Lithium senkt Selbstmordrate
Vitamin D und Persönlichkeit
Glykämischer Indes und
Tryptophanverfügbarkeit
Vitamin-B12-Mangel verschlechtert Wirksamkeit von Antidepressiva
Chrom verbessert Gehirnfunktion
Zinkmangel erhöht
Depressionsrisiko
Lithium senkt Selbstmordrate
Wissenschaftler der
Medizinischen Universität Wien bestätigten, dass Lithium einen positiven Effekt
auf die Psyche ausübt und sogar die Selbstmordrate senken kann.
Das geht aus einer Studie
hervor, die im Mai 2011 im „British Journal of Psychiatry“ veröffentlicht wurde.
Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass bereits geringe Konzentrationen
dieses Spurenelements messbare Effekte auf die Gesundheit haben könnte.
Die Wissenschafter um
Nestor Kapusta nahmen 6460 Trinkwasserproben aus 99 österreichischen Bezirken
und verglichen die Lithiumwerte mit den dortigen Suizidraten. Sie kamen zu
folgendem Ergebnis: „Je höher der Lithiumwert im Trinkwasser ist, desto
niedriger ist die Suizidrate.“
Kommentar:
Nach unserer Laborerfahrungen sind bei den meisten Patienten zu niedrige
Lithiumkonzentrationen im Blut nachweisbar. Wir empfehlen insbesondere allen,
die unter psychischen Befindlichkeitsstörungen leiden, den Lithiumgehalt im Blut
einmal testen zu lassen, um dann eine gezielte Therapie mit diesem Spurenelement
durchführen zu können.
Referenz:
Wienerzeitung.at, 01.06.2011: Lithium senkt Selbstmordrate
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Folsäuremängel und erhöhte Homocysteinwerte
bei Männern fördern Depressionen
In einer japanischen Studie untersuchten Wissenschaftler einen möglichen
Einfluss von Homocystein- und Folsäure auf Depressionen. Zu diesem Zweck wurden
die Daten von 530 Probanden im Alter zwischen 21 und 67 Jahren aus dem
städtischen Umfeld, davon 313 Männer und 217 Frauen, ausgewertet.
Die Symptome der Depressionen und die Schweregrade wurden anhand von Mess-Skalen
ermittelt. Insgesamt zeigten sich bei über 36 Prozent der Teilnehmer, davon 113
Männer und 79 Frauen, depressive Symptome. Bei den Männern korrelierte ein
erhöhter Folsäure-Serumspiegel mit einer verringerten Depressionsneigung.
Darüberhinaus konnte bei den Männern auch ein Zusammenhang zwischen der
Homocysteinkonzentration und den depressiven Symptomen festgestellt werden. Bei
den Frauen konnte weder bei Folsäure noch bei Homocystein ein Zusammenhang mit
Depressionen beobachtet werden.
Referenz:
A Nanri et al.: Serum folate and homocysteine and depressive symptoms among
Japanese men and women; European Journal of Clinical Nutrition 64, 289-296
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Vitamin
D und Persönlichkeit
Wissenschaftler der Universität Tübingen untersuchten einen möglichen
Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und Persönlichkeitsmerkmalen.
Dazu führten 206 gesunde Versuchsteilnehmer einen Persönlichkeitstest durch. Bei
den Studienteilnehmern wurde auch die Konzentration von 1,25-Dihydroxy-Vitamin-D
bestimmt. Es zeigte sich eine signifikante Korrelation zwischen der
Vitamin-D-Konzentration und den Persönlichkeitsfaktoren „Offenheit“ und
„Extrovertiertheit“. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Vitamin D über
verschiedene Mechanismen Stimmung und Verhalten beeinflussen kann, z.B. durch
Calciumsignalwege, die antioxidative Kapazität, die Bildung von Neurotrophinen
und anderem.
Referenz:
Ubbenhorst A. et al.: Exploring the relationship between vitamin D and basic
personality traits, Psychopharmacology, 29.01.2011
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Glykämischer Index und
Tryptophanverfügbarkeit
Ernährung mit hohem glykämischen Index und hoher glykämischer Last erhöht die
Tryptophanverfügbarkeit bei gesunden Versuchspersonen.
Wissenschaftler aus Australien untersuchten, wie sich der glykämische Index und
die glykämische Last auf das Verhältnis von Tryptophan (TRP) zu anderen
neutralen Aminosäuren (LNAA) auswirkte.
Eine Ernährung mit hohem glykämischen Index führte zu einem stärkeren Anstieg
von TRP im Verhältnis zu LNAA als eine Ernährung mit niedrigem glykämischen
Index.
Kommentar:
Das dürfte auch der Grund sein, warum man bei schlechter Laune gerne Süßigkeiten
zu Stimmungsverbesserungen isst.
Referenz:
Herrera CP et al.: High-glycaemic index and -glycaemic load meals increase the
availability of tryptophan in healthy volunteers; Br J Nutr. 2011 Feb 24: 1-7
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Vitamin-B12-Mangel verschlechtert Wirksamkeit von
Antidepressiva
Im November 2010 wurde in der Zeitschrift Psychiatry ein Artikel publiziert, der
sich mit dem Stellenwert von Vitamin B12 im Rahmen einer Antidepressivatherapie
beschäftigte. Die Autoren berichteten von zwei Patienten, die unter einer
therapieresistenten Depression litten. Verschiedenste Antidepressiva brachten
keinen Erfolg. Es konnte festgestellt werden, dass die beiden Patienten sehr
niedrige Vitamin-B12-Spiegel hatten. Eine Supplementierung von Vitamin B12
führte dann sehr schnell dazu, dass die angewendeten Antidepressiva den
gewünschten therapeutischen Effekt hatten. Aufgrund der Fachliteratur ist
bekannt, dass Depressionen die häufigste psychiatrische Störung bei Patienten
mit einem Vitamin-B12 Mangel sind. Wenn eine antidepressive Therapie nicht
anspricht, sollte also unbedingt auch ein möglicher Vitamin-B12-Mangel abgeklärt
und gegebenenfalls behandelt werden.
Referenz:
Natasha Kate et al.: Does B12 deficiency lead to lack of treatment response to
conventional antidepressants?; Psychiatry (Edgemont) 2010; 7(11): 42-44
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Chrom verbessert Gehirnfunktion
Wissenschaftler der University of Cincinnati untersuchten den Effekt von
Chrompicolinat auf die Gehirnfunktion älterer Erwachsener.
In die Studie wurden 26 ältere Patienten einbezogen, die bereits erste Anzeichen
eines kognitiven Abbaus aufwiesen. Die Studienteilnehmer erhielten entweder
Chrompicolinat oder ein Placebopräparat über einen Zeitraum von sechs Wochen. Am
Ende der Studie zeigte sich, dass in der Verumgruppe gewisse Verbesserungen
hinsichtlich Lernen und Erinnerungsvermögen erkennbar waren.
Kernspintomographisch konnten bei den Patienten in der Verumgruppe erhöhte
Aktivitäten in einigen Hirnregionen festgestellt werden. Die Ergebnisse der
Studie legen dar, dass Chrompicolinat die kognitive inhibitorische Kontrolle und
die Cerebralfunktion bei älteren Menschen mit erhöhtem Risiko für
neurodegenerative Erkrankungen verbessern kann.
Referenz:
Krikorian R et al.: Improved cognitive-cerebral function in older adults with
chromium supplementation; Nutr. Neurosci. 2010 Jun; 13(3): 116-22
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Zinkmangel erhöht Depressionsrisiko
Der Hippocampus enthält besonders viel Zink. Die Zinkionen spielen mit großer
Wahrscheinlichkeit für die synaptische Plastizität eine wichtige Rolle, im
Besonderen für die kognitive Funktion und LTP. Ein subklinischer Zinkmangel
kommt bei alten Menschen sehr häufig vor, die dadurch auch anfälliger für
Depressionen werden. Ein Zinkmangel verursacht abnormale Veränderungen der
Glukocortikoidsekretion, wodurch wiederum die Depressionsneigung gefördert wird.
Bei einem Abfall der Zinkkonzentration im Hippocampus entstehen auch vermehrt
neuropsychologische Symptome. Die Signalfunktion des Zinks im Hippocampus ist
für eine gesunde Hirnfunktion erforderlich. Zink wird auch für die normale
Glukocortikoidsekretion benötigt. Erhöhte Glukocortikoidkonzentrationen sind
zudem an der Pathophysiologie der Depressionen beteiligt.
Referenz:
Atsushi Takeda: Zinc signaling in the hippocampus and its relation to
pathogenesis of depression; Molecular Neurobiology; Doi: 10. 1007/
s12035-010-8158-9
Referenz:
Annweiler C et al.: Dietary intake of vitamin D and cognition in older women: A
large population-based study; Neurology. 2010 Nov 16; 75(20): 1810-6
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