Psyche &
Orthomolekulare          
Medizin

Wissenschaftler der Universität Graz publizierten im November 2017 einen Fachartikel über eine Studie an 71 depressiven Patienten und 48 gesunden Kontrollpersonen. In der Studie wurden die Konzentrationen von Tryptophan, Kynurenin und anderer Metabolite des Tryptophanabbaus bestimmt. Entgegen der Entzündungstheorie der Depression waren die Konzentrationen von Kynurenin und Quinolinsäure bei den depressiven Patienten nicht signifikant anders als bei den gesunden Kontrollpersonen. Aufgrund dieser Ergebnisse schlossen die Wissenschaftler, dass die sogenannte Tryptophan-Serotonin-Hypothese der Depression wahrscheinlicher ist als die Entzündungshypothese.

Referenz:
Baranyi A, Amouzadeh-Ghadikolai O et al.: Revisiting the tryptophan-serotonin deficiency and the inflammatory hypotheses of major depression in a biopsychosocial approach; PeerJ. 2017 Nov 2;5:e3968.

Major Depression 450

Wissenschaftler aus Japan untersuchten bei zwei Studienkollektiven depressiver Patienten die Aminosäurenkonzentrationen im Plasma. Sie konnten nachweisen, dass verschiedene Aminosäuren bei diesen Patienten verändert waren. In beiden Studiengruppen wurden konsistent verminderte Methionin- und Glutamatspiegel nachgewiesen, was die Beteiligung dieser Aminosäuren für die Entstehung der Major Depression nahelegt.

Referenz:
Ogawa S, Koga N et al.: Plasma amino acid profile in major depressive disorder: Analyses in two independent case-control sample sets; J Psychiatr Res. 2017 Sep 19;96:23-32.

Zwangserkrankungen2 450

Wissenschaftler aus Australien konnten in einer Studie nachweisen, dass eine akute Tryptophandepletion, die experimentell beigeführt wurde, zu einer signifikanten Verminderung des Kontrollverhaltens und zu vermehrten Störgedanken führte. Die Tryptophandepletion beeinflusste aber nicht die Ergebnisse von üblichen Fragebögen zur Ermittlung von Angststörungen.

Referenz:
Hood SD, Broyd A et al.: Effects of tryptophan depletion on selective serotonin reuptake inhibitor-remitted patients with obsessive compulsive disorder; J Psychopharmacol. 2017 Oct 1:269881117736916. doi: 10.1177/0269881117736916.

Wie Wissenschaftler aus Großbritannien publiziert haben, zeigte sich bei 38 Studienteilnehmern mit leichter bis moderater Alzheimererkrankung ein klarer Zusammenhang zwischen kognitivem Abbau und einem Anstieg der Homocysteinkonzentrationen. Interessant war, dass die Homocysteinkonzentration nicht mit den Konzentrationen der B-Vitamine korrelierte. Bei Alzheimerpatienten müssen also andere Faktoren zur Entstehung einer Hyperhomocysteinämie beitragen.

Referenz:
Farina N, Jernerén F et al.: Homocysteine concentrations in the cognitive progression of Alzheimer's disease; Exp Gerontol. 2017 Dec 1;99:146-150. doi: 10.1016/j.exger.2017.10.008.

Wissenschaftler aus Australien publizierten eine Metaanalyse über den Einfluss niedriger Vitamin-D-Konzentrationen auf die Hirnleistungsfähigkeit. In die Metaanalyse wurden 26 Beobachtungsstudien und drei Interventionsstudien einbezogen. Ein niedriger Vitamin-D-Status war mit einer schlechteren Hirnleistungsfähigkeit und kognitivem Abbau verbunden. In den Interventionsstudien zeigte sich keine klare Wirksamkeit einer Vitamin-D-Supplementierung. Es ist davon auszugehen, dass es wahrscheinlich ein Zeitfenster gibt, das für die Entwicklung der Erkrankung und damit auch für die Vitamin-D-Therapie wesentlich ist. Aus diesem Grund empfehlen die Autoren der Studie Langzeitstudien, in denen das optimale Timing und die Dauer einer Vitamin-D-Supplementierung herausgefunden werden soll.

Referenz:
Goodwill AM, Szoeke C: A Systematic Review and Meta-Analysis of The Effect of Low Vitamin D on Cognition; J AM Geriatr Soc. 2017 Jul 31. doe: 10.111

Wissenschaftler aus Neuseeland publizierten im August 2017 eine Studie über einen möglichen Zusammenhang der Vitamin-C-Aufnahme, der Vitamin-C-Konzentration und der Hirnleistungsfähigkeit sowie Stoffwechselveränderungen.

Die Studienteilnehmer mit der höchsten Vitamin-C-Konzentration im Plasma zeigten weniger kognitive Störungen als diejenigen mit niedrigen Vitamin-C-Konzentrationen. Die Plasma-Vitamin-C-Spiegel zeigten einen stärkeren Zusammenhang mit Markern der metabolischen Gesundheit und Hirnleistungsfähigkeit als die Vitamin-C-Aufnahme über die Nahrung.

Referenz:
John F. Pearson, Juliet M. Pullar et al.: Vitamin C Status Correlates with Markers of Metabolic and Cognitive Health in 50-Year-Olds:
Findings of the CHALICE Cohort Study; Nutrients 2017, 9, 831; doi:10.3390/nu9080831

Zur Behandlung chronischer Schmerzen werden auch Serotonin-Wiederaufnahmehemmer eingesetzt. Schon aus diesem Grund kann man davon ausgehen, dass das serotonerge System eine bedeutende Rolle für die Schmerzwahrnehmung spielt. Britische Wissenschaftler führten bei 15 gesunden Versuchspersonen einen Tryptophandepletionstest durch und untersuchten die Reizschwelle für Schmerzen bei Hitze. Eine experimentell herbeigeführte Verminderung der Tryptophankonzentration führte zu einer Senkung der Reizschwelle für Temperaturreize. Je stärker die Tryptophankonzentration abfiel, umso niedriger lag die Schwelle für schmerzhafte Hitzereize.
Dabei waren diese Effekte völlig unabhängig vom Einfluss der Tryptophandepletion auf die Stimmungslage.

Referenz:
Martin SL, Power A et al.: 5-HT modulation of pain perception in humans; Psychopharmacology (Berl). 2017 Aug 10. doi: 10.1007/s00213-017-4686-6.

Wissenschaftler aus Kanada untersuchten bei 35 körperlich gesunden Patienten mit Major Depression und bei 36 gesunden Kontrollpersonen die Spiegel von Arginin und Citrullin. Die Konzentrationen beider Aminosäuren waren bei den Patienten mit Major Depression signifikant niedriger als bei den gesunden Kontrollpersonen.
Bei Patienten mit Depressionen könnte die Verminderung der Argininspiegel eine mögliche Erklärung für die Abnahme von NO-Metaboliten sein. Außerdem könnten die niedrigen Argininspiegel auch zu dem erhöhten kardiovaskulären Risiko bei dieser Patientengruppe beitragen.

Referenz:
Hess S, Baker G et al.: Decreased serum L-arginine and L-citrulline levels in major depression; Psychopharmacology (Berl). 2017 Aug 13. doi: 10.1007/s00213-017-4712-8.

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Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten in einer Fall-Kontroll-Studie den Zusammenhang zwischen Stress, Ängstlichkeit und Vitamin D sowie der totalen antioxidativen Kapazität. Sie konnten nachweisen, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel mit mehr Stress und Angstsymptomen assoziiert waren. Der Verzehr von gehärteten Fetten war mit höheren Stress- und Angst-Scores assoziiert. Es fand sich kein Zusammenhang zwischen der Antioxidantienkonzentration und psychischen Befindlichkeitsstörungen bei Studentinnen.

Referenz:
Samira Hashemi et al.: Association of Serum Vitamin D and Total Antioxidant Capacity Levels With Stress and Anxiety in Young Female Students. Iran J Psychiatry Behav Sci.: e7790. published online 2016 December 19

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Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten bei 940 weiblichen Jugendlichen die Effektivität einer Hochdosis-Vitamin-D-Supplementierung in Bezug auf Depressions- und Aggressions-Scores. Die weiblichen Jugendlichen erhielten über einen Zeitraum von 9 Wochen 50.000 I.E. Vitamin D pro Woche. Nach neun Wochen Vitamin-D-Supplementierung zeigte sich eine signifikante Verminderung der Depressions-Scores. Die Vitamin-D-Supplementierung hatte aber keinen Effekt auf Aggressions-Scores.

Referenz:
Bahrami A et al.: High Dose Vitamin D Supplementation Is Associated With a Reduction in Depression Score Among Adolescent Girls: A Nine-Week Follow-Up Study. J Diet Suppl. 2017 Jul 31:1-10.

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