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Studien 2010
 


Vitamin D und Kognition bei älteren Frauen
Serum-Vitamin-D-Konzentrationen und Depressionen bei jungen Erwachsenen
Vitamin-D-Mangel fördert psychotische Symptome bei Heranwachsenden
Vitamin D und kognitive Störungen
Folsäure, Vitamin B12, Homocystein und depressive Symptome
Depressionen und Sterblichkeitsrisiko
Zink und psychische Störungen
Aminosäuren bei Angsterkrankungen
B-Vitamine verhindern Hirnatrophie bei MCI
Multivitaminpräparat verbessert kognitive Funktionen und vermindert Ermüdung bei Multitasking
Trübe Stimmung durch Vitaminmangel
Vitamin C verbessert Stimmung
Erhöhte Homocysteinkonzentrationen bei Panikstörungen
Vitamin-B12-Bedarf höher als gedacht
Vitamin D und Depressionen
Panikstörungen und Homocystein
Zink beeinflusst Gehirn und Stimmung
Eisen beeinflusst psychomotorische Entwicklung bei Kindern
Niedrige Vitamin-D-Spiegel und Depressionen
Blei beeinträchtigt Intelligenz
Metaanalyse über Eisensupplementierung
Chrom vermag Hirnleistung bei älteren Menschen zu verbessern
Häufiger Vitamin B12-Mangel bei älteren Menschen
Eisenmangel in jungen Jahren und Einfluss auf das Nervensystem
Eisenmangel und kognitive Fähigkeiten
Blei und Verhaltensprobleme
Oxidativer Stress bei Depressionen
Zink verbessert psychische Befindlichkeit bei jungen Frauen
Folsäure, Homocystein und depressive Symptome
Coenzym Q10 und Depressionen
Selenstatus bei Alzheimerpatienten
Zink und ADS/ ADHS
 

 

Vitamin D und Kognition bei älteren Frauen

In einer französischen Studie mit knapp 5.600 älteren Frauen im Durchschnittsalter von 80,5 Jahren wurde überprüft, inwieweit die wöchentliche Aufnahme von Vitamin D mit der Hirnleistungsfähigkeit korreliert. Die wöchentliche Vitamin-D-Aufnahme wurde mittels eines Fragebogens festgehalten. Zur Beurteilung von Hirnleistungsstörungen diente ein standardisierter Fragebogen. Es zeigte sich, dass die Frauen mit einer unzureichenden wöchentlichen Vitamin-D-Aufnahme deutlich häufiger Hirnleistungsstörungen aufwiesen als diejenigen, die die empfohlene wöchentliche Vitamin-D-Aufnahme erfüllten. Die Wissenschaftler konnten für die Frauen mit einer unzureichenden Vitamin-D-Zufuhr ein 1,3- bis 1,4-fach erhöhtes Risiko für Hirnleistungsstörungen nachweisen.

Referenz:
Annweiler C et al.: Dietary intake of vitamin D and cognition in older women: A large population-based study; Neurology. 2010 Nov 16; 75(20): 1810-6

 

Serum-Vitamin-D-Konzentrationen und Depressionen bei jungen Erwachsenen

Bisher war nur unzureichend bekannt, inwieweit der Vitamin-D-Status mit Depressionen bei jungen Erwachsenen korreliert. Zur Klärung dieser Frage verwendeten US-Wissenschaftler Daten von NHANES III. In die Studie waren 7.970 US-Bürger im Alter von 15 bis 39 Jahren einbezogen. Zur Diagnose einer Depression wurde ein diagnostisches Interview-Schema verwendet, das vom National Institute of Mental Health entwickelt worden war. Man konnte feststellen, dass insbesondere Frauen, Menschen mit schwarzer Hautfarbe, Menschen unter der Armutsgrenze oder mit hohem BMI etc. häufiger einen Vitamin-D-Mangel aufwiesen als andere Versuchsteilnehmer. Auffällig war auch, dass die Vitamin-D-Konzentration signifikant mit Depressionen korrelierte. In dieser großen Studie war die Wahrscheinlichkeit, an einer Depressionen zu erkranken, bei Personen mit einem Vitamin-D-Mangel signifikant höher als bei Personen mit ausreichender Vitamin-D-Versorgung.

Referenz:
Vijay Ganji et al.: Serum vitamin D concentrations are related to depression in young adult US population: the Third National Health and Nutrition Examination Survey; International Archives of Medicine, 11.11.2010

 

Vitamin-D-Mangel fördert psychotische Symptome bei Heranwachsenden

Auf der diesjährigen Jahresversammlung der amerikanischen Akademie für Kinder- und Jugendpsychiatrie wurde eine Studie der University of Rochester vorgestellt, die mit 77 Jugendlichen durchgeführt worden war. Die Studienteilnehmer wurden stationär in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik behandelt. Es wurde untersucht, inwieweit die Vitamin-Konzentration mit dem Auftreten psychotischer Symptome wie Halluzinationen, Paranoia und Wahnvorstellungen korrelierte. 40 Prozent der Jugendlichen wiesen einen Vitamin-D-Mangel, d.h. Vitamin-D-Konzentrationen < 20 ng/ ml, auf. Bei 42 Prozent dieser Jugendlichen wurde ein Auftreten psychotischer Symptome festgestellt. Bei den 20 Jugendlichen mit normalen Vitamin-D-Spiegeln (> 30 ng/ ml)
zeigten nur noch 15 Prozent psychotische Symptome. Die statistische Auswertung ergab, dass Jugendliche mit einem Vitamin-D-Mangel ein vierfach höheres Risiko für Psychosen aufwiesen als Patienten mit normalen Vitamin-D-Spiegeln.

Referenz:
Mitchell L Zoler: Vitamin D deficiency linked to psychotic Symptoms in Adolescents; Internal Medicine News, 18.11.2010

 

Vitamin D und kognitive Störungen

Unter Verwendung von Daten aus N-HANES wurde bei 3325 Erwachsenen mit einem Mindestalter von 65 Jahren untersucht, in wieweit der Vitamin-D-Spiegel mit der kognitiven Leistungsfähigkeit assoziiert ist. Kognitive Störungen wurden mittels verschiedener Testverfahren betreffend Wortgedächtnis, Orientierung und Aufmerksamkeit bestimmt. Es zeigte sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und einem erhöhten Risiko für kognitive Störungen bei den älteren US-Bürgern. Je niedriger die Vitamin-D-Konzentrationen lagen, desto ausgeprägter traten die kognitiven Störungen auf.

Referenz:
Llevellyn DJ et al.: Vitamin D and cognitive impairment in the elderly U.S. population; J Gerontol A Biol Sci. 2010 Nov 1

 

Folsäure, Vitamin B12, Homocystein und depressive Symptome

An 2524 Teilnehmern der US-amerikanischen NHANES-Studie 2005/ 2006 wurden Zusammenhänge zwischen den Konzentrationen von Folsäure, Vitamin B12, Homocystein und depressiven Symptomen untersucht. Die depressiven Symptome wurden mittels eines Patientenfragebogens ermittelt. Grundsätzlich ergab die Untersuchung, dass die Depressiv-Symtpome-Scores bei Frauen signifikant höher waren als bei Männern. Erhöhte Depressionsneigung war invers mit dem Folsäurestatus assoziiert besonders bei den weiblichen Studienteilnehmern. Mit der Homocystein- und Vitamin-B12-Konzentration bestand kein signifikanter Zusammenhang. Bei älteren Erwachsenen (> = 50 Jahre) war die Homocysteinkonzentration bei beiden Geschlechtern mit der Depressionsneigung assoziiert.

Referenz:
Beydoun MA et al.: Serum Folate, Vitamin B-12, and Homocysteine and their association with depressive symptoms among U.A. adults.

 

Depressionen und Sterblichkeitsrisiko

Britische Wissenschaftler untersuchten an 1007 älteren Menschen im Durchschnittsalter von 76 Jahren den Zusammenhang zwischen Depressionen und Sterblichkeit. Die Studienteilnehmer wurden über einen Zeitraum von 9,2 Jahren beobachtet. Zu Beginn der Studie zeigten 20,9 Prozent der Studienteilnehmer eine depressive Symptomatik; ihre Sterblichkeit lag während der kommenden Jahre deutlich höher als bei den nichtdepressiven Senioren. Bei der Auswertung der Studie zeigte sich auch, dass eine „Low Grade Inflammation“ und niedrige Vitamin-C-Spiegel unabhängig voneinander mit Depressionen und Sterblichkeit assoziiert waren.

Referenz:
Hamer M et al.: Depression, physical function, and risk of mortality: national diet and nutrition survey in adults older than 65 years; Am J Geriar Psychiatry. 2010 Apr 27

 

Zink und psychische Störungen

In einem Übersichtsartikel wurden die Ergebnisse der von Forschern der Florida State University angestellten Untersuchungen zur Bedeutung von Zink bei neuropsychiatrischen Störungen publiziert.

Verschiedene klinische Studien haben einen Zusammenhang zwischen dem Zinkstatus und neuropsychiatrischen Störungen wie Depressionen und Angsterkrankungen aufgezeigt. Ein Zinkmangel kann depressionsähnliche Symptome und auch Ängstlichkeit hervorrufen. Eine Zinksupplementierung wurde als Behandlung bei depressiven Episoden eingesetzt.

Die Verabreichung von Zink verbessert die Effektivität von Antidepressiva und könnte besonders bei therapieresistenten Patienten sehr bedeutsam sein. Für die Wirkung von Zink dürften verschiedene Mechanismen eine Rolle spielen, z.B. die Regulierung von Neurotransmittersystemen und antioxidativen Prozessen, neurotrophen Faktoren und den neuronalen Vorläuferzellen.

Referenz:
Cope EC et al.: Role of zinc in the development and treatment of mood disorders; Curr opin clin Nutr. Metab Care. 2010 Nov

 

Aminosäuren bei Angsterkrankungen

Im Nutritional Journal wurde eine große Übersichtsarbeit über die Behandlungsmöglichkeiten von Angsterkrankungen mit pflanzlichen Medikamenten und Mikronährstoffen publiziert. Bei Angsterkrankungen hat sich eine Arginin-/ Lysinkombination in zwei Doppelblindstudien als wirksam erwiesen. Es ist bekannt, dass Lysin als ein partieller Serotoninrezeptor-4-Antagonist wirkt, dadurch die Gehirn-/ Darmantwort auf Stress vermindert und den Blutcortisolspiegel senkt. Die erste der klinischen Studien wurde an gesunden männlichen Versuchspersonen mit hoher Ängstlichkeit durchgeführt.

Die Supplementierung von Lysin und Arginin verbesserte die Fähigkeit der Studienteilnehmer, mit Stress umzugehen, indem ein Anstieg des Cortisolspiegels nachgewiesen wurde.

Die Autoren dieser Studie hielten es für wahrscheinlich, dass bei den ängstlichen Versuchspersonen ein Stresshormon-Regulations-Defizit vorlag, das durch Arginin/ Lysin gebessert wurde. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt konnte nämlich gezeigt werden, dass bei sehr ängstlichen Personen auf einen Stressreiz kein oder nur ein sehr geringer Cortisolanstieg erfolgte. Diese Dysregulation der Cortisolantwort könnte zu dem stärksten Ängstlichkeitsgefühl führen, wenn Stress ausgelöst wird.

Die zweite Studie wurde an 108 gesunden Versuchspersonen aus Japan durchgeführt. Durch die Supplementierung von Lysin und Arginin kam es bei den männlichen Versuchspersonen zu einer Verminderung der Cortisolspiegel im Speichel, außerdem wurde eine signifiante Verminderung von Stress- und Spannungszuständen erreicht. Die Wissenschaftler der Global Neuroscience Initiative Foundation, Los Angeles, die die Übersichtsarbeit publizierten, bewerteten die Kombination aus Lysin und Arginin als effektiv zur Verminderung von Ängstlichkeitssymptomen ohne bekannte Nebenwirkungen. Aminosäurensupplemente können auch mithelfen, die Cortisolspiegel bei Stress ins Gleichgewicht zu bringen.

Referenz:
Shaheen E Lakhan, Karen F Vieira et al.: Nutritional and herbal supplements for anxiety and anxiety-related disorders: systematic review; Lakhan and Vieira Nutrition Journal 2010, 9: 42
Oktober 2010, Nr. 74

 

B-Vitamine verhindern Hirnatrophie bei MCI

In einer randomisierten klinischen Studie im Rahmen des OPTIMA-Projekts konnte nachgewiesen werden, dass eine hochdosierte Therapie mit Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 das Voranschreiten einer Hirnatrophie bei älteren Menschen mit milder kognitiver Einschränkung (MCI) verzögerte.

Grundsätzlich kommt es im Alter zu einer Abnahme des Hirnvolumens; diese ist aber bei Patienten mit MCI beschleunigt. Die Studie wurde an 271 Personen durchgeführt, die die Einschlusskriterien einer MCI erfüllten.

Die Probanden erhielten entweder eine Kombination von 0,8 mg Folsäure, 0,5 mg Vitamin B12 und 20 mg Vitamin B6 täglich oder ein Placebo über einen Zeitraum von zwei Jahren. Mittels Kernspintomographie wurde die Veränderung des Hirnvolumens bestimmt. Unter der Behandlung mit den B-Vitaminen kam es tatsächlich zu einer Reduktion der Hirnatrophie um 30 Prozent. Die Forscher sind sich noch im Unklaren darüber, ob dieser eine klinische Bedeutung zukommt. Zur Klärung sollen noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Referenz:
aerzteblatt.de, 09.10.2010
spiegel-online, 09.10.2010

 

Multivitaminpräparat verbessert kognitive Funktionen und vermindert Ermüdung bei Multitasking

In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie wurde der Effekt eines Multivitamin-/ Spurenelementpräparates bei 216 Frauen zwischen 25 und 50 Jahren untersucht.

Die Studienteilnehmerinnen mussten zu Beginn der Studie und neun Wochen später einen Multitaskingtest durchführen, bei dem sowohl die kognitiven Funktionen als auch die Stimmungslage und Ermüdung registriert wurden. Bei den Studienteilnehmerinnen mit dem Multivitaminpräparat konnte eine verminderte Ermüdbarkeit durch den Test festgestellt werden, außerdem war die Genauigkeit bei verschiedenen Tests besser. Darüberhinaus zeigte sich eine Verminderung der Homocysteinkonzentrationen. Die Ergebnisse der Studie lassen den Schluss zu, dass offensichtlich auch gesunde Menschen durch eine vermehrte Zufuhr von Vitaminen und Mineralien profitieren.

Referenz:
Haskell CF et al.: Effects of a multi-vitamin/ mineral supplement on cognitive function and fatique during extended multi-tasking; Hum Psychopharmacol 2010 aug; 25(6): 448-61

 

Trübe Stimmung durch Vitaminmangel

Japanische Wissenschaftler untersuchten bei 12- bis 15-jährigen Jugendlichen den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von B-Vitaminen und depressiven Symptomen. An der Studie nahmen 3067 Jungen und 3450 Mädchen teil. Die Ernährungsgewohnheiten wurden durch einen standardisierten Fragebogen ermittelt. Bei 22,5 Prozent der Jungen und bei 31,2 Prozent der Mädchen wurden depressive Symptome festgestellt. Die Zufuhr von Vitamin B6 und Folsäure war eindeutig mit der Depressionsneigung assoziiert. Eine niedrige Vitamin-B2-Zufuhr war nur bei Mädchen ein Risikofaktor für Depressionen. Hinsichtlich der Vitamin-B12-Konzentration gab es keinen klaren Zusammenhang mit Depressionen. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass eine höhere Zufuhr von B-Vitaminen, besonders Folsäure und Vitamin B6, bei Jugendlichen das Auftreten von Depressionen vermindern kann.

Referenz:
Kentaro Murakami, PhD, et al.: Dietary folate, riboflavin, vitamin B6, and Vitamin B12 and depressive symptoms in early adolescence: the ryukyus child health study; Psychosomatic Medicine; published online before print August 17, 2010-08-30

 

Vitamin C verbessert Stimmung

Bei Krankenhauspatienten ist häufig eine Hypovitaminose als Folge eines Mangels an Vitamin C und E nachweisbar. Kanadische Wissenschaftler untersuchten in einer Doppelblindstudie den Effekt von 2 x 500 mg Vitamin C oder 2 x 1000 I.E. Vitamin D täglich auf die Stimmung von Patienten mit einem akuten Krankenhausaufenthalt. Die Stimmungslage der Patienten wurde mit einem validierten Fragebogen erfasst. Die Vitamin-D-Therapie erhöhte zwar die Konzentration von 25-OH-D3, hatte aber keinen signifikanten Effekt auf die Stimmungslage. Vitamin C hingegen führte zu einer Verminderung von Stimmungsschwankungen um 34 Prozent.

Referenz:
Zhang M et al.: Vitamin C provision improves mood in acutely hospitalized patients; Nutrition, 2010 Aug

 

Erhöhte Homocysteinkonzentrationen bei Panikstörungen

Wissenschaftler der Universität Bonn verglichen 23 Patienten mit Panikstörungen mit einer Kontrollgruppe von 23 gesunden Personen in Bezug auf ihre Homocysteinkonzentrationen. Die Patienten mit Panikstörungen hatten höhere Homocysteinkonzentrationen im Blutplasma als die Kontrollgruppe. Außerdem korrelierte die Homocysteinkonzentration mit dem Schweregrad der Symptomatik. Die Wissenschaftler vermuten, dass das vermehrte Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen bei ängstlichen Patienten auch über erhöhte Homocysteinkonzentrationen erklärt werden kann.

Referenz:
Christian Meier et al.: Relative Hyperhomocysteinemia in patients with panic disorder: a case-control study; Neuropsychobiology; Vol. 62. No. 3, 2010

 

Vitamin-B12-Bedarf höher als gedacht

Der RDA-Wert für die Vitamin B12-Aufnahme beträgt 2,4 µg täglich, wobei es zunehmend Zweifel an der Richtigkeit dieser Empfehlung gibt. Dänische und US-amerikanische Forscher untersuchten jetzt den Zusammenhang zwischen der B12-Aufnahme und Biomarkern des B12-Status. Bei Personen mit normaler Aufnahme zeigten die Daten, dass erst bei einer Aufnahme von 4 bis 7 µg Vitamin B12 täglich ein adäquater Vitamin-B12-Status erreicht wird. Die empfohlene Aufnahme von 2,4 µg B12 ist selbst bei gesunden Personen zwischen 18 und 50 Jahren zu niedrig.

Referenz:
Mustafa Vakur Bor et al.: Daily intake of 4 to 7 µg dietary vitamin B12 ist associated with steady concentrations of vitamin B12-related biomarkers in a healthy young popultaion; Am J Clin Nutr. 91: 571-577, 2010, First pulished January 13, 2010.

 

Vitamin D und Depressionen

Bei 2070 Personen über 65 Jahren, die an der 2005 „Health Survey“ in England teilgenommen hatten, wurde der Zusammenhang zwischen depressiven Symptomen und der 25(OH)-D-Konzentration untersucht.

Depressionen waren eindeutig mit einem klinischen Vitamin-D-Mangel assoziiert. Bei immerhin 9,8 Prozent der Studienteilnehmer wurden 25(OH)-D-Konzentrationen < 10 ng/ ml nachgewiesen. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass ein Vitamin-D-Mangel mit Altersdepression in nördlichen Breitengraden verbunden ist.

Referenz:
Robert Stewart et al.: Relationship between Vitamin D levels and depressive symptoms in older residents from a national survey population; Received February 8, 2010

 

Panikstörungen und Homocystein

Bei 23 Patienten mit Panikstörung wurde die Homocysteinkonzentration bestimmt und mit den Werten von 23 gesunden Kontrollpersonen verglichen. Die Patienten mit der Panikstörung hatten höhere Plasma-Homocysteinkonzentrationen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Darüber hinaus war die Homocysteinkonzentration mit dem Schweregrad der Symptomatik assoziiert.

Möglicherweise könnten erhöhte Homocysteinkonzentrationen auch der Grund sein, weshalb ängstliche Personen vermehrt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen neigen.

Referenz:
Christian Meier et al.: Relative hyperhomocysteinemia in patients with panic disorder: A case-control study; Neurophysiobiology; Vol. 62, No. 3, 2010

 

Zink beeinflusst Gehirn und Stimmung

In einer kürzlich publizierten Übersichtsarbeit über die Bedeutung von Zink für die menschliche Gesundheit und bei chronischen Krankheiten wurde auch der gesundheitliche Nutzen von Zink für Gehirn, Stimmung und Hirnleistungsfähigkeit dargestellt.

Zink ist in den Vesikeln des Moosfasersystems des Hippocampus nachweisbar. Diese Fasern sind für die Verbesserung der Gedächtnisleistung von Bedeutung. Es wurde nachgewiesen, dass Frauen mit einem Zinkmangel schlechtere Gedächtnisleistungen zeigten als Frauen mit normalen Zinkkonzentrationen. Bei einem experimentell herbeigeführten Zinkmangel sinkt die kognitive Leistungsfähigkeit. Experimente haben auch gezeigt, dass Unfallopfer, denen Zinksupplemente verabreicht wurden, mit einer besseren Hirnfunktion reagierten. Zinksulfat erwies sich auch zur Verminderung von Müdigkeit und Stimmungsschwankungen als effektiv.

Referenz:
Debjit Bhowmik et al.: A potential medicinal importance of zinc in human health and chronic disease; Int J Pharm Biomed Sci 2010, 1(1), 05-11

 

Eisen beeinflusst psychomotorische Entwicklung bei Kindern

Polnische Forscher aus Warschau werteten die verfügbaren Doppelblindstudien über die Effekte einer Eisensupplementierung bei schwangeren Frauen, Säuglingen und Kleinkindern hinsichtlich der mentalen und psychomotorischen Entwicklung aus. Drei der fünf Doppelblindstudien zeigten einen günstigen Effekt einer Eisensupplementierung auf die psychomotorische Entwicklung der Kleinkinder, was durch eine entsprechende Metaanalyse bestätigt wurde. Eine Eisensupplementierung bei Säuglingen hat also wahrscheinlich einen positiven Einfluss auf die psychomotorische Entwicklung der Kinder, die mentale Entwicklung scheint dadurch aber nicht beeinflusst zu werden.

Referenz:
Hania Szajewska et al: Effects of iron supplementation in nonanemic pregnant women, infants, and young children on the mental performance and psychomotor development of children: a systematic review of randomized controlled trials; Am J Clin Nutr, April 21, 20
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Niedrige Vitamin-D-Spiegel und Depressionen

Bei älteren Menschen ist eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung häufig anzutreffen, was mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche, Gebrechlichkeit und einer ganzen Anzahl chronischer Erkrankungen verbunden ist. In einer Studie des National Institute on Aging in Baltimore wurde nun ein möglicher Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Konzentrationen und Depressionen bei älteren Menschen untersucht. An der Studie nahmen 531 Frauen und 423 Männer im Alter von 65 und älter teil. Diese Personengruppe wurde über einen Zeitraum von 6 Jahren beobachtet. Am Ende der Studie wurde festgestellt, dass 42 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer während der Zeit eine Depression entwickelten. Drei Viertel der Frauen und die Hälfte der Männer hatten eine Vitamin-D-Konzentration unter 20 ng/ ml.

Frauen mit niedrigen Vitamin-D-Konzentrationen, die zu Beginn der Studie keine Depression aufwiesen, erkrankten während der sechs Jahre doppelt so häufig an Depressionen als Frauen mit einem ausreichenden Vitamin-D-Spiegel. Frauen mit einem Vitamin-D-Mangel zeigten nach drei bzw. nach sechs Jahren eine Verschlechterung der Stimmungslage, was sich auch in den Scores eines entsprechenden Testbogens niederschlug.

Auch bei Männern führte eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung im beobachteten Zeitraum zu einer Stimmungsverschlechterung, allerdings war dieser Zusammenhang nicht signifikant. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die Hypovitaminose-D ein Risikofaktor für die Entwicklung depressiver Symptome bei älteren Personen darstellt, wobei bei Frauen die Assoziation stärker ist.

Die Studie beweist aber nicht, dass niedrige Vitamin-D-Konzentrationen Depressionen verursachen, weil die Studienteilnehmer mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel auch andere Prädispositionsfaktoren für Depressionen haben könnten.

Referenz:
Milanesch Y et al: Serum 25-Hydroxyvitamin D an d depressive symptoms in older women and men; J clin Endocrinol Metab. 2010 May 5


Blei beeinträchtigt Intelligenz

Forscher aus Südkorea untersuchten den Effekt der Bleikonzentration im Blut auf die Intelligenz und Persönlichkeitsfaktoren bei Schulkindern. Dabei wurden zwei Jahrgänge untersucht. Keines der Kinder überstieg die Konzentration von 100 µg/ l, die in den USA als höchst zulässige Konzentration gilt. Die Schulkinder wurden aufgrund der gemessenen Bleiwerte in eine Gruppe mit hoher und eine mit niedriger Bleibelastung eingeteilt. Die IQ-Scores der Gruppe mit höheren Bleibelastungen waren etwa vier Punkte niedriger als die der Gruppe mit niedrigeren Bleispiegeln. Auch die Scores für Hyperaktivität und Autismus waren in der ersten Gruppe höher als in der anderen. Die Ergebnisse der Studie stimmen mit den Resultaten anderer Studien überein, dass eine chronische Bleibelastung die Intelligenz von Kindern vermindert.

Referenz:
Dae-Seon Kim et al: Effects of blood lead concentration on intelligence and personality in school children; Molecular & Celluar Toxicology, published online 2 May 2010


Metaanalyse über Eisensupplementierung

Britische Wissenschaftler führten eine Metaanalyse zur Klärung der Frage durch, ob eine Eisensupplementierung kognitive Fähigkeiten verbessern kann, z.B. Konzentration, Intelligenz, Gedächtnis, psychomotorische und schulische Fertigkeiten. Man vermutet, dass 25 Prozent der Weltbevölkerung an einer Anämie leiden und dass davon 50 Prozent auf einen Eisenmangel zurückzuführen sind. Es ist bekannt, dass niedrige Konzentrationen von Hämoglobin zu einer Reihe von Symptomen führen, z.B. Schwäche, allgemeine Müdigkeit, verminderte Immunkompetenz etc.

Im Alter von 6 – 12 Monaten besteht ein erhöhtes Anämierisiko, dann wieder während der Pupertät, besonders bei Mädchen, außerdem bei Frauen im gebärfähigen Alter und bei älteren Menschen. Es besteht auch ein erhöhtes Anämierisiko im Zusammenhang mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen, die ja bekanntlich bei älteren Menschen auftreten. Man vermutet, dass 47 Prozent der Vorschulkinder weltweit unter Anämie leiden. Langzeitstudien zeigten, dass ein Eisenmangel in der Frühkindheit zu einer schlechteren Hirnleistungsfähigkeit führt. Ältere Kinder und Erwachsene weisen ein geringeres Risiko für eine Anämie auf, trotzdem dürften doch 25 Prozent der Kinder weltweit an einer Anämie leiden, 30 Prozent der nichtschwangeren Frauen, 42 Prozent der schwangeren Frauen und 17 Prozent der älteren Menschen.

In die Metaanalyse wurden 14 randomisierte Doppelblindstudien einbezogen, die bei Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Frauen durchgeführt wurden. Mit einiger Evidenz kann gesagt werden, dass eine Eisensupplementierung die Aufmerksamkeit, die Konzentration und den IQ verbessert, was aber noch in Langzeitstudien verifiziert werden muss.
Die Verbesserung der Hirnleistungsfähigkeit nach einer Eisensupplementierung zeigte sich unabhängig vom Ausgangswert der Eisenkonzentration.

Referenz:
Martin Falkingham et al: The effect of oral iron supplementation on cognition in older children and adults: a systematic review and meta-analysis; Nutrition Journal 2010; 9:4


Chrom vermag Hirnleistung bei älteren Menschen zu verbessern

Eine Insulinresistenz ist an den pathophysiologischen Veränderungen der „mild cognitive impairment“ (MCI) und der frühen Alzheimererkrankung beteiligt. Bekanntlich kann eine Chromsupplementierung den Zuckerstoffwechsel bei Patienten mit Insulinresistenz und Diabetes verbessern. Wissenschaftler der University of Cincinnati untersuchten, ob eine Chromsupplementierung Gedächtnisleistungen und andere Leistungen bei alten Menschen mit kognitivem Abbau verbessern kann. In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie erhielten 26 ältere Menschen entweder Chrompicolinat oder ein Placebopräparat über einen Zeitraum von 12 Monaten.

Bei der Chromgruppe konnte eine gewisse Verbesserung bei verschiedenen Hirnleistungstests nachgewiesen werden. Im Kernspintomogramm fand sich eine Aktivierung verschiedener Regionen im Vergleich zur Placebogruppe. Die Ergebnisse der Studien zeigten Folgendes: Bei Menschen mit beginnenden neurodegenerativen Erkrankungen ist eine Chromsupplementierung zur Verbesserung der cerebralen Funktionen nützlich.

Referenz:
Krikorian Robert et al: Improved cognitive-cerebral function in older adults with chromium supplementation; Nutritional Neuroscience, Volume 13, Number 3, June 2010, pp. 116-122 (7)


Häufiger Vitamin B12-Mangel bei älteren Menschen

In einer chilenischen Studie bei 1000 älteren Menschen im Alter zwischen 65 und 87 Jahren wurde u.a. die Vitamin-B12-Konzentration bestimmt. Als Vitamin-B12-Mangel definierten die Wissenschaftler eine Konzentration kleiner als 148 pmol/ l, als grenzwertiger Mangel eine Konzentration kleiner als 221 pmol/ l. Bei immerhin 12 Prozent der Studienteilnehmer wurde ein ausgeprägter Vitamin-B12-Mangel nachgewiesen und bei 25,4 Prozent ein grenzwertiger Mangel. Es besteht also eine hohe Prävalenz für einen Vitamin-B12-Mangel bei älteren Menschen.

Referenz:
Sánchez H et al: Prevalence of vitamin B-12 deficiency in older adults; Rev Med Chil. 2010 Jan; 138(1): 44-52


Eisenmangel in jungen Jahren und Einfluss auf das Nervensystem

Ein Eisenmangel in der Kindheit hat einen
negativen Einfluss auf die Entwicklung des Nervensystems und kann zu persistierenden Veränderungen des zentralen Nervensystems führen. Amerikanische Wissenschaftler untersuchten junge Erwachsene mit 19 Jahren, die als Kind einen schweren Eisenmangel hatten. Bei diesen Personen zeigten sich Veränderungen verschiedener Exekutivfunktionen sowie eine Beeinträchtigung bei bestimmten Gedächtnistests.

Die Wissenschaftler vermuten, dass ein Eisenmangel in der Kindheit den Hippocampus und das dopaminerge System dauerhaft schädigt.

Referenz:
Lukowski et al: Iron deficiency in infancy and neurocognitive functioning at 19 years: evidence of long-term deficits in executive function and recognition memory; Nutritional Neuroscience, Volume 13, Number 2, April 2010, pp. 54-70(17)

 

Eisenmangel und kognitive Fähigkeiten

Eisen ist ein zweischneidiges Schwert für das Gehirn. Ein Eisenmangel kann zu einer Beeinträchtigung von Kognition und Lernprozessen führen, was mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine Veränderung der Dopaminrezeptoren-Empfindlichkeit zurückzuführen ist.
Der genaue Mechanismus, wie die Dopaminrezeptoren durch den Eisenmangel beeinflusst werden, ist noch nicht ausreichend verstanden, möglicherweise kommt es zu Interaktionen mit den endogenen Opiaten, Enkephalinen und Dynorphinen, die vor allem den Hippocampus und das Striatum betreffen.

Unbestritten spielt jedoch andererseits eine Akkumulation von Eisen eine wichtige Rolle bei der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen. Inzwischen konnten z.B. auch die biochemischen Details der Eisenanhäufung bei der Parkinsonerkrankung näher geklärt werden. Ungeklärt ist noch die Frage, warum der Prozess der Neurodegeneration zu einer Eisenanhäufung führt.

Referenz:
Moussa B.H. et al: Iron Deficiency and Express in the Brain: Implications for Cognitive Impairment and Neurodegeneration; 10. März 2010

 


Blei und Verhaltensprobleme

Wissenschaftler der University of southern mississippi untersuchten in einer Metaanalyse den Zusammenhang zwischen Verhaltensproblemen und der Bleibelastung. In die Untersuchung wurden 19 Studien mit insgesamt 8561 Kindern und Jugendlichen einbezogen. Es gab einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Bleibelastung und Verhaltensproblemen, wobei das Alter der Studienteilnehmer keinen signifikanten Einfluss zeigte. Der Zusammenhang zwischen Blei und Verhaltensproblemen korrespondierte mit dem Zusammenhang zwischen Bleibelastung und Verminderung des IQs.

Referenz:
David K Marcus et al: Lead and conduct problems: A meta-analysis; Journal of Clinical child & Adolescent Psychology, Volume 39, Issue 2 March 2010

 


Oxidativer Stress bei Depressionen

Depressive Episoden sind durch einen verminderten Antioxidantienstatus charakterisiert. Belgische Wissenschaftler untersuchten bei depressiven Personen zwei Marker des oxidativen Stresses: Plasmaperoxide und Ox-LDL-Antikörper. Im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen wiesen die depressiven Patienten signifikant höhere Konzentrationen von Plasmaperoxiden und Ox-LDL-Antikörpern auf. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen erneut, dass depressive Episoden mit einem erhöhten oxidativen Stress einhergehen. Die gemessenen Parameter Plasmaperoxide und Ox-LDL-Antikörper haben auch eine Aussagekraft über das Risiko von KHK und neurodegenerativen Erkrankungen.

Referenz:
Journal of Affective Disorder: Increased plasma peroxides and serum oxidized low density lipoprotein antibodies in major depression: Markers that further explain the higher incidence of neurodegeneration and coronary artery disease.
Februar 2010, Nr. 16

 


Zink verbessert psychische Befindlichkeit bei jungen Frauen

In einer Studie wurde der Einfluss einer Zinksupplementierung auf psychologische Parameter bei jungen Frauen untersucht. 30 Frauen erhielten entweder eine Multivitaminkapsel ohne Zink oder eine Multivitaminkapsel mit 7 mg Zink täglich über einen Zeitraum von 10 Wochen. Bei den Studienteilnehmerinnen, die Zink eingenommen hatten, kam es zu einer deutlichen Reduzierung der Ärger-Feindseligkeits-Scores und der Depression-Niedergeschlagenheit-Scores. Bei den Frauen, die nur Multivitamine eingenommen hatten, konnten diese Veränderungen nicht beobachtet werden. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen also, dass eine Zinksupplementierung offensichtlich effektiv Ärger und Depressivität vermindern können.

Referenz:
T Sawada & K Yokoi: Effect of zinc supplementation on mood states in young women: a piplot study: European Journal of Clinical Nutrition (20 January 2010)

 


Folsäure, Homocystein und depressive Symptome

Bei 530 städtischen Angestellten in Japan wurden sowohl depressive Symptome wie auch die Konzentrationen von Homocystein und Folsäure bestimmt. Immerhin wiesen nach den Kriterien der „Center-of-Epidemiologie-Studies“ anhand einer „Depression scale“
36,1 Prozent der Männer und 36,4 Prozent der Frauen depressive Symptome auf . Bei den Männern wurde ein positiver Zusammenhang zwischen der Homocysteinkonzentration und depressiven Symptomen festgestellt. Höhere Folsäurekonzentrationen waren mit einer verminderten Prävalenz depressiver Symptome assoziiert. Dies wurde allerdings nur für die männlichen Studienteilnehmer nachgewiesen, bei den Frauen zeigten sich diese Zusammenhänge nicht.

Referenz:
A Nanri et al: Serum folate and homocysteine and depressive symptoms among Japanese men and women; European Journal of Clinical Nutrition (20 January 2010)

 


Coenzym Q10 und Depressionen

In einer belgischen Studie wurden die Plasmakonzentrationen von Coenzym Q10 bei 35 depressiven Patienten und 22 gesunden Kontrollpersonen bestimmt. Die Schwere der Erkrankung wurde durch die Hamilton depression rating scale und durch die Präsenz eines chronischen Müdigkeitssyndroms bestimmt.
Die Coenzym-Q10-Konzentrationen bei den depressiven Patienten waren signifikant niedriger im Vergleich zur Kontrollgruppe. Über 50 Prozent der depressiven Patienten hatten Q10-Konzentrationen, die niedriger lagen als der niedrigste Q10-Wert bei den Kontrollpersonen. Die Q10-Konzentrationen waren bei Patienten mit einer therapieresistenten Depression und bei Patienten mit CFS im Vergleich zu anderen depressiven Patienten signifikant niedriger.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass niedrige Q10-Konzentrationen eine Rolle bei der Pathophysiologie der Depression spielen könnten. Deshalb ist die Vermutung begründet, dass depressive Patienten von einer Q10-Supplementierung zu profitieren vermögen. Wichtig ist auch die Tatsache, dass niedrige Q10-Konzentrationen als Risikofaktor für KHK und Herzinsuffizienz anzusehen sind und bei Depressionen auch zu dem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen beitragen könnten.

Referenz:
Maes M et al: Lower plasma coenzyme Q10 in depression: a marker for treatment resistance and chronic fatique in depression and a risk factor to cardiovascular disorder in that illness; Neuro Endocrinol lett. 2009, 30(40): 462- 9
Januar 2010, Nr. 5

 


Selenstatus bei Alzheimerpatienten

Brasilianische Wissenschaftler konnten in einer Fall-Kontrollstudie zeigen, dass Patienten mit M. Alzheimer im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant niedrigere Selenspiegel im Plasma, in den Erythrozyten und den Fingernägeln aufwiesen. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass M. Alzheimer in einem bedeutenden Zusammenhang mit einem Selenmangel steht.

Referenz:
Cardoso BR et al: Nutritional status of selenium in alzheimer´s disease patients; Br J Nutr. 2009 Dec 1:1-4


Zink und ADS/ ADHS

In verschiedenen Studien wurde ein Zusammenhang zwischen niedrigen Zinkkonzentrationen und dem Schweregrad einer ADS/ ADHS-Symptomatik nachgewiesen. In einem Fachartikel von Kinder- und Jugendpsychiatern aus Kroatien wurden mögliche Wirkmechanismen des Zinks bei ADS/ ADHS diskutiert. Dopamin ist einer der bedeutendsten Faktoren in der Pathophysiologie der Hyperaktivitätsstörung. Das Hormon Melatonin hat eine bedeutende Funktion für die Regulierung von Dopamin. Zink wiederum ist für den Stoffwechsel von Melatonin erforderlich.

Zink ist ein Coenzym des Enzyms Delta-6 Desaturase, das für den Aufbau ungesättigter langer Fettsäuren benötigt wird, die wiederum am Zusammenbau der Nervenzellmembranen mitwirken.

Im Rahmen einer Zinktherapie bei ADHS wurden 15 mg Zink verabreicht. Die Autoren des Artikels empfehlen die Durchführung zusätzlicher Studien, um die richtige und effiziente Dosis von Zink zu ermitteln.

Referenz:
Dodig-Curkovic K et al: The role of zinc in the treatment of hyperactivity disoerder in children; Acta Med Croatica. 2009 Oct; 63(4): 307-13
Januar 2010, Nr. 3

 

 

 
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