Psyche &
Orthomolekulare          
Medizin

Bei verschiedenen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eine Erhöhung von Entzündungsparametern nachweisbar. Sowohl Ernährungsfaktoren wie auch Stress und Depressionen können zu einer erhöhten Entzündungsaktivität des Stoffwechsels führen. Diese erfolgt über eine erhöhte Aktivität des Sympatikus, über oxidativen Stress, eine Aktivierung des NF-Kappa-B-Signalweges und durch eine vermehrte Bildung proinflammatorischer Zytokine.

Ernährungsformen, die Entzündungen begünstigen, enthalten z.B. viel raffinierte Stärke, Zucker, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren und wenig natürliche Antioxidantien, Pflanzenfasern, Vollkornprodukte etc. Weißmehlprodukte und Zucker können zu einem schnellen Anstieg der Glukose- und Insulinspiegel führen. Der hohe Zuckerspiegel nach dem Essen kann die Bildung freier Radikale und proinflammatorischer Zytokine fördern. Es gibt zunehmend Hinweise, dass in der Pathophysiologie der Depressionen auch die Entzündung eine wichtige Rolle spielt. Aus dieser Perspektive betrachtet ist es naheliegend, dass entzündungsfördernde Ernährungsformen auch die Entstehung depressiver Symptome begünstigen.

Psychosozialer Stress und Depressionen können das Risiko für Infektionserkrankungen erhöhen, zu einer längeren Erkrankungsdauer führen und z.B. auch die Wundheilung verzögern. All diese Vorgänge wiederum können die Bildung proinflammatorischer Zytokine erhöhen. Auch ohne Infektion oder Verletzung fördert Stress die Bildung proinflammatorischer Zytokine. Durch psychosozialen Stress kommt es zu einem Anstieg der Noradrenalinkonzentration, was wiederum die Aktivierung des NF-Kappa-B-Signalwegs bewirkt. Bei Menschen in Lebenssituationen mit chronischem Stress wurde auch oxidativer Stress nachgewiesen, der sich in erhöhten Spiegeln von F-2-Isoprostanen zeigte.

Psychosozialer Stress und Depressionen wiederum beeinflussen auch die Auswahl von Nahrungsmitteln. Es ist z.B. bekannt, dass anhaltender Stress zu einem vermehrten Verzehr von Süßigkeiten und Fastfood führen kann, gesunde Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse werden dann weniger gegessen. Allgemein gesprochen: Stress und Depressionen führen zu einer Bevorzugung ungesunder Nahrungsmittel, die wiederum die Entzündungsbereitschaft steigern. Stress beeinflusst auch erheblich die Stoffwechselreaktionen auf die Nahrungsaufnahme, z.B. ist der oxidative Stress nach fettreichen Mahlzeiten deutlich höher als bei nicht gestressten Menschen.

Es gibt also vielfältige Zusammenhänge zwischen Stress und Depressionen einerseits und Ernährungsfaktoren andererseits. Besonders ungünstig wirkt sich natürlich der Verzehr entzündungsfördernder Nahrungsmittel aus, wenn gleichzeitig Stress und Depressionen bestehen.

Referenz:
Janice K. Kiecolt-Glaser, PhD: Stress, food, and inflammation: Psychoneuroimmunology and nutrition and the cutting edge; Psychosomatic Medicine 72:000 – 000 (2010)

Kommentar:
Mit verschiedenen Mikronährstoffen können die Folgen von chronischem Stress vermindert werden. Auch die Entzündungsbereitschaft ist durch eine geeignete Mikronährstofftherapie beeinflussbar. Gerade Menschen, die aus beruflichen oder familiären Gründen einem erhöhten Stresslevel ausgesetzt sind, sollten auf ihre Mikronährstoffversorgung achten. Die Basis für eine gezielte Zufuhr von Mikronährstoffen ist eine vorausgehende Blutuntersuchung.

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