Angst, Depressionen & Co:

Welche Mikronährstoffe wichtig sind

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum die Ernährung unser Nervensystem beeinflusst

Frau isst

Je nachdem was wir essen und wie viel wir essen, hat dies eine große Wirkung auf Denkprozesse und Verhalten. Hintergrund ist, dass die Mikro- und Makronährstoffe die Biochemie des Gehirns beeinflussen.

Zu diesem Thema publizierten polnische Wissenschaftler einen Fachartikel.

Das Gehirn ist auf eine kontinuierliche Zufuhr ausreichender Nährstoffe angewiesen. Wenn es um die Versorgung mit Nährstoffen geht, hat das Gehirn gegenüber allen anderen Organen Vorrang, ggf. werden die Nährstoffe von anderen Organen abgezogen, was dann zulasten der Gesundheit der Organe geht.

Das Gehirn hat einen sehr hohen Nährstoffbedarf: Obwohl es nur zwei Prozent des Körpergewichts ausmacht, verbraucht es etwa 20 bis 23 Prozent des Grundumsatzes. Glukose ist der wichtigste Energielieferant für das Gehirn. Die Nervenzellen des Gehirns benötigen 80 Prozent der gesamten Glukose und des Sauerstoffs.

Die ungesättigten Fettsäuren sind ebenso wesentliche Nährstoffe des Gehirns. Ungesättigte Fettsäuren machen 15 bis 20 Prozent der Trockenmasse des Gehirns und über 30 Prozent aller Fettsäuren im Nervensystem aus. Die Omega-3-Fettsäuren beeinflussen die Bildung von entzündungsfördernden Zytokinen, scheinen auf den Serotoninstoffwechsel zu wirken, beeinflussen die Lebensspanne der Neuronen und vieles mehr.

Bekanntlich benötigt das Gehirn auch eine ausreichende Zufuhr von Proteinen; sie dienen als Quelle für Aminosäuren. Hier seien u. a. die schwefelhaltigen Aminosäuren erwähnt, die für die Synthese von Glutathion notwendig sind. Glutathion ist eines der wichtigsten Antioxidantien im Gehirn.

Weitere wichtige Aminosäuren für das Gehirn sind u. a. Taurin, eine Aminosäure, die möglicherweise das Risiko für die Entstehung von neurodegenerativen Erkrankungen vermindern kann. Aminosäuren sind außerdem die Ausgangssubstanzen für die Bildung von Botenstoffen wie z. B. Serotonin aus der Aminosäure Tryptophan, sind Vorstufen der Katecholamine Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin oder fungieren selbst als Botenstoffe.

Da das Gehirn mit seinen fetthaltigen Strukturen in hohem Maße an freien Radikalen ausgesetzt ist, ist es auf eine auseichende Versorgung mit Antioxidantien angewiesen.  

So korreliert die Bildung von Peroxiden mit der täglichen Vitamin-E-Aufnahme.

Auch die B-Vitamine haben eine zentrale Funktion für das Gehirn, wie z. B. das Vitamin B1, das in seiner aktiven Form eine Bedeutung für das serotonerge und adrenerge System hat, weil es an der Nervenimpulsübertragung beteiligt ist.

Das Vitamin B2 ist nicht nur wichtig, um Glutathion in seiner reduzierten Form zu halten, es hat auch einen Einfluss auf die Synthese der Katecholamine und auf die Bildung von GABA.

Generell kann ein Mangel der B-Vitamine zu einer krankhaften Veränderung des Myelins führen und auch die Entstehung von Depressionen fördern.

Auch Spurenelemente und Mineralstoffe wie Eisen, Calcium Magnesium, Kupfer, Mangan, Zink, Jod und Selen sind für die Hirnfunktion wichtig. Eisen ist z. B. wichtig für die Bildung von Nervenbotenstoffen wie Serotonin und zusammen mit Zink, Magnesium und Kupfer ein wichtiger Modulator der glutamatergen Nervenimpulsübertragung.

Ein niedriger Zinkspiegel wird mit Entzündungen in Verbindung gebracht, die bei Depressionen auftreten können.

  • Wendołowicz A, Stefańska E et al.: Influence of selected dietary components on the functioning of the human nervous system; Rocz Panstw Zakl Hig. 2018;69(1):15-21.
  • http://www.diagnostisches-centrum.de/fach-infos/153-sonstige-fachartikel/1703-wie-wirken-ernaehrungsbestandteile-auf-das-nervensystem.html

 

Studien über Mikronährstoffe

studien

 

 

Mikronährstoffe im Blut bestimmen

Laboranalyse

 

Mikronährstoffe und Gehirn

Gehirn

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Zinkkonzentration bei Depressionen

Wissenschaftler aus Polen untersuchten in einer Studie bei Patienten mit depressiver Episode die Zinkkonzentrationen im Blut. An der Studie nahmen 69 Patienten mit aktiver depressiver Episode, 45 Patienten in Remission und 50 Kontrollpersonen teil. Die Ergebnisse der Zinkbestimmung zeigte, dass die Zinkkonzentration in der depressiven Phase statistisch niedriger war als bei gesunden Kontrollpersonen. Der Zinkspiegel bei Patienten in Remission unterschied sich nicht signifikant von denen der Kontrollpersonen. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Serum-Zinkkonzentration als möglicher biologischer Marker bei der depressiven Episode anzusehen sei.

Referenz:
Styczeń K et al.: The serum zinc concentration as a potential biological marker in patients with major depressive disorder. Metab Brain Dis. 2016 Aug 8.

Antioxidative Vitamine und Störungen der Hirnfunktion bei Alkoholikern

Spanische Wissenschaftler untersuchten bei alkoholkranken Patienten die Konzentrationen verschiedener Vitamine sowie die Konzentrationen proinflammatorischer Zytokine und Malondialdehyd. Bei Alkoholikern führte die Störung der Leberfunktion zu einer Veränderung der Serumkonzentration von Vitamin A, die auch mit Veränderung des Gehirns verbunden war. Auch die Vitamin-E-Spiegel waren vermindert. Die Verminderung der Vitamin-Konzentrationen war am größten bei Patienten mit Kleinhirnatrophie.

Referenz:
González-Reimers E et al.: Antioxidant vitamins and brain dysfunction in alcoholics. Alcohol Alcohol. 2013 Sep 25. Epub

Ernährungsgewohnheiten und Depressionen

Koreanische Forscher untersuchten bei Mädchen und jungen Frauen im Alter von 12 bis 18 Jahren den Einfluss von Ernährungsgewohnheiten auf Symptome einer Depression. Sie konnten einen Zusammenhang zwischen Depressionen und dem Verzehr von Fertignahrungsmitteln und verarbeiteten Nahrungsmitteln nachweisen. Eine niedrige Zufuhr von grünem Gemüse und Obst erhöhte das Risiko für Depressionen. Die Zufuhr von Ballaststoffen, Betacarotin, Vitamin B6, Vitamin E, Vitamin C, Kalium, Zink, Folsäure, Eisen und Kupfer war negativ mit dem Risiko für Depressionen assoziiert. Insbesondere in dieser Altersspanne sollte auf die Nahrungsmittelauswahl geachtet werden.

Referenz:
Tae-Hee Kim, MD, PhD, Ji-young Choi, MS et al.: Associations between Dietary Pattern and Depression in Korean Adolescent Girls; Journal of Pediatric and Adolescent Gynecology, Available online 20 April 2015

Schlafqualität bei Eisenmangelanämie

Mittels eines Fragebogens wurden bei 104 Patienten mit Eisenmangelanämie und bei 80 gesunden Kontrollpersonen die Schlafqualität sowie Ängstlichkeit und Depressivität analysiert. Bei den Anämiepatienten wurden sowohl höhere Depressions- wie auch Ängstlichkeits-Scores festgestellt. Außerdem war die totale Schlafqualität bei den Patienten mit Anämie signifikant schlechter als bei den Kontrollpersonen. Die Beeinträchtigung der Schlafqualität zeigte keine Assoziation zu Ängstlichkeit und zu Depressionen.

Referenzen:
Semiz Murat, Uslu Ali et al.: Assessment of subjective sleep quality in iron deficiency anaemia; Afr Health Sci. 2015 Jun; 15(2): 621–627.

Ernährung kann psychische Befindlichkeit beeinflussen

In Welt online erschien am 14.01.2016 ein Artikel, der sich mit dem Zusammenhang zwischen Nährstoffen und der Psyche beschäftigte. Ein neues Fachgebiet “Nutritional Psychology” erfreut sich zunehmender Aufmerksamkeit. Dabei geht es um die Beeinflussung der psychischen Befindlichkeit durch die Ernährung. Bis heute werden Medikamente als anerkannte Behandlungsweise für Menschen mit schweren psychischen Krankheiten betrachtet. Dabei haben immer mehr neue Studien gezeigt, dass das Risiko für Depressionen in erheblichem Umfang vom Ernährungsstil beeinflusst werden kann. Es wurde z.B. nachgewiesen, dass eine modifizierte mediterrane Ernährung das Risiko senkte, später an Depressionen zu erkranken. Auch Nahrungszusätze könnten Linderung bringen. So wurde ein Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und dem Schizophrenie-Risiko nachgewiesen. Gute Erfahrungen liegen mit Nährstoffkombinationen vor, die genauer auf den körperlichen Bedarf zugeschnitten sind.

Referenz:
welt.de, 14.01.2016: Wie die Ernährung Depressionen beeinflusst


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