Psyche &
Orthomolekulare          
Medizin

Ein schlechtes Gedächtnis muss nicht sein

Haben Sie manchmal auch ein Gedächtnis wie ein „Sieb“? Das passiert schon mal, denn die körperliche und geistige Verfassung ist nicht immer gleich gut. Sollten allerdings länger anhaltende Merk- und Konzentrationsstörungen vorliegen, lässt eine negative Auswirkung auf das soziale und berufliche Umfeld meist nicht lange auf sich warten.

Die Intelligenz des Einzelnen ist zwar genetisch bedingt, die Funktionsfähigkeit des Gehirns jedoch kann durch äußere Faktoren beeinflusst werden: Stress, ungelöste Konflikte, Hektik und Unausgewogenheit wirken einschränkend, eine positive Erziehung und eine gezielte Förderung der Hirnfunktion bereits im Kindes- und Jugendlichenalter hingegen haben einen anregenden Effekt – das ergaben zahlreiche wissenschaftliche Studien. Es wurde sogar festgestellt, dass die Neurongen sich mit zunehmener kognitiver Beanspruchung teilen: z.B. durch viel Lesen, durch Lösen kniffliger Aufgaben, durch beständiges Lernen u.ä.m.

Wichtig für die Hirnleistung ist auch eine ausreichende Sauerstoffzufuhr; deshalb ist Bewegung in frischer Luft, z.B. Wandern, Walking, Joggen oder Spazierengehen, sehr hilfreich.

Noch eine weitere Komponente ist von zentraler Bedeutung: Eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ist für ein gut funktionierendes Gehirn das A und O; zudem ist zu berücksichtigen, dass bei einer großen Stressbelastung der Bedarf an bestimmten Vitalstoffen sehr stark ansteigt.

Es ist die logische Konsequenz, dass die Ernährung die Hirnleistungsfähigkeit erheblich beeinflusst, wie es auch von wissenschaftlicher Seite immer wieder bestätigt wird. So fand Anfang Februar 2006 unter Beteiligung verschiedener Wissenschaftler und des schottischen Erziehungsministers in Edinburgh eine Konferenz zum Thema Ernährung, Verhalten und Junk-Food-Generation statt. Man geht heute davon aus, dass etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in irgendeiner Form Lernprobleme hat. Der Tenor der Konferenz war: Junk-Food hat die Gehirne der Kinder geschädigt.

 

Orthomolekulare Medizin – Hilfe für das Gehirn

Eine mangelnde Versorgung mit wichtigen Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und Aminosäuren kann sich auf die Hirnfunktion verheerend auswirken. Da die fetthaltigen Strukturen des Gehirns besonders für oxidative Schäden anfällig sind, ist eine Versorgung mit den entsprechenden Antioxidantien wie Vitamin E, C, Q10 etc. unabdingbar. Für den Energiestoffwechsel des Gehirns sind Carnitin und Q10 sehr wesentlich.

Insbesondere die Aminosäuren spielen eine herausragende Rolle für die Gehirnleistung. Aus Aminosäuren werden Botenstoffe gebildet, oder sie fungieren selbst als Botenstoffe mit den unterschiedlichsten Funktionen: Motivation, Konzentration, Aufmerksamkeit, Kreativität, Stimmung, Gedächtnisbildung etc.

 

Aminosäuren/ Aminosäurenderivate

Glutaminsäure, Glutamin

Glutaminsäure ist ein erregender Neurotransmitter im Gehirn und hat großen Einfluss auf die Gedächtnisleistung und auf das Konzentrationsvermögen des Menschen. Bei Lernstörungen kann ein Mangel an Glutaminsäure zugrunde liegen.

Aus der Aminosäure Glutamin entsteht via Glutaminsäure GABA, ein Neurotransmitter mit beruhigender Wirkung. Glutamin ist in erster Linie Energiesubstrat. Davon profitiert auch das Gehirn: Die Hirnstruktur ist auf eine lückenlose Energieversorgung angewiesen, was auch in der Regel über eine ausreichende Glukoseversorgung gewährleistet ist. Fehlt allerdings dem Stoffwechsel die Glukose, wird Glutamin als Energiesubstrat herangezogen.

Es gibt mehrere Untersuchungen, die nachweisen, dass eine Nahrungsergänzung mit Glutaminsäure und Glutamin den IQ verbessern kann.

 

Serin, Glycin

Aus diesen Aminosäuren wird zunächst das Biomolekül Cholin und dann Acetylcholin gebildet. Acetylcholin ist ein bedeutender Botenstoff, der nahezu in alle Neurotransmittervorgänge involviert ist; außerdem ist es für die Gedächtnisleistung von Bedeutung. Aber auch die Vorgängersubstanz Cholin ist für ein intaktes Gedächtnis erforderlich: Sie ist am Aufbau der Nervenzellmembran und der Myelinscheide (Ummantelung der Nervenstränge) beteiligt.

 

Arginin

Die Aminosäure Arginin ist Augangssubstanz für die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO). Im zentralen Nervensystem ist NO an der Ausbildung der Synapsen und am Langzeitgedächtnis beteiligt. Im Gehirn befindet sich die höchste NO-Konzentration. Man erinnere sich an das „Studentenfutter“: Nüsse enthalten viel Arginin!

 

Taurin

Taurin stabilisiert die Zellmembran der Nervenzellen und wirkt sich deshalb bei einer Übererregbarkeit des Nervensystems positiv aus.

 

Tyrosin

Aus Tyrosin werden im Körper die Katecholamine Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin erzeugt. Diese Substanzen sind für die Motivation und für die Konzentrationsfähigkeit sehr wichtig.

 

Carnitin

Dieses Aminosäurenderivat schleust die Fettmoleküle in die Mitochondrien, hat antioxidative Eigenschaften und verbessert die Energieversorgung der Gehirnzellen.

 

Vitamine/ Vitaminoide

Vitamin E

Vitamin E ist ein fettlösliches Antioxidans. Es schützt die fetthaltigen Strukturen des Gehirns vor freien Radikalen.

 

Vitamin C

Vitamin C vermag oxidiertes Vitamin E zu regenerieren. Bei Kindern mit verminderten Vitamin-C-Konzentrationen im Blut wurde eine verringerte Intelligenz festgestellt. Eine Vitamin-C-Supplementierung kann hingegen die Lernfähigkeit verbessern.

 

Vitamin B1

Vitamin B1 ist erforderlich für die Nervenreizweiterleitung.

 

Vitamin B6

Vitamin B6 ist notwendig für den Neurotransmitterstoffwechsel und für die Bildung der Fette der Myelinscheide – also der Ummantelung der Nervenstränge.

 

Coenzym Q10

Coenzym Q10 ist, wie Vitamin E,  ein fettlösliches Antioxidans und, es schützt ebenso wie dieses die Zellwände vor Oxidation; außerdem regeneriert es oxidiertes Vitamin E. Coenzym Q10 ist für die Energiegewinnung in den Mitochondrien unerlässlich.

 

Fettsäuren

DHA (Docosahexaensäure)

DHA ist eine Omega-3-Fettsäure, die für die Gedächtnisleistung notwendig ist; ein Mangel wird mit Lernstörungen assoziiert. Seit einiger Zeit gibt es Präparate aus Algen, die einen hohen Anteil von bis zu 35 % DHA aufweisen. Pflanzliche Omega-3-Fettsäure-Quellen  sind Leinöl, Walnussöl, Hanföl. Die in den Ölen enthaltene Alpha-Linolensäure kann zu einem geringen Teil in DHA umgewandelt werden.

 

Andere

Lecithin

Lecithin verbessert ebenfalls die Gedächtnisleistung. Dieser Stoff wird aus Cholin gebildet, das wiederum aus der Aminosäure Serin synthetisiert werden kann.

 

Fazit: Gezielte Mikronährstofftherapie

Wenn im Falle einer Gedächtnisstörung ein Mangel an Mikronährstoffen vorliegt, ist es sehr sinnvoll, dieses Defizit auszugleichen. Allerdings kann man einem Menschen einen solchen Mangel nicht einfach ansehen. Dazu bedarf es einer genauen Blutanalyse. Aufgrund des Analysenergebnisses ist die gezielte Gabe von Mikronährstoffen, insbesondere auch von hochdosierten Aminosäuren, möglich, um den Hirnstoffwechsel wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Es wird dringend abgeraten, unkontrolliert Aminosäuren ohne vorhergehende Analyse einzunehmen, weil es dadurch leicht zu einem Aminosäurenungleichgewicht, verbunden mit unterschiedlichen gesundheitlichen Risiken, kommen kann.

Kontakt

Diagnostisches Centrum
für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH
Löwensteinstr. 9 
D 97828 Marktheidenfeld
Tel. 0049/ (0)9394/ 97030
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