Psyche &
Orthomolekulare          
Medizin

Wissenschaftler aus Australien publizierten eine Metaanalyse über den Einfluss niedriger Vitamin-D-Konzentrationen auf die Hirnleistungsfähigkeit. In die Metaanalyse wurden 26 Beobachtungsstudien und drei Interventionsstudien einbezogen. Ein niedriger Vitamin-D-Status war mit einer schlechteren Hirnleistungsfähigkeit und kognitivem Abbau verbunden. In den Interventionsstudien zeigte sich keine klare Wirksamkeit einer Vitamin-D-Supplementierung. Es ist davon auszugehen, dass es wahrscheinlich ein Zeitfenster gibt, das für die Entwicklung der Erkrankung und damit auch für die Vitamin-D-Therapie wesentlich ist. Aus diesem Grund empfehlen die Autoren der Studie Langzeitstudien, in denen das optimale Timing und die Dauer einer Vitamin-D-Supplementierung herausgefunden werden soll.

Referenz:
Goodwill AM, Szoeke C: A Systematic Review and Meta-Analysis of The Effect of Low Vitamin D on Cognition; J AM Geriatr Soc. 2017 Jul 31. doe: 10.111

Wissenschaftler aus Neuseeland publizierten im August 2017 eine Studie über einen möglichen Zusammenhang der Vitamin-C-Aufnahme, der Vitamin-C-Konzentration und der Hirnleistungsfähigkeit sowie Stoffwechselveränderungen.

Die Studienteilnehmer mit der höchsten Vitamin-C-Konzentration im Plasma zeigten weniger kognitive Störungen als diejenigen mit niedrigen Vitamin-C-Konzentrationen. Die Plasma-Vitamin-C-Spiegel zeigten einen stärkeren Zusammenhang mit Markern der metabolischen Gesundheit und Hirnleistungsfähigkeit als die Vitamin-C-Aufnahme über die Nahrung.

Referenz:
John F. Pearson, Juliet M. Pullar et al.: Vitamin C Status Correlates with Markers of Metabolic and Cognitive Health in 50-Year-Olds:
Findings of the CHALICE Cohort Study; Nutrients 2017, 9, 831; doi:10.3390/nu9080831

Wissenschaftler aus Kanada untersuchten bei 35 körperlich gesunden Patienten mit Major Depression und bei 36 gesunden Kontrollpersonen die Spiegel von Arginin und Citrullin. Die Konzentrationen beider Aminosäuren waren bei den Patienten mit Major Depression signifikant niedriger als bei den gesunden Kontrollpersonen.
Bei Patienten mit Depressionen könnte die Verminderung der Argininspiegel eine mögliche Erklärung für die Abnahme von NO-Metaboliten sein. Außerdem könnten die niedrigen Argininspiegel auch zu dem erhöhten kardiovaskulären Risiko bei dieser Patientengruppe beitragen.

Referenz:
Hess S, Baker G et al.: Decreased serum L-arginine and L-citrulline levels in major depression; Psychopharmacology (Berl). 2017 Aug 13. doi: 10.1007/s00213-017-4712-8.

Zur Behandlung chronischer Schmerzen werden auch Serotonin-Wiederaufnahmehemmer eingesetzt. Schon aus diesem Grund kann man davon ausgehen, dass das serotonerge System eine bedeutende Rolle für die Schmerzwahrnehmung spielt. Britische Wissenschaftler führten bei 15 gesunden Versuchspersonen einen Tryptophandepletionstest durch und untersuchten die Reizschwelle für Schmerzen bei Hitze. Eine experimentell herbeigeführte Verminderung der Tryptophankonzentration führte zu einer Senkung der Reizschwelle für Temperaturreize. Je stärker die Tryptophankonzentration abfiel, umso niedriger lag die Schwelle für schmerzhafte Hitzereize.
Dabei waren diese Effekte völlig unabhängig vom Einfluss der Tryptophandepletion auf die Stimmungslage.

Referenz:
Martin SL, Power A et al.: 5-HT modulation of pain perception in humans; Psychopharmacology (Berl). 2017 Aug 10. doi: 10.1007/s00213-017-4686-6.

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Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten in einer Fall-Kontroll-Studie den Zusammenhang zwischen Stress, Ängstlichkeit und Vitamin D sowie der totalen antioxidativen Kapazität. Sie konnten nachweisen, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel mit mehr Stress und Angstsymptomen assoziiert waren. Der Verzehr von gehärteten Fetten war mit höheren Stress- und Angst-Scores assoziiert. Es fand sich kein Zusammenhang zwischen der Antioxidantienkonzentration und psychischen Befindlichkeitsstörungen bei Studentinnen.

Referenz:
Samira Hashemi et al.: Association of Serum Vitamin D and Total Antioxidant Capacity Levels With Stress and Anxiety in Young Female Students. Iran J Psychiatry Behav Sci.: e7790. published online 2016 December 19

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