcystein (NAC) die Freisetzung von Glutamat an den Synapsen modifizieren kann. Außerdem kann NAC entzündliche Stoffwechselwege modulieren. Man kann deshalb NAC als neuroprotektive Substanz ansehen. Vitamin D dürfte bei Zwangsstörungen ebenfalls von Nutzen sein, da es spezifisch die Bildung von Glutathion im Gehirn steigern kann. N-Acetylcystein ist bekanntlich eine wichtige Ausgangssubstanz für die Bildung von Glutathion. NAC und Vitamin D ergänzen sich also sehr gut hinsichtlich der Behandlung von Zwangsstörungen.

Referenz:
di Michele F et al.: N-Acetyl Cysteine and Vitamin D Supplementation in Treatment Resistant Obsessive-compulsive Disorder Patients: A General Review. Curr Pharm Des. 2018;24(17):1832-1838.

Mitochondrien und Stimmung

Wissenschaftler aus Kanada diskutierten in einem Fachartikel, inwieweit eine mitochondriale Dysfunktion in der Pathophysiologie von Depressionen eine Rolle spielen könnte. Veränderungen der Mitochondrienfunktion wie z. B. der oxidativen Phosphorylierung und der Membranpolarität könnten der Entwicklung depressiver Symptome vorausgehen. Der Zusammenhang zwischen mitochondrialer Dysfunktion und Depressionen ist aufgrund der vorhandenen Daten naheliegend, erfordert aber weitere Untersuchungen. Die Mitochondrienfunktion könnte auch ein Ansatzpunkt für die Entwicklung neuerer Antidepressiva bieten.

Referenz:
Allen J et al.: Mitochondria and Mood: Mitochondrial Dysfunction as a Key Player in the Manifestation of Depression. Front Neurosci. 2018 Jun 6;12:386.

Hoher Vitamin-C-Status verbessert Stimmung

Wie Wissenschaftler aus Neuseeland berichteten, führten höhere Plasmaspiegel von Vitamin C bei männlichen Studenten zu einer Verminderung von Stimmungsschwankungen. Der Vitamin-C-Status korrelierte invers mit Depressionen, Konfusionen und Ärger.

Referenz:
Pullar JM et al.: High Vitamin C Status Is Associated with Elevated Mood in Male Tertiary Students. Antioxidants (Basel). 2018 Jul 16;7(7).

Psychosozialer Stress, Entzündung und Tryptophan

feuer 450

Es ist bekannt, dass der Tryptophanabbau bei verschiedenen Erkrankungen ein bedeutender Mechanismus ist, z. B. bei Entzündungen und stressinduzierten Entzündungen, weshalb dann das Risiko für Depressionen erhöht ist. Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern untersuchten, ob es bereits bei Kindern und Heranwachsenden zu einem vermehrten Tryptophanabbau kommt. Bei erhöhter Entzündungsaktivität, messbar durch den Anstieg verschiedener Entzündungsparameter, kommt es bereits im jungen Lebensalter zu einem vermehrten Tryptophanabbau. Der Tryptophanabbau fand nur statt, wenn die Stressexposition mit einer erhöhten Entzündungsaktivität verbunden war.

Referenz:
Michels N, Clarke G et al.: Psychosocial stress and inflammation driving tryptophan breakdown in children and adolescents: A cross-sectional analysis of two cohorts; Psychoneuroendocrinology. 2018 Aug;94:104-111.

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Anämie und Wochenendepression

US-Wissenschaftler haben im Mai 2018 publiziert, dass eine Anämie während der Schwangerschaft oder um den Geburtstermin herum mit einem vermehrten Auftreten von Wochenbettdepression assoziiert war. Eine Anämie sollte also als Risikofaktor für Wochenendepression angesehen werden.

Referenz:
Sutherland, Shannon, MD, MIPH; O’Sullivan, David, PhD; Mullins, Jessica, MD: An Association Between Anemia and Postpartum Depression [35C]; Obstetrics & Gynecology: May 2018 – Volume 131 – Issue – p 39S

Folsäurekonzentration und Depressionen bei Frauen

 US-Wissenschaftler untersuchten bei Frauen im gebärfähigen Alter einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Folsäurestatus und dem Risiko für Depressionen. Die Folsäure-Serumkonzentration war schwach mit einem erhöhten Risiko für moderate schwere Depression assoziiert.

Referenz:
Nguyen B, Weiss P et al.: Association between blood folate concentrations and depression in reproductive aged U.S. women, NHANES (2011-2012); J Affect Disord. 2017 Dec 1;223:209-217.

Bedeutung von Zink, Magnesium, Selen und Depressionen

 Wissenschaftler aus den USA publizierten einen Übersichtsartikel zur Bedeutung von Zink, Magnesium und Selen bei Depressionen. Es ist noch nicht völlig klar, über welche Mechanismen niedrige Zinkkonzentrationen das Risiko für Depressionen beeinflussen. Im Hippocampus und in der Hirnrinde regulieren Zinkionen die Neurotransmission oder fungieren sogar als Neurotransmitter. Störungen der Zink-Homöostase in diesen Regionen sind mit zahlreichen Störungen der Hirnleistungsfähigkeit, des Verhaltens und der emotionalen Regulation assoziiert.

Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt eines Zinkmangels sind endokrine Veränderungen, die mit Depressionen einhergehen. Zinkdefizite sind häufig mit erhöhten Cortisolspiegeln assoziiert, die wiederum zu einer Überaktivität der HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse) führen.

Zink besitzt antiinflammatorische und antioxidative Eigenschaften. Eine Zinksupplementierung könnte deshalb den oxidativen Stress bei Majordepression vermindern. Weitere antidepressive Eigenschaften von Zink ergeben sich aus der Funktion dieses Spurenelements als Antagonist von NMDA-Rezeptoren, deren Überaktivitäten mit der Entstehung von Depressionen in Zusammenhang gebracht werden.

Es gibt eine gute Evidenz dafür, dass zwischen Magnesium und der Entwicklung von Depressionen ein inverser Zusammenhang besteht, genauso wie für die antidepressiven Eigenschaften von Magnesium.

Bei Selen sind die Ergebnisse von Studien nicht einheitlich. Generell haben nur wenige Studien den Zusammenhang zwischen den Selenkonzentrationen und Depressionen untersucht. Deshalb gibt es auch deutlich weniger Daten als bei Zink und Magnesium.

Referenz:
Wang J, Um P et al.: Zinc, Magnesium, Selenium and Depression: A Review of the Evidence, Potential Mechanisms and Implications; Nutrients. 2018 May 9;10(5). pii: E584.

Depressionen: Ursache Tryptophanmangel oder Entzündung

Wissenschaftler der Universität Graz publizierten im November 2017 einen Fachartikel über eine Studie an 71 depressiven Patienten und 48 gesunden Kontrollpersonen. In der Studie wurden die Konzentrationen von Tryptophan, Kynurenin und anderer Metabolite des Tryptophanabbaus bestimmt. Entgegen der Entzündungstheorie der Depression waren die Konzentrationen von Kynurenin und Quinolinsäure bei den depressiven Patienten nicht signifikant anders als bei den gesunden Kontrollpersonen. Aufgrund dieser Ergebnisse schlossen die Wissenschaftler, dass die sogenannte Tryptophan-Serotonin-Hypothese der Depression wahrscheinlicher ist als die Entzündungshypothese.

Referenz:
Baranyi A, Amouzadeh-Ghadikolai O et al.: Revisiting the tryptophan-serotonin deficiency and the inflammatory hypotheses of major depression in a biopsychosocial approach; PeerJ. 2017 Nov 2;5:e3968.

Plasma-Aminosäurenkonzentration bei Major Depression

Major Depression 450

Wissenschaftler aus Japan untersuchten bei zwei Studienkollektiven depressiver Patienten die Aminosäurenkonzentrationen im Plasma. Sie konnten nachweisen, dass verschiedene Aminosäuren bei diesen Patienten verändert waren. In beiden Studiengruppen wurden konsistent verminderte Methionin- und Glutamatspiegel nachgewiesen, was die Beteiligung dieser Aminosäuren für die Entstehung der Major Depression nahelegt.

Referenz:
Ogawa S, Koga N et al.: Plasma amino acid profile in major depressive disorder: Analyses in two independent case-control sample sets; J Psychiatr Res. 2017 Sep 19;96:23-32.

Tryptophandepletion verschlechtert Symptomatik bei Zwangserkrankungen

Zwangserkrankungen2 450

Wissenschaftler aus Australien konnten in einer Studie nachweisen, dass eine akute Tryptophandepletion, die experimentell beigeführt wurde, zu einer signifikanten Verminderung des Kontrollverhaltens und zu vermehrten Störgedanken führte. Die Tryptophandepletion beeinflusste aber nicht die Ergebnisse von üblichen Fragebögen zur Ermittlung von Angststörungen.

Referenz:
Hood SD, Broyd A et al.: Effects of tryptophan depletion on selective serotonin reuptake inhibitor-remitted patients with obsessive compulsive disorder; J Psychopharmacol. 2017 Oct 1:269881117736916. doi: 10.1177/0269881117736916.

Homocystein fördert Voranschreiten der Alzheimererkrankung

Wie Wissenschaftler aus Großbritannien publiziert haben, zeigte sich bei 38 Studienteilnehmern mit leichter bis moderater Alzheimererkrankung ein klarer Zusammenhang zwischen kognitivem Abbau und einem Anstieg der Homocysteinkonzentrationen. Interessant war, dass die Homocysteinkonzentration nicht mit den Konzentrationen der B-Vitamine korrelierte. Bei Alzheimerpatienten müssen also andere Faktoren zur Entstehung einer Hyperhomocysteinämie beitragen.

Referenz:
Farina N, Jernerén F et al.: Homocysteine concentrations in the cognitive progression of Alzheimer's disease; Exp Gerontol. 2017 Dec 1;99:146-150. doi: 10.1016/j.exger.2017.10.008.

Vitamin D bei Depressionen hilfreich

In einer indischen Studie wurden 158 ambulante Patienten mit depressiven Störungen auf einen Vitamin-D-Mangel untersucht. Die Mehrzahl der Patienten hatte einen Vitamin-D-Mangel (<25 ng/ml). Die Patienten mit einem Vitamin-D-Mangel brauchten signifikant längere Zeit für die Rückbildung der Depression als die Patienten ohne Vitamin-D-Mangel. Die Patienten mit einem Vitamin-D-Mangel wurden mit Vitamin D supplementiert, weshalb dann die Revisionszeit der Depression vergleichbar war mit der der Patienten ohne Vitamin-D-Mangel.

Referenz:
Naresh Nebhinani et al.: Role of Vitamin D supplementation in patients with depressive disorders and hypovitaminosis D: A longitudinal study. Journal of Mental Health and Human Behaviour, 2017, Volume: 22 | Issue : 1 | Page : 14-20

Vitamin-D-Status und Hirnleistungsfähigkeit

Wissenschaftler aus Australien publizierten eine Metaanalyse über den Einfluss niedriger Vitamin-D-Konzentrationen auf die Hirnleistungsfähigkeit. In die Metaanalyse wurden 26 Beobachtungsstudien und drei Interventionsstudien einbezogen. Ein niedriger Vitamin-D-Status war mit einer schlechteren Hirnleistungsfähigkeit und kognitivem Abbau verbunden. In den Interventionsstudien zeigte sich keine klare Wirksamkeit einer Vitamin-D-Supplementierung. Es ist davon auszugehen, dass es wahrscheinlich ein Zeitfenster gibt, das für die Entwicklung der Erkrankung und damit auch für die Vitamin-D-Therapie wesentlich ist. Aus diesem Grund empfehlen die Autoren der Studie Langzeitstudien, in denen das optimale Timing und die Dauer einer Vitamin-D-Supplementierung herausgefunden werden soll.

Referenz:
Goodwill AM, Szoeke C: A Systematic Review and Meta-Analysis of The Effect of Low Vitamin D on Cognition; J AM Geriatr Soc. 2017 Jul 31. doe: 10.111

Vitamin-C-Status korreliert mit kognitiver Gesundheit

Wissenschaftler aus Neuseeland publizierten im August 2017 eine Studie über einen möglichen Zusammenhang der Vitamin-C-Aufnahme, der Vitamin-C-Konzentration und der Hirnleistungsfähigkeit sowie Stoffwechselveränderungen.

Die Studienteilnehmer mit der höchsten Vitamin-C-Konzentration im Plasma zeigten weniger kognitive Störungen als diejenigen mit niedrigen Vitamin-C-Konzentrationen. Die Plasma-Vitamin-C-Spiegel zeigten einen stärkeren Zusammenhang mit Markern der metabolischen Gesundheit und Hirnleistungsfähigkeit als die Vitamin-C-Aufnahme über die Nahrung.

Referenz:
John F. Pearson, Juliet M. Pullar et al.: Vitamin C Status Correlates with Markers of Metabolic and Cognitive Health in 50-Year-Olds:
Findings of the CHALICE Cohort Study; Nutrients 2017, 9, 831; doi:10.3390/nu9080831

Tryptophan moduliert Schmerzwahrnehmung

Zur Behandlung chronischer Schmerzen werden auch Serotonin-Wiederaufnahmehemmer eingesetzt. Schon aus diesem Grund kann man davon ausgehen, dass das serotonerge System eine bedeutende Rolle für die Schmerzwahrnehmung spielt. Britische Wissenschaftler führten bei 15 gesunden Versuchspersonen einen Tryptophandepletionstest durch und untersuchten die Reizschwelle für Schmerzen bei Hitze. Eine experimentell herbeigeführte Verminderung der Tryptophankonzentration führte zu einer Senkung der Reizschwelle für Temperaturreize. Je stärker die Tryptophankonzentration abfiel, umso niedriger lag die Schwelle für schmerzhafte Hitzereize.
Dabei waren diese Effekte völlig unabhängig vom Einfluss der Tryptophandepletion auf die Stimmungslage.

Referenz:
Martin SL, Power A et al.: 5-HT modulation of pain perception in humans; Psychopharmacology (Berl). 2017 Aug 10. doi: 10.1007/s00213-017-4686-6.

Bei Major Depression: Arginin und Citrullin vermindert

Wissenschaftler aus Kanada untersuchten bei 35 körperlich gesunden Patienten mit Major Depression und bei 36 gesunden Kontrollpersonen die Spiegel von Arginin und Citrullin. Die Konzentrationen beider Aminosäuren waren bei den Patienten mit Major Depression signifikant niedriger als bei den gesunden Kontrollpersonen.
Bei Patienten mit Depressionen könnte die Verminderung der Argininspiegel eine mögliche Erklärung für die Abnahme von NO-Metaboliten sein. Außerdem könnten die niedrigen Argininspiegel auch zu dem erhöhten kardiovaskulären Risiko bei dieser Patientengruppe beitragen.

Referenz:
Hess S, Baker G et al.: Decreased serum L-arginine and L-citrulline levels in major depression; Psychopharmacology (Berl). 2017 Aug 13. doi: 10.1007/s00213-017-4712-8.

Zink vermag bei psychischen Befindlichkeitsstörungen hilfreich zu sein

Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten bei 100 Hochschulstudentinnen die Zinkaufnahme und bestimmten zusätzlich die Zinkkonzentration. Die psychische Befindlichkeit wurde mittels zweier standardisierter Fragebögen ermittelt. Die Serum-Zinkkonzentionen waren invers mit psychischen Störungen einschließlich Depressionen und Angststörungen assoziiert. Eine Anhebung der Zinkkonzentration im Serum könnte bei Studentinnen die psychischen Störungen verbessern.

Referenz:
Tahmasebi K et al.: Association of Mood Disorders with Serum Zinc Concentrations in Adolescent Female Students. Biol Trace Elem Res. 2017 Aug;178(2):180-188.

Vitamin D und antioxidative Kapazität bei Studentinnen

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Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten in einer Fall-Kontroll-Studie den Zusammenhang zwischen Stress, Ängstlichkeit und Vitamin D sowie der totalen antioxidativen Kapazität. Sie konnten nachweisen, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel mit mehr Stress und Angstsymptomen assoziiert waren. Der Verzehr von gehärteten Fetten war mit höheren Stress- und Angst-Scores assoziiert. Es fand sich kein Zusammenhang zwischen der Antioxidantienkonzentration und psychischen Befindlichkeitsstörungen bei Studentinnen.

Referenz:
Samira Hashemi et al.: Association of Serum Vitamin D and Total Antioxidant Capacity Levels With Stress and Anxiety in Young Female Students. Iran J Psychiatry Behav Sci.: e7790. published online 2016 December 19

Lindert eine Hochdosis-Vitamin-D-Therapie Depressionen?

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Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten bei 940 weiblichen Jugendlichen die Effektivität einer Hochdosis-Vitamin-D-Supplementierung in Bezug auf Depressions- und Aggressions-Scores. Die weiblichen Jugendlichen erhielten über einen Zeitraum von 9 Wochen 50.000 I.E. Vitamin D pro Woche. Nach neun Wochen Vitamin-D-Supplementierung zeigte sich eine signifikante Verminderung der Depressions-Scores. Die Vitamin-D-Supplementierung hatte aber keinen Effekt auf Aggressions-Scores.

Referenz:
Bahrami A et al.: High Dose Vitamin D Supplementation Is Associated With a Reduction in Depression Score Among Adolescent Girls: A Nine-Week Follow-Up Study. J Diet Suppl. 2017 Jul 31:1-10.

Vitamin C und Angststörungen

In einem Fachartikel indischer Wissenschaftler wurden Gründe präsentiert, weshalb Vitamin C eine sinnvolle therapeutische Substanz bei Angststörungen darstellen könnte. Ein Vitamin-C-Mangel vermindert die Bildung von Neurotransmittern, die mit Angststörungen im Zusammenhang stehen. Vitamin C ist an der Synthese der Katecholamine, von Serotonin und den Neuropeptiden beteiligt. Es verhindert die Peroxidation von Membranphospholipiden und ist ein Radikalfänger im Gehirn. Studien haben gezeigt, dass oxidativer Stress Angststörungen triggern kann, und Antioxidantien hierbei einen günstigen Einfluss haben.

Referenz:
Rajender Guleria et al.: Ascorbic acid: A therapeutic viability in anxiety disorders. Innovations in Pharmaceuticals and Pharmacotherapy, eISSN: 2321–323X, pISSN: 2395-0781

Zink und Neopterin bei bipolaren Störungen

Die Zinkkonzentration war bei Patienten mit bipolarer Störung im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen vermindert. Frauen mit bipolarer Störung zeigten einen positiven Zusammenhang zwischen der Zinkkonzentration und dem Schweregrad der Depression. Bei Männern war die Neopterinkonzentration positiv mit dem Schweregrad einer Anämie verbunden.

Referenz:
Millett CE et al.: Peripheral zinc and neopterin concentrations are associated with mood severity in bipolar disorder in a gender-specific manner. Psychiatry Res. 2017 May 17;255:52-58.

Zur Bedeutung von Mikronährstoffen in der Behandlung der Major Depression

Wissenschaftler aus den Niederlanden führten eine umfangreiche Literaturrecherche durch zur Klärung der Frage, inwieweit Mikronährstoffe bei der Behandlung der Major Depression eine therapeutische Wirksamkeit zeigten. Grundsätzlich kamen die Autoren zu dem Schluss, dass Mikronährstoffe depressive Symptome vermindern können. Insbesondere Tryptophan, Omega-3-Fettsäuren, S-Adenosylmethionin und Folsäure könnten als Monotherapie oder adjuvante Therapie bei depressiven Störungen den Therapieerfolg verbessern. Im Gegensatz zu Tryptophan fanden die Autoren bei Tyrosin keine Evidenz für die Verwendung als antidepressive Substanz. Erhöhte Konzentrationen der Omega-3-Fettsäuren könnten die Zellmembranfluidität im ZNS verändern. Außerdem sei Vitamin B12 als Verstärker von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern oder trizyklischen Antidepressiva eine effektive Behandlung bei depressiven Störungen.

Referenz:
Lisanne A. E. M. Van Houtum et al.: The use of Nutraceuticals as Mono- or Adjuvant Therapy to Pharmacotherapies in Major Depressive Disorder. International Neuropsychiatric Disease Journal, ISSN: 2321-7235,Vol.: 8, Issue.: 2; 18. September 2016

Cadmium, Blei und depressive Symptome

In einer Studie wurde untersucht, inwieweit die Konzentrationen von Cadmium und Blei mit depressiven Symptomen in der US-Bevölkerung zusammenhing. Dazu wurden Daten von NHANES 2011-2012 verwendet. 3905 Personen wurden in die Studie einbezogen.

Personen im höchsten Quartil der Cadmiumkonzentration hatten ein höheres Risiko für depressive Symptome, wobei dieser Zusammenhang nur bei männlichen Studienteilnehmern gefunden wurde, und speziell bei jüngeren Männern zwischen 20 und 47 Jahren. Bei jüngeren erwachsenen Frauen waren die Bleikonzentrationen im Vollblut, Rauchen und Übergewicht mit depressiven Symptomen verbunden.

Referenz:
Buser MC et al.: Cadmium, Lead, and Depressive Symptoms: Analysis of National Health and Nutrition Examination Survey 2011-2012. J Clin Psychiatry. 2016 Dec 6. doi: 10.4088/JCP.15m10383.

Zinkmangel bei älteren Menschen

Wissenschaftler der Charitè in Berlin führten bei 1514 älteren Personen im Alter zwischen 60 und 84 Jahren eine Bestimmung der Zinkaufnahme und der Plasma-Zinkspiegel durch. Parallel dazu wurden bei den Studienteilnehmern depressive Symptome per Fragebogen ermittelt.

Ein Zinkmangel im Plasma war bei den älteren Studienteilnehmern sehr häufig. Eine Erhöhung der Zinkaufnahme und höhere Plasma-Zinkkonzentrationen könnten das Risiko für depressive Symptome vermindern. Die Autoren der Studie empfehlen bei älteren Menschen mit depressiven Symptomen die Zinkaufnahme und die Zinkkonzentration zu überprüfen.

Referenz:
Jung A et al.: Zinc Deficiency Is associated With Depressive Symptoms-Results From the Berlin Aging Study II. J Gerontol A Biol Sci Med Sci. 2016 Oct 27. pii: glw218.

Zinkmangel und depressive Symptome

Wissenschaftler der Charitè in Berlin führten bei 1514 älteren Personen im Alter zwischen 60 und 84 Jahren eine Bestimmung der Zinkaufnahme und der Plasma-Zinkspiegel durch. Parallel dazu wurden bei den Studienteilnehmern depressive Symptome per Fragebogen ermittelt.

Ein Zinkmangel im Plasma war bei den älteren Studienteilnehmern sehr häufig. Eine Erhöhung der Zinkaufnahme und höhere Plasma-Zinkkonzentrationen könnten das Risiko für depressive Symptome vermindern. Die Autoren der Studie empfehlen bei älteren Menschen mit depressiven Symptomen die Zinkaufnahme und die Zinkkonzentration zu überprüfen.

Referenz:
Jung A et al.: Zinc Deficiency Is associated With Depressive Symptoms-Results From the Berlin Aging Study II. J Gerontol A Biol Sci Med Sci. 2016 Oct 27. pii: glw218.

 

Zink und Depressionen

Wissenschaftler aus Polen untersuchten in einer Studie bei Patienten mit depressiver Episode die Zinkkonzentrationen im Blut. An der Studie nahmen 69 Patienten mit aktiver depressiver Episode, 45 Patienten in Remission und 50 Kontrollpersonen teil. Die Ergebnisse der Zinkbestimmung zeigte, dass die Zinkkonzentration in der depressiven Phase statistisch niedriger war als bei gesunden Kontrollpersonen. Der Zinkspiegel bei Patienten in Remission unterschied sich nicht signifikant von denen der Kontrollpersonen. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Serum-Zinkkonzentration als möglicher biologischer Marker bei der depressiven Episode anzusehen sei.

Referenz:
Styczeń K et al.: The serum zinc concentration as a potential biological marker in patients with major depressive disorder. Metab Brain Dis. 2016 Aug 8.

Tryptophan bei depressiver Episode

Wissenschaftler von verschiedenen Ländern untersuchten die Plasmakonzentration von Tryptophan sowie das Verhältnis Tryptophan zu neutralen Aminosäuren in Bezug auf die Pathopysiologie der Major Depression. Die Forscher wollten herausfinden, inwieweit die Spiegel der Aminosäuren mit dem Behandlungserfolg bei Major Depression assoziiert waren und ob diese Effekte durch Cortisol oder Immunbiomarker beeinflusst wurden. Sie konnten nachweisen, dass erhöhte Konzentrationen der neutralen Aminosäuren mit einem Nichtansprechen der Behandlung bei Major Depression assoziiert waren. Bei den Patienten, die auf die Therapie ansprachen, zeigte sich eine Verminderung der Konzentrationen der neutralen Aminosäuren, und das Verhältnis von Tryptophan zu den neutralen Aminosäuren stieg an. Insgesamt spielen also erhöhte Konzentrationen der neutralen Aminosäuren eine zentrale Rolle für das Nichtansprechen einer antidepressiven Therapie.

Referenz:
Ormstad H et al.: Increased plasma levels of competing amino acids, rather than lowered plasma tryptophan levels, are associated with a non-response to treatment in major depression. Eur Neuropsychopharmacol. 2016 Aug;26(8):1286-96.

Vitamin D und Depressionen

Iranische Wissenschaftler führten bei 40 Patienten mit Major Depression eine randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudie durch. Es wurde der Einfluss einer Vitamin-D-Supplementierung auf die psychische Befindlichkeit sowie auf verschiedene Stoffwechselmarker untersucht.

Bei Patienten mit Depression führte eine achtwöchige Vitamin-D-Therapie zu einer Besserung der Stimmungslage, außerdem wurden auch positive Effekte auf Indikatoren der Glukosehomöostase und des oxidativen Stresses nachgewiesen. Die Glutathionspiegel und die gesamte antioxidative Kapazität des Plasmas unterschieden sich signifikant von der Placebogruppe.

Referenz:
Zahra Sepehrmanesh, Fariba Kolahdooz et al.: Vitamin D Supplementation Affects the Beck Depression Inventory, Insulin Resistance, and Biomarkers of Oxidative Stress in Patients with Major Depressive Disorder: A Randomized, Controlled Clinical Trial; JN The Journal of Nutrition, First published November 25, 2015, doi: 10.3945/jn.115.218883

Magnesium und Depressionen

Wissenschafter der Mayo-Klinik beschäftigten sich in einem systematischen Übersichtsartikel und in einer Metaanalyse mit dem möglichen Zusammenhang zwischen Depressionen und niedrigen Magnesiumkonzentrationen. In die Analyse wurden sechs Beobachtungsstudien mit 19.137 Patienten einbezogen. Die Untersuchung zeigte einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Hypomagnesiämie und Depressionen.

Referenz:
Cheungpasitporn W. et al.: Hypomagnesaemia linked to depression: a systematic review and meta-analysis. Intern Med J. 2015 Apr;45(4):436-40.doi:

Eisenversorgung beeinflusst Wirksamkeit von Psychopharmaka

Es ist bekannt, dass ein Eisenmangel mit oder ohne Anämie zu neuropsychologischen Störungen und zu Verhaltensauffälligkeiten führen kann. Wissenschaftler aus den USA untersuchten bei fünf- bis siebzehnjährigen Jungen und männlichen Jugendlichen, die mit Risperidon behandelt wurden, inwieweit ein Eisenmangel sich auf den Behandlungserfolg auswirkte. Die Ferritinkonzentration war invers mit dem Schweregrad von unsozialem Verhalten und positiv mit prosozialem Verhalten assoziiert. Höhere Eisenspeicher reduzierten auch das Risiko für eine Gewichtszunahme durch Risperidon. Niedrige Eisenspeicher waren mit einem schlechteren Behandlungserfolg verbunden.

Referenz:
Calarge CA , Murry DJ et al.: Serum Ferritin, Weight Gain, Disruptive Behavior, and Extrapyramidal Symptoms in Risperidone-Treated Youth; J Child Adolesc Psychopharmacol. 2016 Feb 19

Oxidativer Stress bei Depressionen

Chinesische Wissenschaftler untersuchten in einer Metaanalyse bei Patienten mit Depressionen oxidative Stressmarker im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen. In die Metaanalyse wurden 150 Artikel einbezogen. Bei Patienten mit akuter depressiver Episode wurde eine abnormale antioxidative Kapazität festgestellt. Verschiedene Antioxidantien waren signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen. Insbesondere Zink, HDL-Cholesterin, Albumin, Harnsäure und Serum-Paraoxonase. Parameter des oxidativen Stresses wie Malondialdehyd in den Erythrozyten und im Serum sowie die 8-F2-Isoprostane waren bei den depressiven Patienten höher als bei den Kontrollpersonen. Nach antidepressiver medikamentöser Therapie zeigte sich eine Verminderung der Malondialdehydspiegel. Durch die antidepressive Therapie kam es auch zu einem Anstieg der Serumkonzentrationen von Harnsäure, Albumin und Vitamin C. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass oxidativer Stress bei Depressionen eine Rolle spielt. Sie empfehlen die Durchführung weiterer Untersuchungen zur Klärung des möglichen Nutzens einer Supplementierung mit Antioxidantien.

Referenz:
Liu T, Zhong S et al.: A Meta-Analysis of Oxidative Stress Markers in Depression; PLoS One. 2015 Oct 7;10(10):e0138904.

Eisenversorgung beeinflusst Wirksamkeit von Psychopharmak

Es ist bekannt, dass ein Eisenmangel mit oder ohne Anämie zu neuropsychologischen Störungen und zu Verhaltensauffälligkeiten führen kann. Wissenschaftler aus den USA untersuchten bei fünf- bis siebzehnjährigen Jungen und männlichen Jugendlichen, die mit Risperidon behandelt wurden, inwieweit ein Eisenmangel sich auf den Behandlungserfolg auswirkte. Die Ferritinkonzentration war invers mit dem Schweregrad von unsozialem Verhalten und positiv mit prosozialem Verhalten assoziiert. Höhere Eisenspeicher reduzierten auch das Risiko für eine Gewichtszunahme durch Risperidon. Niedrige Eisenspeicher waren mit einem schlechteren Behandlungserfolg verbunden.

Referenz:
Calarge CA , Murry DJ et al.: Serum Ferritin, Weight Gain, Disruptive Behavior, and Extrapyramidal Symptoms in Risperidone-Treated Youth; J Child Adolesc Psychopharmacol. 2016 Feb 19

Ernährung beeinflusst Depressionsrisiko

In Welt online erschien am 14.01.2016 ein Artikel, der sich mit dem Zusammenhang zwischen Nährstoffen und der Psyche beschäftigte. Ein neues Fachgebiet "Nutritional Psychology" erfreut sich zunehmender Aufmerksamkeit. Dabei geht es um die Beeinflussung der psychischen Befindlichkeit durch die Ernährung. Bis heute werden Medikamente als anerkannte Behandlungsweise für Menschen mit schweren psychischen Krankheiten betrachtet. Dabei haben immer mehr neue Studien gezeigt, dass das Risiko für Depressionen in erheblichem Umfang vom Ernährungsstil beeinflusst werden kann. Es wurde z.B. nachgewiesen, dass eine modifizierte mediterrane Ernährung das Risiko senkte, später an Depressionen zu erkranken. Auch Nahrungszusätze könnten Linderung bringen. So wurde ein Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und dem Schizophrenie-Risiko nachgewiesen. Gute Erfahrungen liegen mit Nährstoffkombinationen vor, die genauer auf den körperlichen Bedarf zugeschnitten sind.

Referenz:
welt.de, 14.01.2016: Wie die Ernährung Depressionen beeinflusst

Ernährungsstatus bei Depressionen

Die Depression ist eine weit verbreitete Erkrankung, bei der Ernährungsfaktoren eine Rolle spielen können. Türkische Wissenschaftler untersuchten die Nährstoffaufnahme bei depressiven Patienten und bei einer Kontrollgruppe. Sie stellten fest, dass depressive Patienten verschiedene Mikronährstoffe, wie Vitamin B1, B2, B6, Folsäure, Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, Phosphor, Eisen und Zink, in deutlich geringeren Mengen aufnahmen als die Kontrollpersonen.

Ebenso hatten in dieser Studie die depressiven Patienten eine signifikant niedrigere Aufnahme von Vitamin C und A und erfüllten nicht die Zufuhrempfehlungen der nationalen Richtlinien der Türkei. Die Autoren der Studie beschreiben in ihrem Fachartikel auch die Funktionen der einzelnen Mikronährstoffe für den Stoffwechsel des Nervensystems, z.B. die Bedeutung der B-Vitamine für den Neurotransmittermetabolismus und die Bedeutung der Elektrolyte für die Funktionsfähigkeit des vegetativen Nervensystems. Neben den Mikronährstoffdefiziten fanden die türkischen Forscher bei den depressiven Patienten auch Anzeichen für eine Vermehrung des Viszeralfettes.

Referenz:

Gülşah Kaner, Meltem Soylu et al.: Evaluation of Nutritional Status of Patients with Depression; BioMed Research International Volume 2015 (2015), Article ID 521481, 9 pages

Ernährung kann psychische Befindlichkeit beeinflussen

 In Welt online erschien am 14.01.2016 ein Artikel, der sich mit dem Zusammenhang zwischen Nährstoffen und der Psyche beschäftigte. Ein neues Fachgebiet “Nutritional Psychology” erfreut sich zunehmender Aufmerksamkeit. Dabei geht es um die Beeinflussung der psychischen Befindlichkeit durch die Ernährung. Bis heute werden Medikamente als anerkannte Behandlungsweise für Menschen mit schweren psychischen Krankheiten betrachtet. Dabei haben immer mehr neue Studien gezeigt, dass das Risiko für Depressionen in erheblichem Umfang vom Ernährungsstil beeinflusst werden kann. Es wurde z.B. nachgewiesen, dass eine modifizierte mediterrane Ernährung das Risiko senkte, später an Depressionen zu erkranken. Auch Nahrungszusätze könnten Linderung bringen. So wurde ein Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und dem Schizophrenie-Risiko nachgewiesen. Gute Erfahrungen liegen mit Nährstoffkombinationen vor, die genauer auf den körperlichen Bedarf zugeschnitten sind.

Referenz:
welt.de, 14.01.2016: Wie die Ernährung Depressionen beeinflusst

Magnesium und Depressionen bei Erwachsenen

US-Wissenschaftler untersuchten anhand der Daten von NHANES den Zusammenhang zwischen der Magnesiumaufnahme und Depressionen bei 8894 erwachsenen US-Amerikanern. Eine sehr niedrige Magnesiumaufnahme war signifikant mit Depressionen assoziiert. Eine niedrige Magnesiumzufuhr war mit Depressionen bei Menschen unter 65 Jahren verbunden.

Referenz:
Tarleton EK et al.: Magnesium intake and depression in adults. J Am Board Fam Med. 2015 Mar-Apr;28(2):249-56.

Magnesium und Depressionen

Wissenschafter der Mayo-Klinik beschäftigten sich in einem systematischen Übersichtsartikel und in einer Metaanalyse mit dem möglichen Zusammenhang zwischen Depressionen und niedrigen Magnesiumkonzentrationen. In die Analyse wurden sechs Beobachtungsstudien mit 19.137 Patienten einbezogen. Die Untersuchung zeigte einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Hypomagnesiämie und Depressionen.

Referenz:
Cheungpasitporn W. et al.: Hypomagnesaemia linked to depression: a systematic review and meta-analysis. Intern Med J. 2015 Apr;45(4):436-40.doi:

Vitamin-D-Supplementierung bei Jugendlichen mit bipolarer Störung

US-Wissenschaftler untersuchten, inwieweit eine Vitamin-D3-Supplementierung über einen Zeitraum von acht Wochen manische Symptome bei jungen Patienten mit bipolarer Störung beeinflusste. Durch die Supplementierung kam es zu einer signifikanten Verminderung der manischen Symptomatik und zu einem signifikanten Anstieg der GABA-Konzentration im vorderen cingulären Cortex, einer wichtigen Hirnregion im limbischen System.

Referenz:
Sikoglu Elif M. et al.: Vitamin D3 supplemental treatment for mania in youth with bipolar spectrum disorders. Journal of child and adolescent psychopharmacology. June 2015, 25(5): 415-424.

Niedriger Vitamin-D-Status begünstigt depressive Symptome

Niederländische Forscher untersuchten den Vitamin-D-Status bei 2839 älteren Personen. Die depressive Symptomatik wurde mittels eines geriatrischen Depressionsfragebogens ermittelt. Niedrige Konzentrationen von 25-OH-D waren mit mehr depressiven Symptomen assoziiert. Zur Klärung der Kausalität dieses Zusammenhanges empfehlen die niederländischen Wissenschaftler prospektive Studien.

Referenz:
Brouwer-Brolsma EM, Dhonukshe-Rutten RA et al.: Low vitamin D status is associated with more depressive symptoms in Dutch older adults. Eur J Nutr. 2015 Jul 4.

Vitamin D und depressive Symptome bei gesunden jungen Frauen

Wissenschaftler der Oregon-State-University untersuchten bei 185 jungen Studentinnen die Vitamin-D3-Konzentrationen im Herbst, Winter und Frühjahr. Die Studienteilnehmerinnen lebten im Nordwesten der USA, an der Pazifikküste. Die Vitamin-D-Bestimmung wurde nach einem Zeitraum von etwa vier Wochen wiederholt. Außerdem wurde bei den Studienteilnehmerinnen die depressive Symptomatik mittels eines Fragebogens ermittelt. Es zeigte sich, dass höhere Vitamin-D-Spiegel im Herbst mit einer geringeren depressiven Symptomatik verbunden waren. Insgesamt zeigte die Untersuchung eine Assoziation zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und depressiven Symptomen.

Referenz:
David C.R. Kerr et al.: Associations between vitamin D levels and depressive symptoms in healthy young adult women. www.sciencedirect.com, Psychiatry Research, Volume 227, Issue 1, 30 May 2015, Pages 46–51

Schwermetalle und Depressionen

Anhand der Daten von NHANES 2011 – 2012 wurde untersucht, ob toxische Substanzen im Urin mit Depressionen bei Erwachsenen zusammenhängen. Dabei zeigte sich, dass die Schwermetallkonzentration im Urin, Phthalate und polyaromatische Hydrocarbone mit Depressionen bei Erwachsenen assoziiert waren, unabhängig von anderen gesundheitlichen Ereignissen.

Referenz:
Shiue I: Urinary heavy metals, phthalates and polyaromatic hydrocarbons independent of health events are associated with adult depression: USA NHANES, 2011-2012; Environ Sci Pollut Res Int. 2015 Jul 1.

Vitamin C und Angststörungen bei Studenten

Brasilianische Forscher untersuchten, inwieweit eine Vitamin-C-Supplementierung Ängstlichkeit bei Studenten verminderte. Die Studenten erhielten entweder 500 mg Vitamin C oder ein Placebopräparat. Angstsymptome wurden mittels eines standardisierten Fragebogens ermittelt. Das Ergebnis der Untersuchung zeigte, dass Vitamin C die Angstsymptomatik vermindern konnte. Auch die mittlere „Heart-Rate“ (Herzfrequenz) unterschied sich signifikant zwischen der Vitamin-C- und Placebogruppe.

Referenz:
Ivaldo Jesus Lima de Oliveira et al.: Effects of Oral Vitamin C Supplementation on Anxiety in Students: A Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Trial. Pakistan Journal of Biological Sciences 18 (1): 11-18, 2015

Homocystein und kognitive Funktionen bei bipolarer Depression

Polnische Wissenschaftler untersuchten in einer Studie den Zusammenhang zwischen den Konzentrationen von Homocystein, Vitamin B12 und Folsäure und Störungen der Hirnleistungsfähigkeit während einer akuten Episode der bipolaren Depression. Zusätzlich wurden verschiedene gängige psychologische Testverfahren durchgeführt. Bei 35 Prozent der Patienten wurde eine Hyperhomocysteinämie nachgewiesen. Die Patienten mit Hyperhomocysteinämie zeigten bei einigen Subtests schlechtere Ergebnisse, z.B. das Wortverständnis betreffend. Insgesamt stellten die Forscher fest, dass insbesondere bei Männern mit bipolarer Depression häufig eine Hyperhomocysteinämie vorlag. Außerdem bestand ein klarer Zusammenhang zwischen hohen Homocysteinkonzentrationen und schlechteren Ergebnissen in neuropsychologischen Tests.

Referenz:
Agnieszka Permoda-Osip er al.: Homocysteine and cognitive functions in bipolar depression. Psychiatr. Pol. 2014; 48(6):1117-1126

Tryptophan und psychische Befindlichkeit

Wissenschaftler aus Großbritannien und der Schweiz untersuchten, welchen Effekt ein Tryptophan-reiches Supplement auf verschiedene neuropsychologische Parameter hatte, z.B. auf die Stimmungslage, auf die Schlafqualität und die emotionale Reaktion. Sie konnten nachweisen, dass es durch die Einnahme des Supplements zu einer insgesamt positiveren Grundstimmung kam. Die Empfänglichkeit für negative Emotionen wurde vermindert. Bei Einnahme des Supplements vor dem zu Bett gehen berichteten die Studienteilnehmer über Gefühle des Glücklichseins. Die tägliche Einnahme eines Tryptophan-haltigen Supplements scheint also günstige Effekte auf emotionale und kognitive Funktionen zu haben.

Referenz:
M.H. Mohajeri et al.: Behaviour, appetite and obesity. Chronic treatment with a tryptophan-rich protein hydrolysate improves emotional processing, mental energy levels and reaction time in middle-aged women. British Journal of Nutrition/ Volume 113/ Issue 02/ January 2015, pp350-365

Zinkkonzentration bei Bewohnern von Pflegeheimen

Bei hundert Personen im Alter zwischen 60 und 102 Jahren wurde der Zinkstatus erhoben, außerdem wurden verschiedene neuropsychologische Tests und Fitness-Tests durchgeführt. 28 Prozent der Heimbewohner hatten einen Zinkmangel. Bei 45 Prozent der untersuchten Personen bestand eine Störung der kognitiven Fähigkeiten. 48 Prozent zeigten eine depressive Symptomatik. Die Serumzinkkonzentration korrelierte mit der mentalen Leistungsfähigkeit und war bei älteren Menschen mit einer normalen kognitiven Funktion und ohne Depressionen signifikant höher. Bei Patienten mit Gedächtnisstörungen und depressiver Symptomatik waren die Zinkkonzentrationen häufig vermindert.

Referenz:
Renata Markiewicz-Zusowska et al.: Serum zinc concentrations correlate with mental and physical status of nursing home residents. PLoS ONE 10(1):e0117257. doi:10.1371/journal.pone.0117257; January 30, 2015

Vitamin-D-Mangel und depressive Symptome nach der Geburt

Depressionen in der Zeit nach der Geburt sind ein ernsthaftes Problem, das acht bis 27 Prozent der Frauen betrifft. Die bisherigen Forschungsergebnisse wiesen daraufhin, dass Frauen mit einem Vitamin-D-Mangel ein vermehrtes Depressionsrisiko haben. Wissenschaftler aus den USA untersuchten bei schwangeren Frauen in einer Geburtsklinik die Vitamin-D-Konzentrationen. Die depressive Symptomatik wurde in der frühen Schwangerschaft, in der späten Schwangerschaft und nach der Geburt ermittelt. Frauen mit einem Vitamin-D-Mangel hatten im Vergleich zu den Frauen ohne Vitamin-D-Mangel signifikant stärkere Symptome. Der Vitamin-D-Mangel könnte mit einer neurologischen Pathologie, z.B. Entzündung, assoziiert sein, die sich als Depression ausdrückt.

Referenz:
Amy Lamb et al.: Vitamin D deficiency and depressive symptoms in the perinatal period: a prospective study. American Journal of Obstetrics & Gynecology, January 2015

Vitamin D3 bei Kindern und Jugendlichen mit Major-Depression

Ägyptische Wissenschaftler untersuchten bei 82 Kindern und Jugendlichen mit Depressionen die Konzentration von 25-OH-D und verglichen diese mit den Vitamin-D-Konzentrationen einer Kontrollgruppe gesunder Personen. Es zeigte sich, dass bei depressiven Kindern und Jugendlichen ein Vitamin-D-Mangel häufiger nachzuweisen ist, als bei gesunden Kindern. Je schwerer die Depressionen waren, umso niedriger waren die Vitamin-D-Spiegel.

Referenz:
Saber Abdel Azim Mohamed et al: A study on 25-OH cholecalciferol levels in children and adolescents with major depressive disorder. Egyptian Journal of Psychiatry 2014, 35(1):65-70

Vitamin-D-Mangel bei Winterdepression

Forscher der University of Georgia publizierten einen Fachartikel, in dem sie die mögliche Bedeutung des Vitamin D für die Entwicklung einer Winterdepression diskutierten. Obwohl die genauen Gründe der Winterdepression unklar seien, hätten zahlreiche Studien gezeigt, dass dieses Krankheitsbild durch einen Mangel an Sonnenlicht hervorgerufen wird. Die Winterdepression kommt häufiger bei Menschen vor, die in hohen Breitengraden leben oder in Gegenden mit starker Bewölkung.

Die Wissenschaftler aus den USA präsentieren das Erklärungsmodell, dass der Winterdepression letztlich ein Vitamin-D-Mangel zugrunde liegt. Der Vitamin-D-Spiegel schwankt in Abhängigkeit vom verfügbaren Sonnenlicht. Vitamin D spielt eine Rolle für die Synthese von Dopamin und Serotonin, die wiederum für die Entstehung von Depressionen eine Rolle spielen. Es sei logisch, dass es einen Zusammenhang zwischen niedrigem Vitamin D und depressiven Symptomen gäbe. Mehrere Studien hätten gezeigt, dass depressive Patienten üblicherweise niedrige Vitamin-D-Spiegel aufwiesen. Die Aufrechterhaltung ausreichender Vitamin-D-Spiegel ist von zentraler Bedeutung für eine gute mentale Gesundheit.

Referenz:
Honor Whiteman: Researchers link vitamin D deficiency to seasonal affective disorder. Medical News Today, 7 December 2014

Warum Zink bei Depressionen wichtig ist

Wissenschaftler aus Australien untersuchten, ob es einen möglichen Zusammenhang zwischen der Zinkaufnahme und Depressionen gibt. Dazu wurden zwei Kohortenstudien durchgeführt. In beiden Kohortenstudien konnte ein inverser Zusammenhang zwischen der Zinkaufnahme und dem Depressionsrisiko aufgezeigt werden. Bei Personen mit der höchsten Zinkeinnahme bestand ein 30 bis 50 Prozent niedrigeres Risiko eine Depression zu entwickeln.

Referenz:
Vashum KP et al.: Dietary zinc is associated with a lower incidence of depression: Findings from two Australians cohorts; J Affect Disord. 2014 Sep; 166: 249-57

Oxidativer Stress bei Angsterkrankungen

Oxidativer Stress ist eine Ursache verschiedener neurodegenerativer Erkrankungen. Inzwischen wurde auch nachgewiesen, dass oxidativer Stress bei Depressionen und Angsterkrankungen eine Rolle spielt. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Expression zweier Enzyme, nämlich der Glutathion-Reduktase 1 und der Glyoxalase 1 mit bestimmten Angsterkrankungs-Phänotypen korrelieren. Die beiden genannten Enzyme sind am antioxidativen Schutz des Organismus beteiligt. Damit gibt es sozusagen ein biochemisches Korrelat zwischen oxidativem Stress und Angststörungen.

Referenz:
Hassan Waseem et. al.: Association of oxidative stress to the genesis of anxiety: Implications for possible therapeutic interventions. Current Neuropharmacology, Volume 12, Number 2, March 2014, pp. 12k0-139(20)

Magnesium- und Zinkspiegel und depressive Symptome

Polnische Wissenschaftler untersuchten bei 171 postmenopausalen Frauen die Konzentrationen von Magnesium und Zink und bestimmten die depressiven Symptome mit dem Beck Depression Inventory (BDI). Bei 36,8 Prozent der Frauen wurden depressive Symptome unterschiedlichen Schweregrades festgestellt. Die Frauen mit höheren Magnesium- und Zinkspiegeln zeigten weniger depressive Symptome. Dies dürfte insbesondere für die Planung von Präventionsprogrammen eine wichtige Bedeutung haben.

Referenz:
M. Stanislawska et al.: The severity of depressive symptoms vs. serum Mg and Zn levels in postmenopausal women. Biol Trace Elem Res (2014) 157:30-35

Mikronährstoffkonzentrationen und Depressionen

Inwieweit besteht ein Zusammenhang zwischen den Mikronährstoffspiegeln im Blut und Depressionen? Dieser Frage wurde in einem Übersichtsartikel nachgegangen:

Fünf prospektive Studien haben gezeigt, dass niedrige Konzentrationen einiger Mikronährstoffe wie Vitamin D, Eisen, Folsäure und Omega-3-Fettsäuren die Entwicklung von Depressionen begünstigen. In den insgesamt 60 ausgewerteten Studien wurde ein deutlicher Zusammenhang zwischen Vitamin D sowie Eisen und Depressionen sichtbar. Auch die Blutkonzentrationen vom Omega-3-Fettsäuren und Zink zeigten eine Assoziation mit Depressionen, allerdings nicht in der gleichen Stärke wie Vitamin D und Eisen.

Referenz:
Kate Teasdale et al.: Is there an Association between Blood Nutrient Levels and Depression? A Systematic Review; La Trobe University, Australia; DOI: http://dx.doi.org/10.12970/2310-8231.2014.02.01.6

Eisenmangel ohne Anämie bei jungen Frauen

Der häufigste Nährstoffmangel weltweit ist wahrscheinlich ein Eisenmangel ohne Anämie. In einer japanischen Studie wurde untersucht, wie sich ein Eisenmangel mit und ohne Anämie auf die Befindlichkeit von jungen Frauen auswirkt. An der Studie nahmen 76 Frauen im Alter zwischen 18 und 22 Jahren teil. Ein Eisenmangel ohne Anämie wurde wie folgt definiert: Hämoglobinwert größer oder gleich 12 g/ dl und Ferritinwert im Serum kleiner als 20 ng/ ml. Die psychische Befindlichkeit war bei den Frauen mit einem Eisenmangel und bei Frauen mit einem Eisenmangel ohne Anämie deutlich schlechter als bei den gesunden Kontrollpersonen. Junge Frauen mit Eisenmangel ohne Anämie zeigten in psychologischen Tests einen signifikant höheren Anteil von neurotischen Tendenzen. Das Ergebnis der Studie zeigt auf, dass ein Eisenmangel ohne Anämie bei jungen Frauen ein Risikofaktor für Erschöpfung, Missstimmung und Anspannung ist.

Referenz:
Sawada T et al.: Iron deficiency without anemia is associated with anger and fatigue in young japanese women; Biol Trace Elem Res. 2014 Apr 23

Ernährungsgewohnheiten bei depressiven Patienten

Bei Patienten mit Depressionen sind die Ernährungsgewohnheiten häufig irrational und können zu einer unzureichenden Versorgung mit Mikronährstoffen führen, speziell mit Vitaminen und Mineralstoffen. Polnische Wissenschaftler untersuchten bei einer Gruppe von 69 Patienten mit rezidivierenden depressiven Störungen die Ernährungsgewohnheiten.

Dabei zeigte sich, dass bei Männern und Frauen die Aufnahme folgender Vitamine und Mineralstoffe unzureichend war: Vitamin D, Vitamin E, Folsäure, Kalium, Calcium, Magnesium und Jod. Bei Frauen war die Eisen- und Vitamin-C-Aufnahme zusätzlich vermindert. Die Spiegel der Vitamine B6 und B12 waren bei den Männern zu hoch, bei Frauen die Kupferkonzentration. Bei Patienten mit Depressionen sollte also individuell abgeklärt werden, inwieweit ein Bedarf für die Supplementierung mit Mikronährstoffen besteht. Jedenfalls zeigte das Ergebnis der Studie, dass die Versorgung mit den meisten Mikronährstoffen nicht mit den Zufuhrempfehlungen übereinstimmte.

Referenz:
Ewa Stefa ska et al.: Does the usual dietary inake of patients with depression require vitamin-mineral supplementation? Psychiatr. Pol. 2014; 48(1): 75-88 ISSN 0033-2674

Spurenelemente bei Depressionen und Angststörungen

Spurenelemente und Mineralstoffe beeinflussen verschiedene Neurotransmittersysteme. Bei psychiatrischen Erkrankungen wurden Störungen verschiedener Neurotransmittersysteme nachgewiesen. Für die Funktionsfähigkeit des GABAergen Systems spielen insbesondere Zink und Magnesium eine Rolle. Das glutamaterge System benötigt Zink, Magnesium und Eisen. Das monoaminerge System lässt sich durch Zink, Magnesium, Calcium, Chrom und Lithium beeinflussen. Die HPA-Achse, die für die Stressregulation eine zentrale Rolle spielt, ist durch Zink und Magnesium modulierbar.

Referenz:
Katarzyna Mlyniec et al.: Essential elements in depression and anxiety. Part I. Pharmacological Reports (2014), http://dx.doi.org/10.1016/j.pharep.2014.03.001

Vitamin B6 und kognitiver Abbau

US-Wissenschaftler untersuchten in einer Studie, ob niedrige Konzentrationen von Vitamin B6 ein Risikofaktor für kognitiven Abbau darstellt. An der Studie nahmen 1148 Probanden teil. Dreißig Prozent der Studienteilnehmer hatten einen niedrigen Vitamin-B6-Status. Eine niedrige Vitamin-B6-Konzentration war mit Diabetes, Rauchen, höherem BMI sowie höheren Konzentrationen von Homocystein verbunden. Mit großer Wahrscheinlichkeit führte ein niedriger Vitamin-B6-Status innerhalb von 2 Jahren zu einer Abnahme von exekutiven kognitiven Funktionen. Außerdem war ein niedriger Vitamin-B6-Status invers mit dem Schweregrad depressiver Symptome und Stresssymptomen assoziiert.

Referenz:
Tammy Maria Scott et al.: Low plasma vitamin B6 predicts cognitive decline and depression in at-risk individuals. The FASEB Journal. 2013;27:346.6

Zinktherapie bei übergewichtigen Menschen mit Depressionen

Verschiedene Studien haben bereits einen positiven Effekt von Zink als adjuvante Therapie zur Verminderung depressiver Symptome gezeigt. Diese Studie hatte das Ziel, den Effekt einer Zinktherapie auf depressive Symptome und auf BDNF-Spiegel bei übergewichtigen und adipösen Menschen festzustellen.

50 übergewichtige oder adipöse Versuchsteilnehmer erhielten über einen Zeitraum von 12 Wochen entweder 30 mg Zink oder ein Placebopräparat. Der Schweregrad der Depression wurde mit dem Beck depression inventory II ermittelt, außerdem wurden im Blutserum BDNF und Zink bestimmt. Nach 12 Wochen wurde ein signifikanter Anstieg der Zinkkonzentration und der BDNF-Spiegel in der Zinkgruppe nachgewiesen. Die depressive Symptomatik nahm zwar in beiden Versuchsgruppen ab, es konnte aber in der Zinkgruppe im Vergleich zur Placebogruppe eine signifikante Besserung beobachtet werden. Es zeigte sich ein umgekehrter Zusammenhang zwischen den BDNF-Spiegeln und dem Schweregrad der depressiven Symptomatik.

Anmerkung:
BDNF ist die Abkürzung für brain-derived neurotrophic factor, einem wichtigen Nervenwachstumsfaktor. BNDF ist üblicherweise bei depressiven Erkrankungen vermindert, was zu einem vermehrten Absterben von Nervenzellen führen kann.

Referenz:
Zahra Solati et al.: Zinc monotherapy increases serum brain-derived neurotrophic factor (BDNF) levels and decreases depressive symptoms in overweight or obese subjects: A double-blind, randomized, placebo-controlled trial. Nutritional Neuroscience; http://www.maneyonline.com/doi/abs/10.1179/1476830513Y.0000000105

Vitamin B12 bei Major Depression

Patienten mit Depressionen und niedrigen Vitamin-B12-Konzentrationen erhielten entweder Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmer plus Vitamin-B12-Injektionen. Nach drei Monaten Therapie zeigte sich, dass die Patienten, die Vitamin B12 supplementierten, signifikant weniger Symptome aufwiesen, als die Patienten die nur ein Antidepressivum erhalten hatten.

Referenz:
Syed EU et al.: Vitamin B12 supplementation in treating major depressive disorder: a randomized controlled trial. Open Neurol J. 2013 Nov 15;7:44-8.

Depressionen und Mikronährstoffe bei schwangeren Frauen

Ein Schlüsselfaktor für die Prävention und Behandlung einer perinatalen Depression bei schwangeren Frauen ist die Mikronährstoffzufuhr. Von der Mikronährstoffversorgung der Mutter hängt wiederum die kognitive Entwicklung des Kindes ab. Aus der Fachliteratur geht hervor, dass verschiedene Mikronährstoffe die Stimmungslage in erheblichem Umfang beeinflussen können: Folsäure, Vitamin B12, Calcium, Eisen, Selen, Zink und Omega-3-Fettsäuren. Bei der Auswertung einer Studie, die mit schwangeren Frauen durchgeführt wurde, zeigte sich, dass Frauen mit niedrigerer Depressivität eine höhere Aufnahme von Selen und Omega-3-Fettsäuren aufwiesen. Die Selenaufnahme vor der Geburt und die soziale Unterstützung nach der Geburt hatten einen protektiven Effekt gegen perinatale Depressionen.

Referenz:
Brenda Mun-Ying Leung: The role of micronutrients in maternal mood and child neurodevelopment, April 2013

Coenzym Q10 und bipolare Depression

Zehn Patienten mit bipolarer Depression erhielten täglich 400 mg Coenzym Q10. Die Dosis wurde wöchentlich bis auf ein Maximum von 1200 mg am Tag gesteigert.

Die Supplementierung mit dieser hohen Dosis Coenzym Q10 führte bei älteren Patienten zu einer Verminderung der depressiven Symptomatik. Coenzym Q10 hat offensichtlich auch einen erheblichen Effekt auf die Stimmungslage.

Referenz:
Forester BP et al: Coenzyme Q10 effects on creatine kinase activity and mood in geriatric bipolar despression; J Geriatr Psychiatry Neurol. 2012 Mar; 25(1): 43-50

Zink bei Depressionen

Zink ist ein essentieller Mikronährstoff mit verschiedenen biologischen Funktionen im Zellstoffwechsel, bei der Regulation des Endokrinums, des Immunsystems und des Nervensystems. In einer Metaanalyse untersuchten kanadische Forscher in wie weit die Zinkkonzentration mit depressiven Symptomen zusammenhängt. In die Metaanalyse wurden 17 Studien mit 1643 depressiven Personen und 804 Kontrollpersonen einbezogen. Die Depression ist mit niedrigeren Konzentrationen von Zink im peripheren Blut assoziiert. Ein höherer Schweregrad der Depression war auch mit einem größeren Zinkmangel verbunden. Zur Klärung der pathophysiologischen Zusammenhänge zwischen dem Zinkstatus und der Depression empfehlen die Autoren der Studie weitere Untersuchungen.

Referenz:
Swardfager W. et al.: Zinc in Depression: A Meta-Analysis. Biol Psychiatry 2013 Jun 24. pii: S0006-3223(13)00451-4.

Vitamin D bei Morbus Parkinson

Es mehren sich die Hinweise, dass Vitamin D auch für das zentrale Nervensystem von zentraler Bedeutung ist. Wissenschaftler der Oregon-University in Portland führten bei 286 Patienten mit Morbus Parkinson verschiedene neuropsychiatrische Tests durch und bestimmten die Konzentration von Vitamin D. Es zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und der Sprechflüssigkeit und dem verbalen Gedächtnis. Die Vitamin-D-Konzentration korrelierte mit Depressionsneigung. Höhere Plasma-Vitamin-D-Spiegel sind also mit einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit und einer besseren Stimmung bei Patienten mit Morbus Parkinson verbunden.

Referenz:
Peterson AL et al.: Memory, mood, and vitamin D in persons with Parkinsons´s disease. Parkinsons Dis. 2013 30. Epub

N-Acetylcystein bei psychiatrischen Störungen

Seit vielen Jahren stagniert die Entwicklung neuer Psychopharmaka, was auch daran liegen könnte, dass man zu lange auf eine Beeinflussung des Monoaminstoffwechsels gesetzt hat. Es besteht also derzeit ein Beinahe-Stillstand, was die Medikamentenentwicklung bei Schizophrenie, bipolaren Störungen, Depressionen und Autismus anbelangt.

Neben dem Monoaminstoffwechsel gibt es aber auch andere Ansatzpunkte für einen Einsatz von Medikamenten. Bei psychiatrischen Erkrankungen bestehen eine erhöhte Entzündungsaktivität und oxidativer Stress. Außerdem werden in vermindertem Umfang Nervenwachstumsfaktoren gebildet. Es ist ein vermehrter Zelltod nachweisbar. Die Energiebildung in den Mitochondrien ist vermindert.

Die Aminosäure N-Acetylcystein beeinflusst viele dieser Stoffwechselwege: Sie erhöht den Glutathionspiegel, hat antientzündliche Eigenschaften, erhöht die Spiegel der Nervenfaktoren und beeinflusst die Stoffwechselwege, die zum Zelltod führen. NAC kann wohl auch eine Dysfunktion der Mitochondrien verbessern. In einer ganzen Reihe von Studien zeigte NAC günstige Effekte bei psychiatrischen Erkrankungen. Es reduzierte die Kernsymptome von Schizophrenien und verminderte die Depressivität bei bipolaren Störungen. Außerdem erwies sich NAC wirksam bei verschiedenen Suchterkrankungen.

Referenz:
Science Daily: Amino acid offers potential therapeutic alternative in psychiatric disorders. 07.10.2013

Oxidativer Stress bei Depressionen

Es gibt zunehmend Hinweise, dass der oxidative Stress in der Pathogenese von Depressionen eine wichtige Rolle spielt. Wissenschaftler aus Indien untersuchten verschiedene Parameter des oxidativen Stresses bei Patienten mit Major Depression und verglichen die Werte mit denen gesunder Kontrollpersonen.

Die Lipidperoxidation wurde durch die Messung von Malondialdehyd (MDA) und NO-Metaboliten im Plasma bestimmt. Die antioxidative Kapazität wurde anhand der Bestimmung von SOD, Vitamin E, Vitamin C und Harnsäure sowie der totalen antioxidativen Kapazität im Plasma ermittelt.

Die Konzentrationen von MDA und NO-Metaboliten waren bei den Patienten zunächst deutlich höher als bei den Kontrollpersonen. Die Vitamine C und E sowie Harnsäure und die antioxidative Kapazität waren signifikant niedriger als bei der Kontrollgruppe.

Nach einer 12-wöchigen Behandlung mit Antidepressiva und den Antioxidantien Vitamin C und E kam es zu einer Rückbildung der pathologischen Parameter. Die Major Depression ist also durch ein Ungleichgewicht von Oxidantien/ Antioxidantien gekennzeichnet. Eine Therapie mit Antioxidantien in Kombination mit Antidepressiva könnte also oxidative Schäden verhindern und bereits bestehende Schäden reparieren.

Referenz:
Santoshi R. Ghodake et al.: A study of oxidative stress and influence of antioxidant vitamins supplementation in patients with major depression. Current Neurobiology 2012; 3 (2): 107-111

Vitamine und Mineralien bei Stress

Im Februar 2013 wurde von britischen Wissenschaftlern eine Metaanalyse über den Nutzen einer Vitamin- und Mineralstoffsupplementierung bei Stress und leichten psychiatrischen Symptomen publiziert. In die Metaanalyse wurden acht Studien einbezogen. Eine Mikronährstoffsupplementierung hatte einen günstigen Effekt bei anhaltendem Stress, täglichen Stimmungsschwankungen und leichten psychiatrischen Symptomen, wobei hier hohe Dosen von B-Vitaminen effektiver waren als niedrige Dosen.

Referenz:
Long SJ et al.: Effects of vitamin and mineral supplementation on stress, mild psychiatric symptoms, and mood in nonclinical samples: a meta-analysis. Psychosom Med. 2013 Feb; 75(2): 144-53

Bei Panikstörungen verminderte Spiegel an Antioxidantien

Bei psychischen Störungen besteht oftmals ein erhöhter oxidativer Stress, die Antioxidantien-Spiegel sind meist vermindert. Wissenschaftler aus Bangladesh konnten diese Tendenz jetzt aufgrund einer Studie bei Patienten mit Panikstörungen bestätigen. Sie führten die Studie mit 54 Patienten, die an Panikstörungen litten, sowie mit 52 gesunden Kontrollpersonen durch. Bei den Patienten mit Panikstörungen wurden im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen niedrigere Vitamin-A- und Vitamin-E-Konzentrationen gemessen. Die Patienten mit Panikstörungen hatten höhere Konzentrationen von Malondialdehyd und verminderte Glutathionspiegel. Malondialdehyd ist ein Marker des oxidativen Stresses, und der Glutathionspiegel ist ein Marker der antioxidativen Kapazität.

Referenz:
Nahar Z et al.: Determination of serum antioxidant vitamins, Glutathione and MDA levels in panic disorder patients; Drug Res (Stuttg.) 2013 May 13

Antioxidantien helfen bei Depressionen

Angsterkrankungen und Depressionen gehören zu den stressinduzierten psychiatrischen Störungen. Dabei kommt es auch zu biochemischen Veränderungen, die eine ausreichende Verfügbarkeit von Antioxidantien notwendig machen. Indische Wissenschaftler untersuchten, inwieweit Patienten mit generalisierter Angststörung und Depression im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen Veränderungen der Vitamine A, C und E im Blutspiegel aufweisen und ob eine Supplementierung der erwähnten Vitamine zu einer Verbesserung von Angststörungen und Depressionen führt.

An der Studie nahmen 80 Patienten im Alter zwischen 20 und 60 Jahren teil. Es zeigte sich, dass Patienten mit generalisierter Angststörung und Depression signifikant niedrigere Spiegel der Vitamine A, C und E im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen aufwiesen. Nach sechswöchiger Supplementierung dieser Vitamine wurde eine signifikante Verminderung der Ängstlichkeits- und Depressions-Scores beobachtet. Eine adjuvante Therapie mit antioxidativen Mikronährstoffen ist also bei Patienten mit stressinduzierten psychiatrischen Störungen nützlich.

Referenz:
Medhavi Gautam et al.: Role of antioxidants in generalised anxiety disorder and depression; Indian J Psychiatry. 2012 Jul – Sep; 54(3): 244-247

Der Einfluss von Mikronährstoffsupplementen auf die Psyche

In einer Metaanalyse untersuchten britische Wissenschaftler den Einfluss von Multivitamin-Mineralsupplementen auf die psychische Befindlichkeit der Allgemeinbevölkerung. In die Metaanalyse wurden acht Studien einbezogen. Eine Supplementierung von Mikronährstoffen hatte einen günstigen Effekt auf anhaltenden Stress, auf leichte psychiatrische Symptome und auf die tägliche Stimmungslage bei scheinbar gesunden Individuen. Supplemente, die hohe Dosen von B-Vitaminen enthalten, scheinen zur Verbesserung der Stimmungslage effektiver zu sein.

Referenz:
Long SJ, Benton D: Effects of vitamin and mineral supplementation on stress, mild psychiatric symptoms, and mood in nonclinical samples: a meta-analysis; Psychosom Med. 2013 Jan 29

Mikronährstoffzufuhr und psychische Befindlichkeit bei Frauen

In einer australischen Studie wurde die Nährstoffaufnahme bei Frauen abgefragt, die psychologischen Symptome erfasst und ein klinisches Interview durchgeführt. Eine erhöhte Zufuhr von Zink, Magnesium und Folsäure war mit einer verminderten Wahrscheinlichkeit für Major Depression und Dysthymie assoziiert.

Referenz:
Jacke FN et al.: Nutrient intakes and the common mental disorders in women; J Affect Disord. 2012 Dec 1; 141(1): 79-85

 

Antioxidantien sinnvoll als adjuvante Therapie bei Depressionen

Bei der Major Depression spielt der oxidative Stress eine bedeutende Rolle. Insbesondere der Stoffwechsel der Katecholamine ist mit der Bildung der freien Radikale verbunden. Indische Wissenschaftler untersuchten den Antioxidantienstatus bei 30 Patienten mit depressiver Episode und 30 Kontrollpersonen. Bei allen Personen wurden verschiedene Parameter bestimmt wie Malondialdehyd, Erythrozyten, SOD, Vitamin E, C und Harnsäure sowie totale antioxidative Kapazität. Die Parameter des oxidativen Stresses wie MDA waren bei den Patienten vor der Behandlung signifikant höher als bei den Kontrollpersonen, während die Antioxidantienspiegel signifikant niedriger lagen. Nach 12 Wochen antidepressiver Therapie mit zusätzlicher Supplementierung der Vitamine E und C kam es zu einer signifikanten Besserung der oben erwähnten Parameter. Eine Kombination aus Antidepressiva und Antioxidantien könnte also oxidative Schäden vermindern und die Reparatur bestehender Schäden verbessern.

Referenz:
Santoshi R et al.: A study of oxidative stress and influence of antioxidant vitamins supplementation in patients with major depression

Major Depression und Selen

Bei Depressionen sind Veränderungen der Redoxbiologie nachgewiesen. Der Zusammenhang zwischen Depressionen und dem Selenstatus wurde noch wenig erforscht. Australische Wissenschaftler untersuchten nun, ob eine niedrige Selenaufnahme mit einem erhöhten Risiko für die Major Depression verbunden ist. An der Fall-Kontrollstudie nahmen 18 Frauen teil, die eine Major Depression entwickelt hatten, sowie 298 Kontrollpersonen.

Eine niedrige Selenaufnahme erhöht die Wahrscheinlichkeit für Depressionen um nahezu das Dreifache. Man kann also davon ausgehen, dass eine niedrige Selenaufnahme das Risiko für die Major Depression deutlich steigert.

Selen ist bekanntlich ein wichtiges antioxidatives Spurenelement und Bestandteil von Selenoproteinen, die für die Regulierung des Redoxgleichgewichtes erforderlich sind.

Referenz:
Pasco JA et al.: Dietary selenium and major depression: a nested case-control study; Complement ther Med. 2012 Jun, 20(3): 119-23

Depressionen und erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wer an einer Major Depression leidet, trägt ein erhöhtes Risiko für Herz-Keislauf-Erkrankungen. Aus der Aminosäure Arginin entsteht das Signalgas NO (Stickstoffmonoxid). Dieses ist u.a. für die Erweiterung der Blutgefäße und für die Regulation des Blutflusses und des Blutdrucks verantwortlich.

Im „Journal of Affective Disorders“ publizierten Wissenschaftler eine Studie, in der bei 19 Patienten mit Major Depression und bei 19 Kontrollpersonen der Argininstoffwechsel im Blut untersucht wurde. Sie bestimmten u.a. die Argininkonzentration, die NO-Synthese und die cGMP-Spiegel in den Blutplättchen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei den Patienten mit Depressionen im Vergleich zu den Kontrollpersonen die Argininaufnahme in den Blutplättchen und auch die Aktivität der NO-Synthese vermindert war. Bei den Patienten mit Depressionen wurden gestörte cGMP-Spiegel in den Blutplättchen festgestellt, was mit einer verstärkten Verklumpungsneigung einherging.

Referenz:
Vivian Liane Mattos Pinto et al.: Low plasma levels of L-arginine, impaired intraplatelet nitric oxide and platelet hyperaggregability: Implications for cardiovascular discrease in depressive patients; Journal of Affective Disorders; Volume 140, Issue 2, pages 187-192

Vitamin D und psychische Befindlichkeit

Es ist weitläufig bekannt, dass Vitamin D für den Knochenstoffwechsel, also zur Vorbeugung einer Osteoporose, von großer Bedeutung ist. Neuere Studien zeigen auf, dass Vitamin D u.a. auch eine wichtige Rolle im Nervensystem spielt und somit für die psychische Befindlichkeit und die kognitive Leistungsfähigkeit wesentlich ist.

In einer französischen Studie mit 5500 älteren Menschen zeigte sich, dass die Personen mit einer geringeren diätischen Vitamin-D-Zufuhr bei kognitiven Tests schlechter abschnitten als die Personen, die die empfohlene Tagesdosis Vitamin D einnahmen.

Ähnliche Ergebnisse brachte eine britische Studie mit 858 älteren Teilnehmern. Die Personen wurden über sechs Jahre beobachtet. Bei den Teilnehmern mit den niedrigsten Vitamin-D-Spiegeln (25-OH) lag das Risiko für einen kognitiven Abfall bzw. eine Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit um 60 Prozent höher als bei den Testpersonen mit den höchsten Vitamin-D-Spiegeln.

Referenz:
Ingrid Kiefer und Cem Ekemekcioglu: Essen entscheidet. Wie Nahrungsmittel uns beeinflussen. Buch, erschienen im Verlag Braumüller, 2012

Bipolare Depression und Spurenelemente

In einer spanischen Studie wurden bei 25 Patienten mit der Diagnose „bipolare Depression“ und bei 29 gesunden Kontrollpersonen die Konzentrationen verschiedener Spurenelemente untersucht. Die Spurenelemente Kupfer und Zink wurden im Serum bestimmt, Blei und Cadmium im Vollblut. Zusätzlich wurden im Urin die Konzentrationen von Blei, Cadmium und Thallium gemessen.

Patienten mit bipolarer Depression zeigten deutlich höhere Konzentrationen von Blei und Cadmium als die Kontrollpersonen, sowohl im Urin als auch im Vollblut. Die Raucher hatten höhere Cadmiumkonzentrationen als die Nichtraucher.

Bei den Patienten in der manischen Phase der bipolaren Depression wurde ein signifikanter Anstieg der Zinkkonzentrationen nachgewiesen. Die Konzentrationen einiger giftiger Schwermetalle sind offensichtlich bei der bipolaren Depression erhöht.

Referenz:
González-Estecha M et al: Trace elements in bipolar disorder; J Trace Elem Med. Biol. 2011 Jan; 25 Suppl 1: S78-83

Tryptophanmangel beeinflusst autobiographisches Gedächtnis

In der experimentellen Psychiatrie werden häufig Tryptophan-Depletionsstudien durchgeführt, um herauszufinden, wie sich ein Tryptophanmangel auf verschiedene psychologische Faktoren auswirkt. Dazu erhalten die Testteilnehmer ein Tryptophan-freies Aminosäurengetränk, das dann über einen verminderten Tryptophanspiegel auch die Serotoninsynthese im Gehirn vermindert.

In einer Studie der Newcastle University wurde bei 19 jungen Erwachsenen dieser Test durchgeführt. Jeder dieser jungen Erwachsenen hatte wenigstens einen Verwandten, der an Majordepression erkrankt war. Fünf Stunden nach Verabreichung des Testgetränkes wurde der Autobiographical-Memory-Test durchgeführt. Mit diesem Test wird das autobiographische Erinnerungsvermögen untersucht. Das Tryptophan-freie Testgetränk führte zwar zu keiner Stimmungsverschlechterung, verminderte aber die Spezifität des Gedächtnistests. Die Hirnleistungsfähigkeit könnte also bei bestimmten Personengruppen vermehrt durch eine Depressionsneigung beeinflusst werden.

Referenz:
Alhaj HA et al.: Effect of low-dose acute tryptophan depletion on the specificity of autobiographical memory in healthy subjects with a family history of depression. Psychopharmacology (Berl). 2012 Jan 28.;

Erhöhte Homocysteinkonzentration bei bipolaren Patienten

In einer Studie der Universität von Monastir, Tunesien, wurden die Homocysteinkonzentrationen bei Patienten mit bipolarer Depression untersucht. Es zeigte sich, dass eine erhöhte Homocysteinkonzentration bei bipolaren Patienten häufiger auftrat. Bei den Patienten, die Lithium und Carbamazepin erhielten, waren häufig niedrige Folsäurekonzentrationen nachweisbar. Bei Patienten unter Carbamazepintherapie wurden vielfach auch verminderte Vitamin-B12-Konzentrationen gemessen.

Referenz:
Ezzaher A. et al.: Hyperhomocysteinemia in Tunisian bipolar I patients. Psychiatry Clin Neurosci. 2011 Dec ; 65(7): 664-71.; Bild: Archiv

Depressionen – erhöhtes Risiko für Alzheimer

Wer an einer krankhaften Depression leidet, trägt ein zwei- bis dreifach höheres Risiko, an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken, als Gesunde. So das Ergebnis der Tübinger TREND-Studie, die seit 2009 mit 1100 Fünfzig- bis Achtzigjährigen durchgeführt wird, um frühzeitige Symptome von Alzheimer und Parkinson zu erkennen.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei einer Depression die Menge der Antikörper gegen Amyloid-Beta (1-42) reduziert ist. Dabei handelt es sich um ein Protein, das mit der Alzheimer-Erkrankung in Zusammenhang gebracht wird.

Referenz:
nachrichten.at, 09.08.2012: Depressionen fördern Ausbruch von Alzheimer

 

Viele Deutsche leiden unter Depressionen und Burn-out

Das Robert Koch-Institut hat erste Ergebnisse der neuen großen „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (Degs) vorgestellt, mit Daten zu Übergewicht, Diabetes, körperlicher Aktivität, psychischer Gesundheit und Funktionseinschränkungen im Alter. Bei der Degs-Studie, die seit November 2008 durchgeführt wird und im Jahr 2013 endet, werden die Daten von über 7.000 Personen ausgewertet.

Wie die Degs-Studie gezeigt hat, haben psychische Erkrankungen in den letzen Jahren deutlich zugenommen. Bei einem Drittel der Teilnehmer ließ sich mittels Fragebogen und ärztlichen Interviews eine psychische Störung innerhalb der letzten 12 Monate ermitteln. Am höchsten lag die 12-Monats-Prävalenz bei den 18- bis 25-Jährigen. Frauen litten zumeist unter Angststörungen und Depressionen, Männer unter Suchterkrankungen. Auffallend war auch, dass Personen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status häufiger an Depressionen litten; dafür kam Burn-out bei den Wohlhabenden sehr viel häufiger vor.

Anmerkung:
Die psychische Befindlichkeit des Menschen hängt in erheblichem Umfang auch von einer ausreichenden Verfügbarkeit von Mikronährstoffen ab. Für die Bildung von Nervenbotenstoffen und damit für Stimmung und Hirnleistungsfähigkeit sind verschiedene Mikronährstoffe notwendig.

Der Burn-out-Symptomatik liegt meist nicht nur eine psychische Überforderungs-Situation zugrunde, sondern es kommt auch zu Störungen innerhalb der zellulären Energiebildung, die sich dann z.B. in Form von Erschöpfung zeigen. Durch eine gezielte Supplementierung von Mikronährstoffen kann oftmals eine Stabilisierung der psychischen Befindlichkeit erreicht werden. Mikronährstoffe können nach Abklärung auch parallel zu einer Psychopharmaka-Therapie eingenommen werden, wodurch deren Wirksamkeit sogar verbessert wird.

Referenzen:
focus.de, 14.06.2012: So krank sind die Deutschen
Ärzte Zeitung, 17.06.2012: Depressive Arme, ausgebrannte Reiche
Spiegel.de, 14.06.2012: So krank ist Deutschland

Depressionen und Vitamin D bei Heranwachsenden

Schwedische Wissenschaftler untersuchten die Konzentrationen von 25-OH-Vitamin-D bei 54 depressiven Jugendlichen. Die Studie zeigte, dass depressive Jugendliche häufig niedrige Vitamin-D-Spiegel aufwiesen. Es gab einen positiven Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und dem Wohlbefinden. Nach einer Supplementierung von Vitamin D verbesserten sich die Symptome der Depression.

Referenz:
Högberg G. et al.: Depressed adolescents in a case-series were low in vitamin D and depression was ameliorated by vitamin D supplementation. Acta Paediatr. 2012 Feb. 28.

Vitamin-D-Mangel bei Altenheimbewohnern

Forscher aus Belgien bestimmten die Vitamin-D-Konzentration bei 589 gesunden Altenheimbewohner. Außerdem wurde die Lebensqualität mit Hilfe eines Fragebogens bestimmt sowie die Einnahme von Antidepressiva und Anxiolytika. Fast die ganze Studienpopulation hatte einen Vitamin-D-Mangel. Die Senioren mit den niedrigsten Vitamin-D-Spiegeln klagten häufiger über depressive Symptome und hatten auch einen höheren Verbrauch an Psychopharmaka.

Referenz:
Verhoeven V. et al.: Walk on the sunny side of life – epidemiology of hypovitaminosis D and mental health in elderly nursing home residents. J Nutr Health Aging. 2012; 16(4):417-20;

Depressionen häufig bei Typ-1-Diabetikern

Pakistanische Wissenschaftler untersuchten die Häufigkeit von Depressionen bei Typ-1-Diabetikern. Außerdem wurde die Tryptophankonzentration im Plasma bestimmt. An der Studie nahmen 50 männliche und 50 weibliche Patienten mit Typ-1-Diabetes teil, die mit einer Kontrollgruppe gesunder Personen verglichen wurden.

Bei den Typ-1-Diabetikern waren signifikant häufiger Symptome einer Depression nachweisbar. Sowohl bei den männlichen wie auch bei den weiblichen Patienten zeigte sich eine signifikante Verminderung der Tryptophanspiegel im Plasma. Die Häufigkeit von Depressionen scheint also bei Typ-1-Diabetikern deutlich erhöht zu sein, wobei verminderte Serotoninspiegel im Gehirn dafür verantwortlich sein dürften.

Referenz:
Saida Haider et al.: Greater prevalence of depression in type-1-diabetic patients: Correlation with decreased plasma tryptophan. IOSR Journal of Pharmacy, Vol.2, Issue 1, Jan-Feb. 2012, pp.057-061

Homocystein und Depressionen

Wissenschaftler aus Nigeria bestimmten die Werte von Homocystein, Vitamin B12 sowie von Gesamtcholesterin, HDL und LDL und die Tryptophankonzentrationen bei 30 Patienten mit Depressionen und bei 30 scheinbar gesunden Versuchspersonen. Die Patienten mit Depressionen hatten signifikant höhere Homocysteinspiegel, und die Konzentrationen von Vitamin B12, Gesamtcholesterin, HDL und LDL waren signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen.

Referenz:
Ebesunun MO et al.: Elevated plasma homocysteine in association with decreased vitamin B12, folate, serotonin, lipids and lipoproteins in depressed patients. Afr J Psychiatry (Johannesbg). 2012 Jan; 15(1):25-9.

Depressionen – welche Rolle spielt Vitamin D?

Niedrige Vitamin-D-Spiegel können mit Depressionen in Verbindung gebracht werden. Das ergab die Auswertung einer sehr großen, umfassenden Studie, die von Wissenschaftlern des UT Southwestern Medical Center durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen an der Studie „Cooper Center Longitudinal Study“ 12.600 Personen teil.

Die US-Forscher stellten fest, dass höhere Vitamin-D-Spiegel mit einem stark verminderten Risiko für Depressionen verbunden sind. Menschen, die an Depressionen leiden, sollten unbedingt ihren Vitamin-D-Status überprüfen lassen – das empfiehlt ausdrücklich Dr. Brown, Leiter der Studie.

Ob niedrige Vitamin-D-Spiegel zu den Symptomen einer Depressionen beitragen oder ob Depression zu niedrigen Vitamin-D-Spiegeln führen, war nicht Gegenstand der Studie. Es gibt jedoch Hinweise, dass Vitamin D Neurotransmitter, Entzündungsmarker und andere Faktoren, die in Verbindung mit Depressionen stehen, positiv beeinflusst.

Referenz:
Science Daily, 05.01.2012: Low Vitamin D levels linked to depression, psychiatrists report

Hat Folsäure einen Einfluss auf die Stimmung?

Japanische Wissenschaftler untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen niedrigen Folsäurekonzentrationen und Depressionen. Dazu wurde bei 141 jungen Frauen im Alter zwischen 18 und 28 Jahren die Folsäurekonzentration bestimmt. Außerdem gaben die Japanerinnen innerhalb eines international üblichen Fragebogens (the Center for Epidemiologic Studies Depression scale) Auskunft bezüglich Depressionen.

Frauen mit erhöhten Depressions-Scores hatten häufiger einen Folsäure-Mangel als Frauen mit niedrigen Depressions-Scores. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine niedrige Folsäure- und Vitamin-B6-Aufnahme signifikant mit Depressivität assoziiert war. Eine Folsäureaufnahme > 240 µg/ Tag verminderte das Depressionsrisiko. Man kann davon ausgehen, dass eine Folsäuresupplementierung das Auftreten von Depressionen vermindern kann.

Referenz:
Watanabe H et al.: Impact of dietary folate intake on depressive symptoms in young women of reproductive age; J Midwifery Womens Health 2012 Jan; 57(1): 43-8


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