Psyche &
Orthomolekulare          
Medizin

Ernährung mit hohem glykämischen Index und hoher glykämischer Last erhöht die Tryptophanverfügbarkeit bei gesunden Versuchspersonen. Wissenschaftler aus Australien untersuchten, wie sich der glykämische Index und die glykämische Last auf das Verhältnis von Tryptophan (TRP) zu anderen neutralen Aminosäuren (LNAA) auswirkte.

Eine Ernährung mit hohem glykämischen Index führte zu einem stärkeren Anstieg von TRP im Verhältnis zu LNAA als eine Ernährung mit niedrigem glykämischen Index.

Kommentar:
Das dürfte auch der Grund sein, warum man bei schlechter Laune gerne Süßigkeiten zu Stimmungsverbesserungen isst.

Referenz:
Herrera CP et al.: High-glycaemic index and -glycaemic load meals increase the availability of tryptophan in healthy volunteers; Br J Nutr. 2011 Feb 24: 1-7

Im November 2010 wurde in der Zeitschrift Psychiatry ein Artikel publiziert, der sich mit dem Stellenwert von Vitamin B12 im Rahmen einer Antidepressivatherapie beschäftigte. Die Autoren berichteten von zwei Patienten, die unter einer therapieresistenten Depression litten. Verschiedenste Antidepressiva brachten keinen Erfolg. Es konnte festgestellt werden, dass die beiden Patienten sehr niedrige Vitamin-B12-Spiegel hatten. Eine Supplementierung von Vitamin B12 führte dann sehr schnell dazu, dass die angewendeten Antidepressiva den gewünschten therapeutischen Effekt hatten. Aufgrund der Fachliteratur ist bekannt, dass Depressionen die häufigste psychiatrische Störung bei Patienten mit einem Vitamin-B12 Mangel sind. Wenn eine antidepressive Therapie nicht anspricht, sollte also unbedingt auch ein möglicher Vitamin-B12-Mangel abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden.

Referenz:
Natasha Kate et al.: Does B12 deficiency lead to lack of treatment response to conventional antidepressants?; Psychiatry (Edgemont) 2010; 7(11): 42-44

Wissenschaftler der University of Cincinnati untersuchten den Effekt von Chrompicolinat auf die Gehirnfunktion älterer Erwachsener.

In die Studie wurden 26 ältere Patienten einbezogen, die bereits erste Anzeichen eines kognitiven Abbaus aufwiesen. Die Studienteilnehmer erhielten entweder Chrompicolinat oder ein Placebopräparat über einen Zeitraum von sechs Wochen. Am Ende der Studie zeigte sich, dass in der Verumgruppe gewisse Verbesserungen hinsichtlich Lernen und Erinnerungsvermögen erkennbar waren. Kernspintomographisch konnten bei den Patienten in der Verumgruppe erhöhte Aktivitäten in einigen Hirnregionen festgestellt werden. Die Ergebnisse der Studie legen dar, dass Chrompicolinat die kognitive inhibitorische Kontrolle und die Cerebralfunktion bei älteren Menschen mit erhöhtem Risiko für neurodegenerative Erkrankungen verbessern kann.

Referenz:
Krikorian R et al.: Improved cognitive-cerebral function in older adults with chromium supplementation; Nutr. Neurosci. 2010 Jun; 13(3): 116-22

Der Hippocampus enthält besonders viel Zink. Die Zinkionen spielen mit großer Wahrscheinlichkeit für die synaptische Plastizität eine wichtige Rolle, im Besonderen für die kognitive Funktion und LTP. Ein subklinischer Zinkmangel kommt bei alten Menschen sehr häufig vor, die dadurch auch anfälliger für Depressionen werden. Ein Zinkmangel verursacht abnormale Veränderungen der Glukocortikoidsekretion, wodurch wiederum die Depressionsneigung gefördert wird. Bei einem Abfall der Zinkkonzentration im Hippocampus entstehen auch vermehrt neuropsychologische Symptome. Die Signalfunktion des Zinks im Hippocampus ist für eine gesunde Hirnfunktion erforderlich. Zink wird auch für die normale Glukocortikoidsekretion benötigt. Erhöhte Glukocortikoidkonzentrationen sind zudem an der Pathophysiologie der Depressionen beteiligt.

Referenz:
Atsushi Takeda: Zinc signaling in the hippocampus and its relation to pathogenesis of depression; Molecular Neurobiology; Doi: 10. 1007/ s12035-010-8158-9

Referenz:
Annweiler C et al.: Dietary intake of vitamin D and cognition in older women: A large population-based study; Neurology. 2010 Nov 16; 75(20): 1810-6

In einer japanischen Studie untersuchten Wissenschaftler einen möglichen Einfluss von Homocystein- und Folsäure auf Depressionen. Zu diesem Zweck wurden die Daten von 530 Probanden im Alter zwischen 21 und 67 Jahren aus dem städtischen Umfeld, davon 313 Männer und 217 Frauen, ausgewertet.

Die Symptome der Depressionen und die Schweregrade wurden anhand von Mess-Skalen ermittelt. Insgesamt zeigten sich bei über 36 Prozent der Teilnehmer, davon 113 Männer und 79 Frauen, depressive Symptome. Bei den Männern korrelierte ein erhöhter Folsäure-Serumspiegel mit einer verringerten Depressionsneigung. Darüberhinaus konnte bei den Männern auch ein Zusammenhang zwischen der Homocysteinkonzentration und den depressiven Symptomen festgestellt werden. Bei den Frauen konnte weder bei Folsäure noch bei Homocystein ein Zusammenhang mit Depressionen beobachtet werden.

Referenz:
A Nanri et al.: Serum folate and homocysteine and depressive symptoms among Japanese men and women; European Journal of Clinical Nutrition 64, 289-296

Kontakt

Diagnostisches Centrum
für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH
Löwensteinstr. 9 
D 97828 Marktheidenfeld
Tel. 0049/ (0)9394/ 97030
info@angst-depressionen.com
Go to top