Psyche &
Orthomolekulare          
Medizin

Die ganz normale Angst

Es gibt viele Ursachen für die Angst. Angst in einer kritischen Situation ist nichts Negatives, dann nämlich, wenn sie uns durch eine angemessene Reaktion vor einem drohenden Unheil bewahren möchte. Neben einer begründeten Alarmreaktion gibt es noch viele andere Auslöser für Angst: z.B. ein gegenwärtiges oder vergangenes belastendes Lebensereignis, Sorgen und Nöte oder auch körperliche Beschwerden, wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schilddrüsenerkrankungen u.a.m.

Ausgelöst wird die Angstreaktion im so genannten Mandelkern – einer Hirnstruktur, die für die Verarbeitung von Emotionen eine entscheidende Rolle spielt.

Die Angstreaktion führt zu einer Aktivierung des sympathischen Nervensystems; Dabei werden Adrenanlin und Noradrenalin vermehrt ausgeschüttet. Bei länger andauernden Angstzuständen kommt es auch zu einer Anregung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse, was zu einer vermehrten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol führt.

Im Falle einer Gefahr, z.B. wenn ein entgegenkommendes Fahrzeug plötzlich auf unsere Fahrbahnseite wechselt, wird der Körper durch o.g. Mechanismen in höchste Alarmbereitschaft gebracht. Dadurch können wir blitzschnell reagieren, um diese Todesgefahr abzuwenden. In dieser Schrecksekunde erfährt man normalerweise „Todesangst“: Das Herz schlägt schneller, die Muskeln sind angespannt, das Reaktionsvermögen wird beschleunigt etc. Das Angstgefühl, verbunden mit der sekundenschnellen unbewussten Reaktion - in dem genannten Fall z.B. das Lenkrad herumzureißen, um dem entgegenkommenden Fahrzeug auszuweichen - bewahrt hier vor einem schwerwiegenden Verkehrsunfall.

Die körperlichen Symptome der Angst werden vom vegetativen Nervensystem gesteuert; im Falle einer drohenden Gefahr sind die Aufmerksamkeit und die Reaktionsgeschwindigkeit erhöht. Weitere Symptome können sein: Schwitzen, Zittern, Schwindelgefühl, Herzrasen, Herzkopfen, erhöhter Blutdruck, flache und schnelle Atmung, Beklemmungsgefühle bis zu Brustschmerzen etc.
    

      

Krankhafte Angst

Im Falle krankhafter Angstzustände oder einer regelrechten Angsterkrankung kommt das Angstgefühl völlig unerwartet und es gibt keinen ersichtlichen Grund für diesen Zustand. Die aufgrund eines bestimmten Ereignisses aufsteigende  Angst und die entsprechende Reaktion stehen in keinem plausiblen Verhältnis zueinander und erscheinen für gesunde Menschen aufgrund eines bestimmten Ereignisses völlig überzogen.


Angst oder Ängste kann man als Krankheit bezeichnen, wenn sie

  • unangemessen intensiv und häufig auftreten,
  • lang andauern,
  • mit einem Verlust der Kontrolle über Auftreten und Dauer verbunden sind,
  • dazu führen, dass Angstsituationen aus dem Wege gegangen wird,
  • Einschränkungen im Leben und
  • starkes Leiden verursachen.

Permanente Angst kann das Verhalten und das Denk- und Konzentrationsvermögen verändern, d.h. sie schränkt die Lebensqualität des Betroffenen sehr stark ein. Der Leidensdruck eines Angsterkrankten kann daher sehr groß sein und ist meistens mit einer Depression gekoppelt.

Eine Angsterkrankung ist ernst zu nehmen und gehört in fachärztliche Behandlung!

 

Grundformen der Angst

Es gibt verschiedene Grundformen der Angst mit unterschiedlichen Ursachen und Symptomen.


Panikstörungen

Bestimmte Situationen, die im Normalfall keinen Anlass zur Angst geben, sind Auslöser für plötzliche unerwartete Angstattacken. Diese äußern sich in vielfältigen körperlichen Symptomen wie z.B. Herzklopfen, Brustschmerzen, Erstickungsanfälle, Schwindel etc.; die Betroffenen schildern des Zustand so, dass sie das Gefühl haben, die Kontrolle über sich und ihr Leben zu verlieren und zu sterben... Auslöser kann schon eine rote Ampel oder ein unerwarteter Lichtausfall sein.


Phobische Störungen

Die Klaustrophobie, die krankhafte Angst vor geschlossenen Räumen, ist die ist die häufigste Phobieform. Sie zeigt sich meistens in einer Panikattacke. Bei dieser Erkrankung werden Orte und Situationen gemieden, aus denen eine Flucht nur schwer möglich ist, z.B. Fahrstühle, öffentliche Verkehrsmittel, öffentliche Veranstaltungsräume, Warteschlangen im Supermarkt u.ä.m. Oft meiden die Erkrankten Menschenmengen und kapseln sich ab. Bei schweren Erkrankungen geht es so weit, das die Betroffenen das Haus nicht mehr verlassen.

Das Gegenstück zur Klaustrophobie ist die Agoraphobie (Platzangst). Die von dieser Krankheit befallenen Menschen haben panische Angst, alleine über freie Plätze oder Straßen zu gehen.

Sind die Ängste vor sozialen Situationen unangemessen starke, so spricht man von einer sozialen Phobie. Sie äußert sich z.B. in Angst,  etwas zu sagen oder in Gegenwart anderer zu essen. Der Betreffende meidet Situationen, in denen er beachtet wird oder im Mittelpunkt steht.   

Weitere Phobien sind z.B. die Angst vor Spinnen, Höhenangst, Flugangst, Angst vor Wasser (Schwimmen) etc;  man nennt sie auch spezifische Phobien. Die Angstreaktion auf eine spezifische Situation ist auch hier völlig überzogen.


Generalisierte Angststörung

Es steht nicht die Angst vor einer bestimmten Situation im Vordergrund, sondern der Patient wird von dauerhaften Ängsten und Sorgen geplakt; er belastet sich mit Befürchtungen, die völlig übertrieben sind und meist jeder Grundlage entbehren. Diese Ängststörung bezieht sich auf vielfältige Bereiche des Lebens, wie z.B. auf den Arbeitsplatz, das Vermögen, die Kinder etc, und geht mit einem starken Grübeln einher; die Patienten sind unruhig, angespannt, leiden unter Schlafstörungen, Magenbeschwerden etc.


Posttraumatische Belastungsstörung

Ein schwerer Schicksalsschlag, der eventuell schon Monate oder Jahre zurückliegt, wie z.B. ein Erdbeben, eine Vergewaltigung, ein Unfall etc., ist die Ursache für immer wieder aufkommende große Ängste in bestimmten Situationen, die an das vergangene Trauma erinnern.

 

Angst und die Orthomolekulare Medizin

Wie bei allen psychischen Erkrankungen empfiehlt sich bei Angststörungen eine Unterstützung des Neurotransmitterhaushalts. Es helfen hierbei bestimmte Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren.

Vom Neurotransmitter Serotonin weiß man, dass ein Mangel nicht nur zu Depressionen, sondern auch zu Angststörungen führen kann. Serotonin wird aus der Aminosäure Tryptophan gebildet. Vitamin B6 kann  den Serotoninspiegel im Blut erhöhen.

B-Vitamine helfen nicht nur im Aminosäuren- und Neurotransmitterstoffwechsel, sondern haben noch weitere nützliche Effekte.

Bei manchen Menschen mit Angststörungen wird ihr Leiden durch Milchsäure verstärkt; Vitamin B1 kann dem entgegenwirken. Vitamin B6, B12 und Folsäure sind für den Homocysteinabbau erforderlich. Homocystein ist ein Stoffwechselprodukt des Aminosäurenstoffwechsels; ein Überschuss ist mit schlechter Stimmung und Angst assoziiert.

Der Aminosäure Glycin wurde in einer Studie ein angstlösender Effekt nachgewiesen. Nach neueren Studien kann ein Lysinmangel stressinduzierte Ängstlichkeit verstärken.

Generell sind bei Angsterkrankungen alle Mikronährstoffe zu berücksichtigen, die auch bei Depressionen angezeigt sind.

Im Rahmen einer Orthomolekularen Therapie empfiehlt sich auf alle Fälle die Durchführung einer Blutanalyse um den genauen Bedarf an Mikronährstoffen zu ermitteln. Nur dann besteht die optomale Voraussetzung für eine effektive Mikronährtoff-Therapie.

Kontakt

Diagnostisches Centrum
für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH
Löwensteinstr. 9 
D 97828 Marktheidenfeld
Tel. 0049/ (0)9394/ 97030
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