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Bleibelastung in der Kindheit führt zu permanenten Gehirnschäden
Bleibelastung bei jungen Erwachsenen führt zu Depressionen, Panikstörungen
Blei ist ein häufig vorkommendes Umweltgift
mit neurotoxischen Eigenschaften
Zink
verbessert Ergebnisse einer antidepressiven Therapie
Vitamin-D-Mangel führt zu kognitiven Störungen bei älteren Frauen
Glycineinnahme gut im Gehirn nachweisbar
Glycin
bei Zwangsstörungen
Depressive Symptome bei
KHK-Patienten
Depressionen und Darm
Lithium im
Trinkwasser soll Selbstmordrate senken
Junk-Food und Verhaltensprobleme bei Kindern
Hoher Bleispiegel im Vollblut verschlechtert Hirnleistung
Vitamin D ist mit kognitiver Leistungsfähigkeit bei Senioren assoziiert
Blei
verändert Stressantwort
Zusammenhang zwischen Taurinaufnahme und Stress
Lebenslange Bleibelastung
Tryptophanmangel
verstärkt Süssigkeitsverlangen
Folsäure und
die Vitamine B12 und B6 bei Depressionen
Vorsicht mit hoher
Folsäurezufuhr bei B12-Mangel
Bleibelastung in der Kindheit führt zu
permanenten Gehirnschäden
Auf der Jahrestagung der radiologischen Gesellschaft von Nordamerika 2009 wurde
eine Studie der University of Cincinnati vorgestellt. In die Untersuchung waren
33 Erwachsene einbezogen, bei denen bereits in der Kindheit eine Bleibelastung
festgestellt worden war. Es handelte sich um 14 Frauen und 19 Männer im
Durchschnittsalter von 21 Jahren. Die Bleikonzentrationen der Studienteilnehmer
lagen zwischen 50 und 370 µg/ l. Bei jedem der Studienteilnehmer wurde eine
Kernspintomographie durchgeführt sowie zwei Testverfahren zur Beurteilung
verschiedener Hirnleistung wie Aufmerksamkeit, Impulskontrolle,
Entscheidungsfreudigkeit etc.
Das bildgebende Verfahren zeigte, dass die Studienteilnehmer mit erhöhten
Blei-Blutspiegeln eine veränderte Hirnaktivität aufwiesen. Das Hirnareal für
Hemmung wurde offensichtlich durch die Bleibelastung geschädigt. Außerdem konnte
man einen Zusammenhang zwischen höheren Bleikonzentrationen und einer
verminderten Aktivität der Parietalregion und anderer Hirnregionen beobachten.
Die Autoren der Studie kommen zu der Feststellung, dass Bleischäden im Gehirn
offensichtlich langanhaltend sind und auch durch eine Senkung der Bleispiegel
nicht reversibel sind.
Referenz:
www.sciencedaily.com, Dec. 2, 2009: Childhood lead exposure causes permanent
brain damage
| Dezember 2010 |
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Bleibelastung bei jungen Erwachsenen führt zu
Depressionen, Panikstörungen
Junge Erwachsene mit höheren Bleispiegeln scheinen ein erhöhtes Risiko für
Mayor-Depression und Panikstörungen zu haben. In die Studie wurden die Daten von
knapp 2000 jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 39 Jahren einbezogen. Die
Daten stammen aus einer NHANES-Untersuchung zwischen 1999 und 2004. 6,7 Prozent
der jungen Erwachsenen erfüllten die Kriterien für eine Mayor-Depression, 2,2
Prozent hatten Panikstörungen und 2,4 Prozent eine generalisierte Angststörung.
Die Studienteilnehmer mit den höchsten Bleikonzentrationen im Vollblut (21,1 µg/
l) oder mehr hatten ein 2,3-fach höheres Risiko für eine Mayor-Depression und
ein nahezu fünffaches Risiko für Panikattacken im Vergleich zu den
Studienteilnehmern mit den niedrigsten Blei-Blutspiegeln (7 µg/ l oder weniger).
Selbst niedrige Bleispiegel könnten Gehirnprozesse stören, besonders die, bei
denen die Neurotransmitter Serotonin und die Katecholamine involviert sind. Die
Autoren der Studie, die im Dezember 2009 in „Archives of General Psychiatry“
erschien, kamen zu dem Schluss, dass die Neurotoxizität des Bleis zu diesen
psychischen Störungen beiträgt – selbst in Konzentrationen, die man im
allgemeinen als niedrig oder nicht riskant ansieht.
Referenz:
www.Sciencedaily.com, Dec. 8, 2009: Young adults´blood lead levels linked to
depression, panic disorder
| Dezember 2010 |
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Blei ist ein häufig vorkommendes Umweltgift
mit neurotoxischen Eigenschaften
Es ist gut belegt, dass eine Bleibelastung sowohl die Hirnleistungsfähigkeit wie
auch das Verhalten von Kindern nachteilig beeinflusst. Wissenschaftler der
Universität von Montreal untersuchten, in wieweit die Bleispiegel im Blut mit
der Häufigkeit psychiatrischer Erkrankungen bei Erwachsenen zusammenhängt. Dazu
wurden Daten von 1987 jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 39 Jahren
verwendet. Die mittlere Vollblut-Blei-Konzentration war 16,1 µg/ l. Es zeigte
sich, dass das Risiko für Major-Depression und Panikstörungen mit steigender
Bleikonzentration signifikant zunahm. Die Personen mit Bleikonzentrationen im
höchsten Quintil hatten ein 2,3-fach erhöhtes Risiko für eine Major-Depression
und ein 4,9-fach erhöhtes Risiko für Panikstörungen. Das Ergebnis der Studie
zeigt, dass bei jungen Erwachsenen mit einer niedrigen Bleiexposition höhere
Bleispiegel das Risiko für psychiatrische Erkrankungen erhöhen können.
Bemerkenswert dabei ist auch, dass Bleispiegel, die man als unbedenklich
eingestuft hat, die psychische Gesundheit nachteilig beeinflussen können.
Referenz:
Bouchard MF et al: Blood lead levels and major depressive disorder, panic
disorder, and generalized anxiety disorder in US young adults; Arch Gen
Psychiatry. 2009 Dec; 66(12): 1313-9
| Dezember 2010 |
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Zink
verbessert Ergebnisse einer antidepressiven Therapie
Polnische Wissenschaftler untersuchten den Effekt einer adjuvanten Zinktherapie
bei Patienten, die wegen einer Major-Depression mit Imipramin behandelt wurden.
An der Studie nahmen 60 Patienten teil; sie alle erhielten etwa 140 mg Imipramin
pro Tag, die Hälfte der Patienten bekamen zusätzlich 25 mg Zink oder ein
Placebopräparat. Bei den Patienten, die mit Zink behandelt wurden, kam es zu
einer signifikanten Verminderung der Depression-Scores und zu einer schnelleren
Besserung im Vergleich zur Placebogruppe. Die Zinksupplementierung verbesserte
also die Effektivität und Geschwindigkeit der therapeutischen Antwort auf
Imipramin – besonders bei den Patienten, die zuvor kaum auf antidepressive
Pharmakotherapien ansprachen. Es ist also davon auszugehen, dass eine Störung
der glutamatergen NMDA-Rezeptoren an der Pathophysiologie der
Andidepressiva-Resistenz beteiligt ist. Zink ist bekanntlich ein Antagonist an
NMDA-Rezeptoren.
Referenz:
Siwek M et al: Zinc supplementation augments efficacy of imipramine in treatment
resistant patients: a double blind, a placebo-controlled study. J. Affect Disord.
2009 Nov; 118(1-3): 187-95
| November 2010 |
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Hoher Bleispiegel im Vollblut verschlechtert
Hirnleistung
Wissenschaftler der Duke University und der North Carolina Central University
konnten nachweisen, dass die Bleibelastung einkommensschwacher Familien,
insbesondere bei Kindern, ein Problem darstellt. Bei den Kindern mit schlechten
Testergebnissen in verschiedenen Hirnleistungstests war häufig eine hohe
Bleibelastung nachweisbar, wobei festzustellen war, dass die Beeinflussung der
Testergebnisse mit der Höhe der Bleibelastung korrelierte. Da die Studie in den
USA durchgeführt wurde, sei angemerkt, dass Kinder aus sozial schwachen Familien
erfahrungsgemäß auch vermehrt in Altbauwohnungen leben, die z.B. noch mit
bleihaltigen Farben gestrichen waren.
Referenz:
www.sciencedaily.com, Oct. 20, 2009: Children´s blood leas levels linked to
lower test scores
| Oktober 2009 |
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Vitamin-D-Mangel führt zu kognitiven Störungen bei älteren Frauen
Französische und Schweizer Wissenschaftler haben bei 752 Frauen, die 75 Jahre
und älter waren, den Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und der
kognitiven Leistungsfähigkeit untersucht. Letztere wurde durch einen
standardisierten Fragebogen erfasst. Ein Vitamin-D-Mangel wurde durch eine
Serumkonzentration kleiner als 10 ng/ ml definiert. Es gab bei den älteren
Frauen eine eindeutige Korrelation zwischen der Vitamin-D-Konzentration und der
kognitiven Leistungsfähigkeit.
Referenz:
Annweiler C et al: Association of vitamin D deficiency with cognitive impairment
in older women. Cross-sectional study; Neurology. 2009 Sep. 30
| Oktober 2009 |
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Glycineinnahme gut im Gehirn
nachweisbar
Eine hochdosierte Glycinsupplementierung wurde schon mehrfach als adjuvante
Therapie bei der Schizophrenie zur Verbesserung der glutamatergen
Neurotransmission erprobt. Meist wurden nach ca. zwei Wochen klinische
Verbesserungen beobachtet. In einer Studie der Harvard Medical School konnte
jetzt durch ein nicht invasives bildhaftes Verfahren bei 11 gesunden männlichen
Versuchspersonen gezeigt werden, dass 17 Stunden nach der letzten Glycingabe das
Glycin-/ Kreatin-Verhältnis im Gehirn signifikant erhöht war. Die Studie
dokumentiert, dass es möglich ist, mit Hilfe der Protonenspektroskopie
Veränderungen der Glycinkonzentration im Gehirn nachzuweisen, woraus dann
gezielte Therapiestrategien mit Glycin entwickelt werden können.
Referenz:
Kaufmann MJ et al: Oral glycine administration increases brain glycine/ creatine
ratios in men: A proton magnetic resonance spectroscopy study; Psychiatry Res.
2009 Jun 24
| August 2009 |
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Glycin
bei Zwangsstörungen
Wissenschaftler der New-York University fanden erste Hinweise, dass die Einnahme
von Glycin in hoher Dosierung die Symptome von Zwangsstörungen vermindern kann.
Diese Beobachtung sollte in weiteren Studien überprüft werden, könnte aber eine
neue Strategie bei der Behandlung von Zwangserkrankungen darstellen.
Referenz:
Greenberg WM et al: Adjunctive glycine in the treatment of
obsesessive-compulsive disorder in adults; J. Psychiatr. Res. 2009 Mar; 43(6):
664-70
| August 2009 |
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Depressive Symptome bei
KHK-Patienten
Bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung wurde eine vermehrte Synthese des
Metaboliten Kynurein aus Tryptophan mit Hilfe des Enzyms
Indolamin-2,3-Dioxygenase (IDO) beobachtet. In einer Studie der Universität von
Toronto wurde nun untersucht, inwieweit die IDO-Aktivierung mit depressiven
Symptomen bei KHK-Patienten assoziiert war. Als Maß der IDO-Aktivierung diente
das Verhältnis von Kynurein zu Tryptophan. Von den 95 KHK-Patienten, die an der
Studie teilnahmen, erfüllten 24 Patienten die Kriterien für eine depressive
Erkrankung.
Im Vergleich zu den nichtdepressiven Patienten zeigte sich bei den depressiven
Patienten
ein Trend zu einem höheren K/T-Verhältnis. Eine Aktivierung der IDO ist mit dem
Schweregrad depressiver Symptome bei KHK-Patienten assoziiert.
Referenz:
Swardfager W et al: Indoleamine 2,3-dioxygenase aktivation and depressive
symptoms in patients with coronary artery disease; Psychoneuroendocrinology;
2009 Jun 18
| Juni 2009 |
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Depressionen
und Darm
Es ist hinreichend belegt, dass proinflammatorische Zytokine in der
Pathophysiologie der Depression eine wichtige Rolle spielen. Bei depressiven
Patienten sind häufig eine erhöhte Bildung proinflammatorischer Zytokine wie
Interleukin-6 und TNF-Alpha sowie eine erhöhte Expression von
T-Lymphozyten-Aktivierungsmarkern und eine Akutphasenreaktion nachweisbar.
Desweiteren treten auf: eine verminderte Zinkkonzentration, eine reduzierte
Zytotoxizität der NK-Zellen sowie ein vermehrter Tryptophanabbau, hervorgerufen
durch eine Aktivierung der Indolamin-Oxidase (IDO).
Bild: S. Hofschläger, Pixelio.de
Einen interessanten neuen Aspekt hat eine Studie ergeben, die von belgischen und
polnischen Wissenschaftlern durchgeführt wurde. Bei depressiven Patienten wurden
die IgM- und IgA-Antikörper gegen Lipopolysaccharide (LPS) gram- negativer
Enterobakterien untersucht. Es zeigte sich, dass die IgM- und
IgA-Konzentrationen gegen LPS von Enterobakterien bei Patienten mit einer
depressiven Episode signifikant höher waren als bei gesunden Freiwilligen. Zu
den Symptomen, die bei erhöhten IgM- und IgA-Werten nachweisbar sind, gehören
Müdigkeit, gastrointestinale Symptome und das subjektive Gefühl einer Infektion.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die erhöhte Entzündungsbereitschaft
bei depressiven Patienten möglicherweise auch durch eine erhöhte Translokation
von LPS erklärt werden kann.
Psychologische Stressfaktoren könnten zum Beispiel durch die vermehrte
Produktion von Interleukin-6 und Interferon-Gamma die Barrierefunktin des Darms
beeinträchtigen. Diese Zytokine schädigen nachweislich die Schleimhautbarriere
des Darms. Die Ergebnisse der Studie sprechen dafür, dass bei depressiven
Patienten ein Leaky-gut-Syndrom vorliegen kann.
Referenz:
Michael Maes et al: The gut-brain barrier in major depression: Intestinal
mucosal dysfunction with an increased translocation of LPS from gram negative
enterobacteria (leaky gut) plays a role in the inflammatory pathophysiology of
depression; Neuroendocrinology Letters, Volume 29, No. 1, 2008
| Mai 2009 |
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Lithium im
Trinkwasser soll Selbstmordrate senken
Um die Suizidrate zu senken, schlagen japanische Wissenschaftler vor, dem
Trinkwasser den Wirkstoff Lithium zuzusetzen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass es weltweit etwa eine
Million Selbstmorde pro Jahr gibt – die meisten wegen Depressionen. Nach einer
Rangliste der WHO verzeichnet Japan eine besonders hohe Suizidrate. Japan liegt
mit 23,7 Suiziden pro 100.000 Einwohner in den vorderen Rängen. Im Vergleich
dazu waren es 2004 in Deutschland 13 Personen pro 100.000 Einwohner, die ihr
Leben durch Suizid vorzeitig beendeten.
Bild: Pixelio.de, Pinki 84
Eine japanische Studie, die jetzt in der Zeitschrift „British Journal of
Psychiatry“ veröffentlicht wurde, legt nahe, dass dem Trinkwasser zugesetztes
Lithium die Zahl der Suizide möglicherweise senken könnte. Lithium ist ein
essentielles Spurenelement, das u.a. eine antidepressive Wirkung aufweist.
Forscher der Universitäten Ôita und Hiroshima analysierten den Lithiumgehalt des
Wassers von 18 Gemeinden der Präfektur Ôita auf der Insel Kyûshû und verglichen
die Daten mit den Selbstmordraten der jeweiligen Gemeinden.
Die Suizidrate war demnach in Gebieten mit hohem Lithiumgehalt im Trinkwasser
deutlich niedriger als in Gebieten, wo der Gehalt an Lithium im Wasser sehr
niedrig war. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass die konstante Aufnahme
winziger Mengen an Lithium im Trinkwasser ausschlaggebend ist für die geringe
Selbstmordrate. Allerdings müsse man dabei äusserst behutsam umgehen, denn in
höherer Dosis könne Lithium auch giftig sein.
Quelle:
www.20min.ch, 13.05.2009
www.welt.de, 12.05.2009
| Mai 2009 |
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Junk-Food und
Verhaltensprobleme bei Kindern
Wissenschaftler der University of Bristol verwendeten Daten der ALSPAC
Cohortenstudie zur Beurteilung, ob und inwieweit der Verzehr von Junk-Food im
Alter von viereinhalb Jahren einen Einfluss auf Hyperaktivität im Alter von
sieben Jahren hatte. Es zeigte sich, dass die Kinder mit einem hohen Konsum von
Junk-Food in der frühen Kindheit mit größerer Wahrscheinlichkeit zum oberen
Drittel der „SDQ hyperactivity sub-scale“ gehörten.
Referenz:
NJ Wiles at al: Junk food diet and childhood behavioural problems: results from
the ALSPAC cohort; European Journal of Clinical Nutrition (2009)
| Mai 2009 |
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Vitamin D ist mit kognitiver Leistungsfähigkeit bei Senioren assoziiert
Bei 377 Senioren schwarzer und 703 anderer Hautfarbe wurden neurophysiologische
Tests durchgeführt und die Vitamin-D3-Konzentration bestimmt. Mehr als 65
Prozent der Senioren hatten suboptimale Vitamin-D3-Konzentrationen von < 20 ng/
ml, 18 Prozent wiesen Konzentrationen von < 10 ng/ ml auf. Es ergab sich kein
Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und den Gedächtnistests; dafür
waren höhere Vitamin-D-Spiegel mit deutlich besseren Exekutivfunktionen mit
einer höheren Verarbeitungsgeschwindigkeit von Informationen assoziiert.
Bild: Schemmi, Pixelio.de
Referenz:
Buell JS et al: Vitamin D is associated with cognitive function in elders
receiving home health services.; J Gerontol A Biol Sci Med. Sci. 2009 Apr 17
| Mai 2009 |
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Blei verändert Stressantwort
Selbst kleine Bleispiegel während der frühen Kindheit können sich negativ auf
die Stressregulation des Herz-Kreislauf-Systems auswirken und möglicherweise zu
arterieller Hypertonie im späteren Leben führen. Dies hat eine Studie der State
University of New York nachgewiesen. Die Bleibelastung war mit einer Erhöhung
des Gefäßwiderstandes assoziiert, wenn die Kinder eine anstrengende
Computerarbeit erledigen mussten.
Ein erhöhter Gefäßwiderstand ist bekanntlich ein Risikofaktor für arterielle
Hypertonie, wenn er über längere Zeit besteht. In der Studie wurde auch
nachgewiesen, dass die Bleibelastung mit einer Verminderung der
Aldesteronspiegel einherging. Von besondere Bedeutung ist, dass die Teilnehmer
der Studie sehr niedrige Bleispiegel hatten: weit unter dem Wert, den die
amerikanische Gesundheitsbehörde als zulässige Untergrenze einstuft.
Referenz:
Sciencedaily.com, Apr. 21, 2009: Low lead levels in children can affect
cardiovascular responses to stress
| April 2009 |
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Zusammenhang zwischen
Taurinaufnahme und Stress
Wissenschaftler der koreanischen Inha University untersuchten den Zusammenhang
zwischen der Taurinaufnahme aus der Nahrung und den Stressbelastungen. An der
Studie nahmen 164 männliche und 156 weibliche College-Studenten teil. Die
Stressbelastungen wurden in Form eines Life-Stress-Fragebogens erfasst. Bei den
weiblichen Studienteilnehmern bestand eine signifikant negative Korrelation
zwischen der Taurinaufnahme und der Häufigkeit, Bedeutung und Gesamtzahl der
Stressbelastungen. Bei den männlichen Studienteilnehmern konnte kein
diesbezüglicher Zusammenhang festgestellt werden.
Referenz:
Sung MJ et al: Correlations between dietary taurine intake and life stress in
Korean college students; Adv Exp Med Biol. 2009; 643: 423-8
| März 2009 |
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Lebenslange
Bleibelastung
Blei wirkt sich schädlich auf das Gehirn aus, sowohl in seiner Entwicklungsphase
als auch während des Alterns. Für Senioren ist dabei entscheidend, dass Blei
sich im Laufe des Lebens im Körper anreichert: Es wird in die Knochen
eingelagert und nur sehr langsam wieder abgebaut. Wissenschaftler der
Universität Pittsburgh untersuchten in einer Studie männliche Arbeiter über 55
Jahre. Die Männer, bei denen sich die größte Menge Blei in den Knochen
eingelagert hatte, zeigten bei verschiedenen Testreihen zur Hirnfunktion die
schlechtesten Ergebnisse - unabhängig davon, wie hoch die Bleikonzentration zum
Zeitpunkt der Untersuchung war. Der Zusammenhang zwischen eingelagertem Blei und
schlechter Hirnfunktion war umso deutlicher, je älter die Testteilnehmer waren.
Selbst wenn jemand längere Zeit nicht mehr mit Blei in Kontakt gekommen war,
genügte die frühere Schadstoffbelastung, um die Hirnleistungsfähigkeit in
späteren Jahren zu beeinträchtigen.
Referenz:
Focus online, 12.01.2009: Bleischwere Gedanken
| Januar 2009 |
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Tryptophanmangel
verstärkt Süssigkeitsverlangen
Von der University of Massachusetts wurde eine Studie durchgeführt, bei der
Übergewichtige und schlanke Erwachsene mit und ohne rezidivierender Depression
einem Tryptophandepletionstest unterzogen wurden. Bei einem solchen Test wird
experimentell, z.B. durch Zufuhr eines entsprechenden Aminosäurengetränks, ein
Tryptophanmangel erzeugt, der dann auch zu einer verminderten Serotoninsynthese
im Gehirn führt. Der Tryptophandepletionstest erhöhte bei den übergewichtigen
Versuchsteilnehmern signifikant die Aufnahme von süßen Speisen und führte auch
zu einer deutlichen Bevorzugung süßer Nahrungsmittel. Bei schlanken
Versuchspersonen blieb durch den Tryptophanmangel die Aufnahme von süßen Speisen
und die Nahrungsvorliebe unbeeinflusst.
Referenz:
Pagote SL et al: Acute tryptophan depletion and sweet food consumption by
overweight adults; Eat Behav. 2009 Jan; 10(1): 36-41
| Januar 2009 |
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Folsäure und die
Vitamine B12 und B6 bei Depressionen
In verschiedenen epidemiologischen Studien wurde über einen Zusammenhang
zwischen niedrigen Blutkonzentrationen von Folsäure, Vitamin B6 und B12 und
einer höheren Prävalenz von depressiven Symptomen berichtet.
Wissenschaftler der Universität Las Palmas (Kanarische Inseln) untersuchten bei
9670 Versuchspersonen den Zusammenhang zwischen den Vitaminkonzentrationen und
einer depressiven Symptomatik. Eine niedrige Folsäurezufuhr war sowohl bei
männlichen Rauchern als auch bei Nichtrauchern mit einem niedrigen
Ängstlichkeitslevel assoziiert. Eine niedrige Aufnahme von Vitamin B12 war bei
Frauen mit Depressionen assoziiert. Für Vitamin B6 konnten keine signifikanten
Zusammenhänge gefunden werden.
Referenz:
Sánchez-Villegas A et al: Association between folate, vitamin B12 and vitamin B6
intake and depression in the SUN cohort Study; J Hum Nutr. Diet. 2009 Jan 16
| Januar 2009 |
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Vorsicht mit hoher
Folsäurezufuhr bei B12-Mangel
Wissenschaftler unter Federführung der Tufts University untersuchten den
Einfluss von Vitamin B12 und Folsäure auf kognitive Störungen und Anämie sowie
biochemische Indikatoren eines Vitamin-B12-Mangels. Dazu wurden Daten von NHANES
1999 bis 2002 verwendet. Es zeigte sich bei den Studienteilnehmern mit einer
Vitamin-B12-Konzentration kleiner als 200 ng/ ml mit zunehmenden
Serum-Folsäurekonzentrationen ein Anstieg der Homocystein- und
Malondialdehyd-Konzentrationen.
Der gegenteilige Trend war bei den Studienteilnehmern mit einer
B-12-Konzentration höher als 200 ng/ ml. zu verzeichnen. Offensichtlich führt
bei Vitamin-B12-Mangel eine hohe Folsäurezufuhr zu einer Störung der
Vitamin-B12-abhängigen Enzyme Methioninsynthase und MMA-Coenzym-A-Mutase.
Referenz:
Jacob Selhub et al: Folate-vitamin B12 interaction in relation to cognitive
impairment, anemia, and biochemical indicators of vitamin B12 deficiency; Am J
Clin Nutr., January 12, 2009-02-11
Kommentar:
Aus dieser Studie geht hervor, dass Vitamin B12 und Folsäure sinnvollerweise
zusammen gemessen werden sollten. Wichtig ist vor allem die Erkenntnis, dass
eine Folsäuretherapie bei sehr niedrigen Vitamin-B12-Konzentrationen nachteilige
Effekte hervorruft.
| Januar 2009 |
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