Eine Mikronährstofftherapie kann bei Angsterkrankungen hilfreich sein

    Angsterkrankungen zählen neben den Suchterkrankungen und Depressionen zu den häufigsten psychiatrischen Störungen; immerhin betreffen sie 14 Prozent aller Deutschen.
    Die große Zahl der Betroffenen in den Industrieländern könnte durchaus damit zu tun haben, dass die Versorgung mit Mikronährstoffen alles andere als optimal ist. So haben die britische Verbraucherorganisation Sustain und die Mental Health Foundation Anfang 2006 die Ergebnisse einer großen Untersuchung in Großbritannien der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Hauptergebnis war, dass die immer schlechtere Ernährung bei der britischen Bevölkerung zunehmend zu Depressionen, nachlassendem Gedächtnis und verminderter Konzentrationsfähigkeit führt.

    Nach neuesten Zahlen sind in Deutschland mindestens 1,5. Millionen Menschen mangelernährt. Das war der Tenor einer Ende Juni 2007 in Berlin vorgestellten Studie der Beratungsgesellschaft Cepton. Weiter heißt es: „Lediglich ein Drittel der mangelernährten Patienten wird klinisch therapiert.“

    Unter dem Strich lässt sich sagen, dass zu fett, zu süß und zu wenig Obst und Gemüse gegessen wird. Daraus resultiert die logische Konsequenz, dass die Versorgung mit bestimmten lebensnotwendigen Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Aminosäuren und Fettsäuren bei einem Großteil der Bevölkerung unzureichend ist - mit zum Teil gravierenden Folgen.

    Viele dieser Vitalstoffe sind an der Bildung und am Stoffwechsel wichtiger neurochemischer Signalsubstanzen beteiligt, die unser Fühlen, Denken und Handeln wesentlich beeinflussen.

    Im Gegensatz zu den depressiven Erkrankungen gibt es bisher für die Angsterkrankungen aus Sicht der Neurobiologie kein klar formuliertes Modell. Trotzdem ist die Wirksamkeit verschiedener Mikronährstoffe bei Angsterkrankungen nachgewiesen.

    Einen besonderen Stellenwert in der orthomolekularen Behandlung von Angsterkrankungen nehmen die Aminosäuren ein, da sie Vorreiter bestimmter Neurotransmitter sind oder selbst als Neurotransmitter fungieren. Bei Gabe mancher Amionsäuren wie z.B. Glycin und Lysin wurde auch eine Milderung der Beschwerden beobachtet. Neurotransmitter sind Signalstoffe, die zwischen den Nervenzellen übertragen werden und bestimmte Wirkungen erzielen: z.B. beruhigende, dämpende, stimmungsaufhellende, aufmunternde, wachmachende, konzentrationsfördernde etc. Ein Neurotransmitter mit beruhigender Wirkung ist z.B. GABA (Gamma-Aminobuttersäure). Die Benzodiazepine, häufig verwendete Psychopharmaka bei Angsterkrankungen, wirken über das GABAerge System. GABA kann aus der Aminosäure Glutamin gebildet werden. Für die Aktivierung der GABA-Rezeptoren spielt auch die Aminosäure Taurin ein Rolle.

    Der Neurotransmitter Serotonin, der ja bekanntlich einen stimmungsaufhellenden Effekt hat, kann ebenfalls bei Angsterkrankungen von Bedeutung sein. Gebildet wird Serotonin aus der Aminosäure Tryptophan. Allerdings sind Angsterkrankungen nicht unbedingt Serotoninmangelerkrankungen. Es muss immer im Einzelfall geprüft werden, ob ein Tryptpohan-/ Serotoninmangel vorliegt, der dann die Grundlage für eine gezielte Supplementierung ist. Dieser wichtige Grundsatz ist im Übrigen auf alle Aminosäuren anzuwenden.

    Weitere Mikronährstoffe, die bei der Behandlung von Angsterkrankungen berücksichtigt werden sollten, findet man in der Gruppe der B-Vitamine. Vitamin B1 kann bei psychischen Befindlichkeitsstörungen und Hirnleistungsstörungen hilfreich sein. Wenn der Vitamin-B1-Spiegel zu niedrig ist, kann es zu einer vermehrten Milchsäurebildung kommen, die dann das Risiko für Panikattacken erhöht. Die Vitamine B6, B12 und Folsäure sind aus verschiedenen Gründen für das Nervensystem erforderlich: Sie dienen der Energieversorgung der Nervenzelle, sind am Aminosäurenstoffwechsel und am Neurotransmitterstoffwechsel beteiligt und werden für die Auskleidung der Nervenzellwände gebraucht. Außerdem senken sie den Homocysteinspiegel, der mit einer depressiven Stimmungslage assoziiert ist. Da Angststörungen häufig mit Depressionen einhergehen, empfiehlt sich in jedem Fall eine Überprüfung der Versorgung mit diesen B-Vitaminen.

    Das Zusammenspiel der einzelnen Mikronährstoffe ist sehr komplex. Für das Nervensystem sind noch weitere Mikronährstoffe von großer Bedeutung wie z.B. Tyrosin, Phenylalanin, Magnesium, Calcium, Zink, Selen, Vitamin C.

    Auch für den Stoffwechsel des Nervensystems gilt, dass dieser nur optimal funktionieren kann, wenn alle erforderlichen Mikronährstoffe zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.

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    Studien über Mikronährstoffe

    studien

    Mikronährstoffe im Blut bestimmen

    Laboranalyse

    Mikronährstoffe und Gehirn

    Gehirn

    studien

    Vitamin-D-Spiegel und Hirnvolumen

    Wissenschaftler aus Norwegen und Schweden konnten mittels Kernspintomografie nachweisen, dass ein höherer Vitamin-D-Spiegel mit einem höheren Masse an grauer Hirnsubstanz assoziiert war. Eine höhere Vitamin-D-Konzentration hat offensichtlich einen Schutzeffekt auf die Masse der grauen Hirnsubstanz.

    Referenz:
    Soares, Jelena Zugic, Pettersen, Renate et al.: Vitamin D Levels, APOE Allele, and MRI Volumetry Assessed by NeuroQuant in Norwegian Adults with Cognitive Symptoms; Journal of Alzheimer's Disease, vol. Pre-press, no. Pre-press, pp. 1-11, 20201

     

    Vitamin-D-Supplementierung verbessert kognitive Funktionen

    Wissenschaftler aus China untersuchten in einer zwölfmonatigen Doppelblindstudie den möglichen Effekt einer Vitamin-D-Supplementierung auf kognitive Funktionen bei Patienten mit milder kognitiver Störung. Sie konnten nachweisen, dass die Vitamin-D-Supplementierung die kognitiven Funktionen infolge Reduzierung von oxidativem Stress verbesserte. In der Vitamin-D-Gruppe war die Telomerenlänge der Leukozyten signifikant höher als in der Placebogruppe. Die Länge der Telomere ist ein Maßstab für das biologische Alter.

    Referenz:
    Vitamin D Supplementation Improves Cognitive Function Through Reducing Oxidative Stress Regulated by Telomere Length in Older Adults with Mild Cognitive Impairment: A 12-Month Randomized Controlled Trial; Journal: Journal of Alzheimer's Disease, vol. Pre-press, no. Pre-press, pp. 1-10, 2020

     

    Folsäure und Vitamin B12 beeinflussen kognitive Funktionen

    US-Wissenschaftler untersuchten bei 1.408 Teilnehmern der Boston Puerto Rican Health Study die Serumkonzentrationen von Folsäure und Vitamin B12 und untersuchen deren Zusammenhang mit der Hirnleistungsfähigkeit. Sowohl niedrige Vitamin-B12-Spiegel wie auch niedrige Folsäurespiegel waren mit schlechteren kognitiven Funktionen in dieser Studienpopulation assoziiert. Ein Vitamin-B12-Mangel war relativ häufig. Neuen Prozent der Studienteilnehmer hatten Vitamin-B12-Konzentrationen unter 200 Nanogramm/Liter.

    Referenz:
    Tahani Boumenna, Tammy M Scott et al.: Folate, vitamin B-12, and cognitive function in the Boston Puerto Rican Health Study; Am J Clin Nutr . 2020 Nov 12;nqaa293.

     

    Antioxidative Vitamine und Hirnleistungsfähigkeit

    Wissenschaftler aus den USA und Großbritannien untersuchten anhand von Daten von 1.251 Studienteilnehmern den möglichen Zusammenhang zwischen antioxidativen Vitaminen und der Hirnleistungsfähigkeit. Das Zusammenwirken zwischen Vitamin E und Carotinoiden war mit einer besseren kognitiven Leistungsfähigkeit assoziiert.

    Referenz:
    Yang, Tong, Wang, Huanzen: MA Beydoun, JA Canas et al.: Association of Antioxidant Vitamins A, C, E and Carotenoids with Cognitive Performance over Time: A Cohort Study of Middle-Aged Adults; Journals Nutrients 2020, Volume 12/ Issue 11 / 10.3390/nu12113558

     

    Vitamin-B1-Mangel bei schwangeren Frauen

    Brasilianische Forscher untersuchen die Vitamin-B1-Konzentrationen bei Frauen im ersten, zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel. Außerdem wurden Symptome von Ängstlichkeit und Depression per Fragebogen ermittelt. Es zeigte sich, dass niedrige Vitamin-B1-Spiegel besonders die soziale Vulnerabilität bei den schwangeren Frauen erhöhte.

    Referenz:
    Fernando Machado Vilhena Dias, Aline Sanches Oliveira et al.: Social vulnerability: The connection between psychiatric disorders and thiamine deficiency in pregnant women; Psychiatry Res. 2020 Aug 20;293:113362.

     

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