Psyche &
Orthomolekulare          
Medizin

Bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung wurde eine vermehrte Synthese des Metaboliten Kynurein aus Tryptophan mit Hilfe des Enzyms Indolamin-2,3-Dioxygenase (IDO) beobachtet. In einer Studie der Universität von Toronto wurde nun untersucht, inwieweit die IDO-Aktivierung mit depressiven Symptomen bei KHK-Patienten assoziiert war. Als Maß der IDO-Aktivierung diente das Verhältnis von Kynurein zu Tryptophan. Von den 95 KHK-Patienten, die an der Studie teilnahmen, erfüllten 24 Patienten die Kriterien für eine depressive Erkrankung.
Im Vergleich zu den nichtdepressiven Patienten zeigte sich bei den depressiven Patienten
ein Trend zu einem höheren K/T-Verhältnis. Eine Aktivierung der IDO ist mit dem Schweregrad depressiver Symptome bei KHK-Patienten assoziiert.

Referenz:
Swardfager W et al: Indoleamine 2,3-dioxygenase aktivation and depressive symptoms in patients with coronary artery disease; Psychoneuroendocrinology; 2009 Jun 18

Es ist gut belegt, dass eine Bleibelastung sowohl die Hirnleistungsfähigkeit wie auch das Verhalten von Kindern nachteilig beeinflusst. Wissenschaftler der Universität von Montreal untersuchten, in wieweit die Bleispiegel im Blut mit der Häufigkeit psychiatrischer Erkrankungen bei Erwachsenen zusammenhängt. Dazu wurden Daten von 1987 jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 39 Jahren verwendet. Die mittlere Vollblut-Blei-Konzentration war 16,1 µg/ l. Es zeigte sich, dass das Risiko für Major-Depression und Panikstörungen mit steigender Bleikonzentration signifikant zunahm. Die Personen mit Bleikonzentrationen im höchsten Quintil hatten ein 2,3-fach erhöhtes Risiko für eine Major-Depression und ein 4,9-fach erhöhtes Risiko für Panikstörungen. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass bei jungen Erwachsenen mit einer niedrigen Bleiexposition höhere Bleispiegel das Risiko für psychiatrische Erkrankungen erhöhen können. Bemerkenswert dabei ist auch, dass Bleispiegel, die man als unbedenklich eingestuft hat, die psychische Gesundheit nachteilig beeinflussen können.

Referenz:
Bouchard MF et al: Blood lead levels and major depressive disorder, panic disorder, and generalized anxiety disorder in US young adults; Arch Gen Psychiatry. 2009 Dec; 66(12): 1313-9

Auf der Jahrestagung der radiologischen Gesellschaft von Nordamerika 2009 wurde eine Studie der University of Cincinnati vorgestellt. In die Untersuchung waren 33 Erwachsene einbezogen, bei denen bereits in der Kindheit eine Bleibelastung festgestellt worden war. Es handelte sich um 14 Frauen und 19 Männer im Durchschnittsalter von 21 Jahren. Die Bleikonzentrationen der Studienteilnehmer lagen zwischen 50 und 370 µg/ l. Bei jedem der Studienteilnehmer wurde eine Kernspintomographie durchgeführt sowie zwei Testverfahren zur Beurteilung verschiedener Hirnleistung wie Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Entscheidungsfreudigkeit etc.
Das bildgebende Verfahren zeigte, dass die Studienteilnehmer mit erhöhten Blei-Blutspiegeln eine veränderte Hirnaktivität aufwiesen. Das Hirnareal für Hemmung wurde offensichtlich durch die Bleibelastung geschädigt. Außerdem konnte man einen Zusammenhang zwischen höheren Bleikonzentrationen und einer verminderten Aktivität der Parietalregion und anderer Hirnregionen beobachten. Die Autoren der Studie kommen zu der Feststellung, dass Bleischäden im Gehirn offensichtlich langanhaltend sind und auch durch eine Senkung der Bleispiegel nicht reversibel sind.

Referenz:
www.sciencedaily.com, Dec. 2, 2009: Childhood lead exposure causes permanent brain damage

Junge Erwachsene mit höheren Bleispiegeln scheinen ein erhöhtes Risiko für Mayor-Depression und Panikstörungen zu haben. In die Studie wurden die Daten von knapp 2000 jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 39 Jahren einbezogen. Die Daten stammen aus einer NHANES-Untersuchung zwischen 1999 und 2004. 6,7 Prozent der jungen Erwachsenen erfüllten die Kriterien für eine Mayor-Depression, 2,2 Prozent hatten Panikstörungen und 2,4 Prozent eine generalisierte Angststörung. Die Studienteilnehmer mit den höchsten Bleikonzentrationen im Vollblut (21,1 µg/ l) oder mehr hatten ein 2,3-fach höheres Risiko für eine Mayor-Depression und ein nahezu fünffaches Risiko für Panikattacken im Vergleich zu den Studienteilnehmern mit den niedrigsten Blei-Blutspiegeln (7 µg/ l oder weniger). Selbst niedrige Bleispiegel könnten Gehirnprozesse stören, besonders die, bei denen die Neurotransmitter Serotonin und die Katecholamine involviert sind. Die Autoren der Studie, die im Dezember 2009 in „Archives of General Psychiatry“ erschien, kamen zu dem Schluss, dass die Neurotoxizität des Bleis zu diesen psychischen Störungen beiträgt – selbst in Konzentrationen, die man im allgemeinen als niedrig oder nicht riskant ansieht.

Referenz:
www.Sciencedaily.com, Dec. 8, 2009: Young adults´blood lead levels linked to depression, panic disorder

Polnische Wissenschaftler untersuchten den Effekt einer adjuvanten Zinktherapie bei Patienten, die wegen einer Major-Depression mit Imipramin behandelt wurden. An der Studie nahmen 60 Patienten teil; sie alle erhielten etwa 140 mg Imipramin pro Tag, die Hälfte der Patienten bekamen zusätzlich 25 mg Zink oder ein Placebopräparat. Bei den Patienten, die mit Zink behandelt wurden, kam es zu einer signifikanten Verminderung der Depression-Scores und zu einer schnelleren Besserung im Vergleich zur Placebogruppe. Die Zinksupplementierung verbesserte also die Effektivität und Geschwindigkeit der therapeutischen Antwort auf Imipramin – besonders bei den Patienten, die zuvor kaum auf antidepressive Pharmakotherapien ansprachen. Es ist also davon auszugehen, dass eine Störung der glutamatergen NMDA-Rezeptoren an der Pathophysiologie der Andidepressiva-Resistenz beteiligt ist. Zink ist bekanntlich ein Antagonist an NMDA-Rezeptoren.

Referenz:
Siwek M et al: Zinc supplementation augments efficacy of imipramine in treatment resistant patients: a double blind, a placebo-controlled study. J. Affect Disord. 2009 Nov; 118(1-3): 187-95

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