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Studien 2009
 


Bleibelastung in der Kindheit führt zu permanenten Gehirnschäden
Bleibelastung bei jungen Erwachsenen führt zu Depressionen, Panikstörungen
Blei ist ein häufig vorkommendes Umweltgift mit neurotoxischen Eigenschaften
Zink verbessert Ergebnisse einer antidepressiven Therapie
Vitamin-D-Mangel führt zu kognitiven Störungen bei älteren Frauen
Glycineinnahme gut im Gehirn nachweisbar
Glycin bei Zwangsstörungen
Depressive Symptome bei KHK-Patienten
Depressionen und Darm
Lithium im Trinkwasser soll Selbstmordrate senken
Junk-Food und Verhaltensprobleme bei Kindern
Hoher Bleispiegel im Vollblut verschlechtert Hirnleistung
Vitamin D ist mit kognitiver Leistungsfähigkeit bei Senioren assoziiert
Blei verändert Stressantwort
Zusammenhang zwischen Taurinaufnahme und Stress
Lebenslange Bleibelastung
Tryptophanmangel verstärkt Süssigkeitsverlangen
Folsäure und die Vitamine B12 und B6 bei Depressionen
Vorsicht mit hoher Folsäurezufuhr bei B12-Mangel

 

Bleibelastung in der Kindheit führt zu permanenten Gehirnschäden

Auf der Jahrestagung der radiologischen Gesellschaft von Nordamerika 2009 wurde eine Studie der University of Cincinnati vorgestellt. In die Untersuchung waren 33 Erwachsene einbezogen, bei denen bereits in der Kindheit eine Bleibelastung festgestellt worden war. Es handelte sich um 14 Frauen und 19 Männer im Durchschnittsalter von 21 Jahren. Die Bleikonzentrationen der Studienteilnehmer lagen zwischen 50 und 370 µg/ l. Bei jedem der Studienteilnehmer wurde eine Kernspintomographie durchgeführt sowie zwei Testverfahren zur Beurteilung verschiedener Hirnleistung wie Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Entscheidungsfreudigkeit etc.
Das bildgebende Verfahren zeigte, dass die Studienteilnehmer mit erhöhten Blei-Blutspiegeln eine veränderte Hirnaktivität aufwiesen. Das Hirnareal für Hemmung wurde offensichtlich durch die Bleibelastung geschädigt. Außerdem konnte man einen Zusammenhang zwischen höheren Bleikonzentrationen und einer verminderten Aktivität der Parietalregion und anderer Hirnregionen beobachten. Die Autoren der Studie kommen zu der Feststellung, dass Bleischäden im Gehirn offensichtlich langanhaltend sind und auch durch eine Senkung der Bleispiegel nicht reversibel sind.

Referenz:
www.sciencedaily.com, Dec. 2, 2009: Childhood lead exposure causes permanent brain damage

Dezember 2010


Bleibelastung bei jungen Erwachsenen führt zu Depressionen, Panikstörungen

Junge Erwachsene mit höheren Bleispiegeln scheinen ein erhöhtes Risiko für Mayor-Depression und Panikstörungen zu haben. In die Studie wurden die Daten von knapp 2000 jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 39 Jahren einbezogen. Die Daten stammen aus einer NHANES-Untersuchung zwischen 1999 und 2004. 6,7 Prozent der jungen Erwachsenen erfüllten die Kriterien für eine Mayor-Depression, 2,2 Prozent hatten Panikstörungen und 2,4 Prozent eine generalisierte Angststörung. Die Studienteilnehmer mit den höchsten Bleikonzentrationen im Vollblut (21,1 µg/ l) oder mehr hatten ein 2,3-fach höheres Risiko für eine Mayor-Depression und ein nahezu fünffaches Risiko für Panikattacken im Vergleich zu den Studienteilnehmern mit den niedrigsten Blei-Blutspiegeln (7 µg/ l oder weniger). Selbst niedrige Bleispiegel könnten Gehirnprozesse stören, besonders die, bei denen die Neurotransmitter Serotonin und die Katecholamine involviert sind. Die Autoren der Studie, die im Dezember 2009 in „Archives of General Psychiatry“ erschien, kamen zu dem Schluss, dass die Neurotoxizität des Bleis zu diesen psychischen Störungen beiträgt – selbst in Konzentrationen, die man im allgemeinen als niedrig oder nicht riskant ansieht.

Referenz:
www.Sciencedaily.com, Dec. 8, 2009: Young adults´blood lead levels linked to depression, panic disorder

Dezember 2010


Blei ist ein häufig vorkommendes Umweltgift mit neurotoxischen Eigenschaften

Es ist gut belegt, dass eine Bleibelastung sowohl die Hirnleistungsfähigkeit wie auch das Verhalten von Kindern nachteilig beeinflusst. Wissenschaftler der Universität von Montreal untersuchten, in wieweit die Bleispiegel im Blut mit der Häufigkeit psychiatrischer Erkrankungen bei Erwachsenen zusammenhängt. Dazu wurden Daten von 1987 jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 39 Jahren verwendet. Die mittlere Vollblut-Blei-Konzentration war 16,1 µg/ l. Es zeigte sich, dass das Risiko für Major-Depression und Panikstörungen mit steigender Bleikonzentration signifikant zunahm. Die Personen mit Bleikonzentrationen im höchsten Quintil hatten ein 2,3-fach erhöhtes Risiko für eine Major-Depression und ein 4,9-fach erhöhtes Risiko für Panikstörungen. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass bei jungen Erwachsenen mit einer niedrigen Bleiexposition höhere Bleispiegel das Risiko für psychiatrische Erkrankungen erhöhen können. Bemerkenswert dabei ist auch, dass Bleispiegel, die man als unbedenklich eingestuft hat, die psychische Gesundheit nachteilig beeinflussen können.

Referenz:
Bouchard MF et al: Blood lead levels and major depressive disorder, panic disorder, and generalized anxiety disorder in US young adults; Arch Gen Psychiatry. 2009 Dec; 66(12): 1313-9

Dezember 2010


Zink verbessert Ergebnisse einer antidepressiven Therapie

Polnische Wissenschaftler untersuchten den Effekt einer adjuvanten Zinktherapie bei Patienten, die wegen einer Major-Depression mit Imipramin behandelt wurden. An der Studie nahmen 60 Patienten teil; sie alle erhielten etwa 140 mg Imipramin pro Tag, die Hälfte der Patienten bekamen zusätzlich 25 mg Zink oder ein Placebopräparat. Bei den Patienten, die mit Zink behandelt wurden, kam es zu einer signifikanten Verminderung der Depression-Scores und zu einer schnelleren Besserung im Vergleich zur Placebogruppe. Die Zinksupplementierung verbesserte also die Effektivität und Geschwindigkeit der therapeutischen Antwort auf Imipramin – besonders bei den Patienten, die zuvor kaum auf antidepressive Pharmakotherapien ansprachen. Es ist also davon auszugehen, dass eine Störung der glutamatergen NMDA-Rezeptoren an der Pathophysiologie der Andidepressiva-Resistenz beteiligt ist. Zink ist bekanntlich ein Antagonist an NMDA-Rezeptoren.

Referenz:
Siwek M et al: Zinc supplementation augments efficacy of imipramine in treatment resistant patients: a double blind, a placebo-controlled study. J. Affect Disord. 2009 Nov; 118(1-3): 187-95

November 2010


Hoher Bleispiegel im Vollblut verschlechtert Hirnleistung

Wissenschaftler der Duke University und der North Carolina Central University konnten nachweisen, dass die Bleibelastung einkommensschwacher Familien, insbesondere bei Kindern, ein Problem darstellt. Bei den Kindern mit schlechten Testergebnissen in verschiedenen Hirnleistungstests war häufig eine hohe Bleibelastung nachweisbar, wobei festzustellen war, dass die Beeinflussung der Testergebnisse mit der Höhe der Bleibelastung korrelierte. Da die Studie in den USA durchgeführt wurde, sei angemerkt, dass Kinder aus sozial schwachen Familien erfahrungsgemäß auch vermehrt in Altbauwohnungen leben, die z.B. noch mit bleihaltigen Farben gestrichen waren.

Referenz:
www.sciencedaily.com, Oct. 20, 2009: Children´s blood leas levels linked to lower test scores

Oktober 2009


Vitamin-D-Mangel führt zu kognitiven Störungen bei älteren Frauen

Französische und Schweizer Wissenschaftler haben bei 752 Frauen, die 75 Jahre und älter waren, den Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und der kognitiven Leistungsfähigkeit untersucht. Letztere wurde durch einen standardisierten Fragebogen erfasst. Ein Vitamin-D-Mangel wurde durch eine Serumkonzentration kleiner als 10 ng/ ml definiert. Es gab bei den älteren Frauen eine eindeutige Korrelation zwischen der Vitamin-D-Konzentration und der kognitiven Leistungsfähigkeit.

Referenz:
Annweiler C et al: Association of vitamin D deficiency with cognitive impairment in older women. Cross-sectional study; Neurology. 2009 Sep. 30

Oktober 2009


Glycineinnahme gut im Gehirn nachweisbar

Eine hochdosierte Glycinsupplementierung wurde schon mehrfach als adjuvante Therapie bei der Schizophrenie zur Verbesserung der glutamatergen Neurotransmission erprobt. Meist wurden nach ca. zwei Wochen klinische Verbesserungen beobachtet. In einer Studie der Harvard Medical School konnte jetzt durch ein nicht invasives bildhaftes Verfahren bei 11 gesunden männlichen Versuchspersonen gezeigt werden, dass 17 Stunden nach der letzten Glycingabe das Glycin-/ Kreatin-Verhältnis im Gehirn signifikant erhöht war. Die Studie dokumentiert, dass es möglich ist, mit Hilfe der Protonenspektroskopie Veränderungen der Glycinkonzentration im Gehirn nachzuweisen, woraus dann gezielte Therapiestrategien mit Glycin entwickelt werden können.

Referenz:
Kaufmann MJ et al: Oral glycine administration increases brain glycine/ creatine ratios in men: A proton magnetic resonance spectroscopy study; Psychiatry Res. 2009 Jun 24

August 2009


Glycin bei Zwangsstörungen

Wissenschaftler der New-York University fanden erste Hinweise, dass die Einnahme von Glycin in hoher Dosierung die Symptome von Zwangsstörungen vermindern kann. Diese Beobachtung sollte in weiteren Studien überprüft werden, könnte aber eine neue Strategie bei der Behandlung von Zwangserkrankungen darstellen.

Referenz:
Greenberg WM et al: Adjunctive glycine in the treatment of obsesessive-compulsive disorder in adults; J. Psychiatr. Res. 2009 Mar; 43(6): 664-70

August 2009


Depressive Symptome bei KHK-Patienten

Bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung wurde eine vermehrte Synthese des Metaboliten Kynurein aus Tryptophan mit Hilfe des Enzyms Indolamin-2,3-Dioxygenase (IDO) beobachtet. In einer Studie der Universität von Toronto wurde nun untersucht, inwieweit die IDO-Aktivierung mit depressiven Symptomen bei KHK-Patienten assoziiert war. Als Maß der IDO-Aktivierung diente das Verhältnis von Kynurein zu Tryptophan. Von den 95 KHK-Patienten, die an der Studie teilnahmen, erfüllten 24 Patienten die Kriterien für eine depressive Erkrankung.
Im Vergleich zu den nichtdepressiven Patienten zeigte sich bei den depressiven Patienten
ein Trend zu einem höheren K/T-Verhältnis. Eine Aktivierung der IDO ist mit dem Schweregrad depressiver Symptome bei KHK-Patienten assoziiert.

Referenz:
Swardfager W et al: Indoleamine 2,3-dioxygenase aktivation and depressive symptoms in patients with coronary artery disease; Psychoneuroendocrinology; 2009 Jun 18

Juni 2009


Depressionen und Darm

Es ist hinreichend belegt, dass proinflammatorische Zytokine in der Pathophysiologie der Depression eine wichtige Rolle spielen. Bei depressiven Patienten sind häufig eine erhöhte Bildung proinflammatorischer Zytokine wie Interleukin-6 und TNF-Alpha sowie eine erhöhte Expression von T-Lymphozyten-Aktivierungsmarkern und eine Akutphasenreaktion nachweisbar.
Desweiteren treten auf: eine verminderte Zinkkonzentration, eine reduzierte Zytotoxizität der NK-Zellen sowie ein vermehrter Tryptophanabbau, hervorgerufen durch eine Aktivierung der Indolamin-Oxidase (IDO).
Bild: S. Hofschläger, Pixelio.de

Einen interessanten neuen Aspekt hat eine Studie ergeben, die von belgischen und polnischen Wissenschaftlern durchgeführt wurde. Bei depressiven Patienten wurden die IgM- und IgA-Antikörper gegen Lipopolysaccharide (LPS) gram- negativer Enterobakterien untersucht. Es zeigte sich, dass die IgM- und IgA-Konzentrationen gegen LPS von Enterobakterien bei Patienten mit einer depressiven Episode signifikant höher waren als bei gesunden Freiwilligen. Zu den Symptomen, die bei erhöhten IgM- und IgA-Werten nachweisbar sind, gehören Müdigkeit, gastrointestinale Symptome und das subjektive Gefühl einer Infektion. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die erhöhte Entzündungsbereitschaft bei depressiven Patienten möglicherweise auch durch eine erhöhte Translokation von LPS erklärt werden kann.

Psychologische Stressfaktoren könnten zum Beispiel durch die vermehrte Produktion von Interleukin-6 und Interferon-Gamma die Barrierefunktin des Darms beeinträchtigen. Diese Zytokine schädigen nachweislich die Schleimhautbarriere des Darms. Die Ergebnisse der Studie sprechen dafür, dass bei depressiven Patienten ein Leaky-gut-Syndrom vorliegen kann.

Referenz:
Michael Maes et al: The gut-brain barrier in major depression: Intestinal mucosal dysfunction with an increased translocation of LPS from gram negative enterobacteria (leaky gut) plays a role in the inflammatory pathophysiology of depression; Neuroendocrinology Letters, Volume 29, No. 1, 2008

Mai 2009


Lithium im Trinkwasser soll Selbstmordrate senken

Um die Suizidrate zu senken, schlagen japanische Wissenschaftler vor, dem Trinkwasser den Wirkstoff Lithium zuzusetzen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass es weltweit etwa eine Million Selbstmorde pro Jahr gibt – die meisten wegen Depressionen. Nach einer Rangliste der WHO verzeichnet Japan eine besonders hohe Suizidrate. Japan liegt mit 23,7 Suiziden pro 100.000 Einwohner in den vorderen Rängen. Im Vergleich dazu waren es 2004 in Deutschland 13 Personen pro 100.000 Einwohner, die ihr Leben durch Suizid vorzeitig beendeten.
Bild: Pixelio.de, Pinki 84
Eine japanische Studie, die jetzt in der Zeitschrift „British Journal of Psychiatry“ veröffentlicht wurde, legt nahe, dass dem Trinkwasser zugesetztes Lithium die Zahl der Suizide möglicherweise senken könnte. Lithium ist ein essentielles Spurenelement, das u.a. eine antidepressive Wirkung aufweist.
Forscher der Universitäten Ôita und Hiroshima analysierten den Lithiumgehalt des Wassers von 18 Gemeinden der Präfektur Ôita auf der Insel Kyûshû und verglichen die Daten mit den Selbstmordraten der jeweiligen Gemeinden.
Die Suizidrate war demnach in Gebieten mit hohem Lithiumgehalt im Trinkwasser deutlich niedriger als in Gebieten, wo der Gehalt an Lithium im Wasser sehr niedrig war. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass die konstante Aufnahme winziger Mengen an Lithium im Trinkwasser ausschlaggebend ist für die geringe Selbstmordrate. Allerdings müsse man dabei äusserst behutsam umgehen, denn in höherer Dosis könne Lithium auch giftig sein.

Quelle:
www.20min.ch, 13.05.2009
www.welt.de, 12.05.2009

 

Mai 2009


Junk-Food und Verhaltensprobleme bei Kindern

Wissenschaftler der University of Bristol verwendeten Daten der ALSPAC Cohortenstudie zur Beurteilung, ob und inwieweit der Verzehr von Junk-Food im Alter von viereinhalb Jahren einen Einfluss auf Hyperaktivität im Alter von sieben Jahren hatte. Es zeigte sich, dass die Kinder mit einem hohen Konsum von Junk-Food in der frühen Kindheit mit größerer Wahrscheinlichkeit zum oberen Drittel der „SDQ hyperactivity sub-scale“ gehörten.

Referenz:
NJ Wiles at al: Junk food diet and childhood behavioural problems: results from the ALSPAC cohort; European Journal of Clinical Nutrition (2009)

Mai 2009


Vitamin D ist mit kognitiver Leistungsfähigkeit bei Senioren assoziiert

Bei 377 Senioren schwarzer und 703 anderer Hautfarbe wurden neurophysiologische Tests durchgeführt und die Vitamin-D3-Konzentration bestimmt. Mehr als 65 Prozent der Senioren hatten suboptimale Vitamin-D3-Konzentrationen von < 20 ng/ ml, 18 Prozent wiesen Konzentrationen von < 10 ng/ ml auf. Es ergab sich kein Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und den Gedächtnistests; dafür waren höhere Vitamin-D-Spiegel mit deutlich besseren Exekutivfunktionen mit einer höheren Verarbeitungsgeschwindigkeit von Informationen assoziiert.
Bild: Schemmi, Pixelio.de

Referenz:
Buell JS et al: Vitamin D is associated with cognitive function in elders receiving home health services.; J Gerontol A Biol Sci Med. Sci. 2009 Apr 17

Mai 2009


Blei verändert Stressantwort

Selbst kleine Bleispiegel während der frühen Kindheit können sich negativ auf die Stressregulation des Herz-Kreislauf-Systems auswirken und möglicherweise zu arterieller Hypertonie im späteren Leben führen. Dies hat eine Studie der State University of New York nachgewiesen. Die Bleibelastung war mit einer Erhöhung des Gefäßwiderstandes assoziiert, wenn die Kinder eine anstrengende Computerarbeit erledigen mussten.

Ein erhöhter Gefäßwiderstand ist bekanntlich ein Risikofaktor für arterielle Hypertonie, wenn er über längere Zeit besteht. In der Studie wurde auch nachgewiesen, dass die Bleibelastung mit einer Verminderung der Aldesteronspiegel einherging. Von besondere Bedeutung ist, dass die Teilnehmer der Studie sehr niedrige Bleispiegel hatten: weit unter dem Wert, den die amerikanische Gesundheitsbehörde als zulässige Untergrenze einstuft.

Referenz:
Sciencedaily.com, Apr. 21, 2009: Low lead levels in children can affect cardiovascular responses to stress

April 2009


Zusammenhang zwischen Taurinaufnahme und Stress

Wissenschaftler der koreanischen Inha University untersuchten den Zusammenhang zwischen der Taurinaufnahme aus der Nahrung und den Stressbelastungen. An der Studie nahmen 164 männliche und 156 weibliche College-Studenten teil. Die Stressbelastungen wurden in Form eines Life-Stress-Fragebogens erfasst. Bei den weiblichen Studienteilnehmern bestand eine signifikant negative Korrelation zwischen der Taurinaufnahme und der Häufigkeit, Bedeutung und Gesamtzahl der Stressbelastungen. Bei den männlichen Studienteilnehmern konnte kein diesbezüglicher Zusammenhang festgestellt werden.


Referenz:
Sung MJ et al: Correlations between dietary taurine intake and life stress in Korean college students; Adv Exp Med Biol. 2009; 643: 423-8

März 2009


Lebenslange Bleibelastung

Blei wirkt sich schädlich auf das Gehirn aus, sowohl in seiner Entwicklungsphase als auch während des Alterns. Für Senioren ist dabei entscheidend, dass Blei sich im Laufe des Lebens im Körper anreichert: Es wird in die Knochen eingelagert und nur sehr langsam wieder abgebaut. Wissenschaftler der Universität Pittsburgh untersuchten in einer Studie männliche Arbeiter über 55 Jahre. Die Männer, bei denen sich die größte Menge Blei in den Knochen eingelagert hatte, zeigten bei verschiedenen Testreihen zur Hirnfunktion die schlechtesten Ergebnisse - unabhängig davon, wie hoch die Bleikonzentration zum Zeitpunkt der Untersuchung war. Der Zusammenhang zwischen eingelagertem Blei und schlechter Hirnfunktion war umso deutlicher, je älter die Testteilnehmer waren. Selbst wenn jemand längere Zeit nicht mehr mit Blei in Kontakt gekommen war, genügte die frühere Schadstoffbelastung, um die Hirnleistungsfähigkeit in späteren Jahren zu beeinträchtigen.

Referenz:
Focus online, 12.01.2009: Bleischwere Gedanken

Januar 2009


Tryptophanmangel verstärkt Süssigkeitsverlangen

Von der University of Massachusetts wurde eine Studie durchgeführt, bei der Übergewichtige und schlanke Erwachsene mit und ohne rezidivierender Depression einem Tryptophandepletionstest unterzogen wurden. Bei einem solchen Test wird experimentell, z.B. durch Zufuhr eines entsprechenden Aminosäurengetränks, ein Tryptophanmangel erzeugt, der dann auch zu einer verminderten Serotoninsynthese im Gehirn führt. Der Tryptophandepletionstest erhöhte bei den übergewichtigen Versuchsteilnehmern signifikant die Aufnahme von süßen Speisen und führte auch zu einer deutlichen Bevorzugung süßer Nahrungsmittel. Bei schlanken Versuchspersonen blieb durch den Tryptophanmangel die Aufnahme von süßen Speisen und die Nahrungsvorliebe unbeeinflusst.

Referenz:
Pagote SL et al: Acute tryptophan depletion and sweet food consumption by overweight adults; Eat Behav. 2009 Jan; 10(1): 36-41

 

Januar 2009


Folsäure und die Vitamine B12 und B6 bei Depressionen

In verschiedenen epidemiologischen Studien wurde über einen Zusammenhang zwischen niedrigen Blutkonzentrationen von Folsäure, Vitamin B6 und B12 und einer höheren Prävalenz von depressiven Symptomen berichtet.

Wissenschaftler der Universität Las Palmas (Kanarische Inseln) untersuchten bei 9670 Versuchspersonen den Zusammenhang zwischen den Vitaminkonzentrationen und einer depressiven Symptomatik. Eine niedrige Folsäurezufuhr war sowohl bei männlichen Rauchern als auch bei Nichtrauchern mit einem niedrigen Ängstlichkeitslevel assoziiert. Eine niedrige Aufnahme von Vitamin B12 war bei Frauen mit Depressionen assoziiert. Für Vitamin B6 konnten keine signifikanten Zusammenhänge gefunden werden.

Referenz:
Sánchez-Villegas A et al: Association between folate, vitamin B12 and vitamin B6 intake and depression in the SUN cohort Study; J Hum Nutr. Diet. 2009 Jan 16

 

Januar 2009


Vorsicht mit hoher Folsäurezufuhr bei B12-Mangel

Wissenschaftler unter Federführung der Tufts University untersuchten den Einfluss von Vitamin B12 und Folsäure auf kognitive Störungen und Anämie sowie biochemische Indikatoren eines Vitamin-B12-Mangels. Dazu wurden Daten von NHANES 1999 bis 2002 verwendet. Es zeigte sich bei den Studienteilnehmern mit einer Vitamin-B12-Konzentration kleiner als 200 ng/ ml mit zunehmenden Serum-Folsäurekonzentrationen ein Anstieg der Homocystein- und Malondialdehyd-Konzentrationen.
Der gegenteilige Trend war bei den Studienteilnehmern mit einer B-12-Konzentration höher als 200 ng/ ml. zu verzeichnen. Offensichtlich führt bei Vitamin-B12-Mangel eine hohe Folsäurezufuhr zu einer Störung der Vitamin-B12-abhängigen Enzyme Methioninsynthase und MMA-Coenzym-A-Mutase.

Referenz:
Jacob Selhub et al: Folate-vitamin B12 interaction in relation to cognitive impairment, anemia, and biochemical indicators of vitamin B12 deficiency; Am J Clin Nutr., January 12, 2009-02-11

Kommentar:
Aus dieser Studie geht hervor, dass Vitamin B12 und Folsäure sinnvollerweise zusammen gemessen werden sollten. Wichtig ist vor allem die Erkenntnis, dass eine Folsäuretherapie bei sehr niedrigen Vitamin-B12-Konzentrationen nachteilige Effekte hervorruft.

 

Januar 2009

 

 
  www.Angst-Depressionen.com