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Studien 2008
 


Elektrolyte und Stimmung
Vitamin D kann Depressionen beeinflussen
Vitamin B12 und Gedächtnis
Schilddrüse und oxidativer Stress
Antioxidative Vitamine vermindern Hirnleistungsstörungen bei Diabetikern
Serotoninmangel verschlechtert Stimmung
Pharmawerbung und Aussagen zu Nahrungsergänzungsmitteln
Vitamin D und Depressionen
Selen und Stimmung bei Senioren
Eisenspeicher beeinflusst Verhalten bei ADHS
Carnitin vermindert Müdigkeit bei Hundertjährigen
Blei und ADS

 

Elektrolyte und Stimmung

Australische Wissenschaftler untersuchten den Einfluss des Elektrolytegehalts in der Nahrung auf die Stimmung von Versuchspersonen.
Dabei zeigte sich, dass eine kaliumreiche und natriumarme Diät zur besseren Werten in einem Stimmungstest führte als eine kalziumreiche Diätform. Bei der kaliumreichen Diät kam es zu einer größeren Verbesserung bezüglich Depression und Spannungszuständen als bei der kalziumreichen Ernährung.

Referenz:
Susan J. Torres et al: Dietary electrolytes are related to mood; British Journal of Nutrition (2008), 100: 1038-1045
Dezember 2008, Nr. 43

Juli 2008


Vitamin D kann Depressionen beeinflussen

In einer Studie aus Norwegen wurden bei 441 Übergewichtigen und adipösen Frauen die Vitamin-D-Konzentrationen bestimmt, außerdem wurde das Beck Depression Inventory, ein international üblicher Test für Depressionen, durchgeführt. Die Studienteilnehmer mit einer Vitamin-D-Konzentration < 40 nmol/ l (< 16 ng/ ml) zeigten eine signifikant höhere Depressivität als die Studienteilnehmer mit einer Vitamin-D-Konzentration > 40 nmol/ l. Durch die Gabe von 20.000 bzw. 40.000 IU Vitamin E pro Woche kam es zu einer deutlichen Verminderung der Test-Scores.
In der Placebogruppe kam es zu keiner Veränderung der Depressivität. Es scheint also ein Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und Symptomen der Depression zu bestehen. Eine Supplementierung mit einer hohen Dosis Vitamin D vermag möglicherweise die Symptome zu bessern.

Referenz:
Jorde R et al: Effects of Vitamin D supplementation on symptoms of depression in overweight and obese subjects: randomized double blind trial; J Intern Med. 2008 Sep 10

Juli 2008


Vitamin B12 und Gedächtnis

Eine Studie der University of Oxford hat nachgewiesen, dass ältere Menschen mit einem unterdurchschnittlichen B12-Wert sechsmal eher an einer Schrumpfung des Gehirns leiden als die mit höchsten B12-Konzentrationen. An der Studie nahmen 107 gesunde Freiwillige im Alter von 61 bis 87 Jahren teil, die über fünf Jahre begleitet wurden. Die Studienteilnehmer wurden entsprechend ihrer B12-Werte in drei Gruppen aufgeteilt, wobei keiner der Studienteilnehmer einen labormedizinischen B12-Mangel hatte.
Die Studienteilnehmer mit den niedrigsten B12-Konzentrationen zeigten am ehesten Anzeichen einer Hirnschrumpfung, die kernspintomographisch nachgewiesen wurde.
Die Studie wurde am 8. September 2008 in der Zeitschrift Neurology publiziert.

Referenz:
Vitamin B12 key to aging brain; Medline Plus, 08.09.2008

Juli 2008


Schilddrüse und oxidativer Stress

In einer Studie türkischer Wissenschaftler wurde der Einfluss der Schilddrüsenfunktion auf die Marker für oxidativen Stress untersucht.
Drei Gruppen wurden verglichen: 20 Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion infolge einer Hashimoto Thyreoiditis, 20 Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion und 20 Kontrollpersonen.
Dabei zeigte sich, dass sowohl bei Patienten mit Hyperthyreose
als auch bei solchen mit Hypothyreose ein oxidativer Stress vorliegt, der bei Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion sogar noch ausgeprägter war. Offensichtlich haben die Schilddrüsenhormone einen erheblichen Einfluss auf den oxidativen Stress und das Antioxidantiensystem.

Referenz:
Erdamar H et al: The effect of hypothyreoidism, hyperthyreoidism, and their treatment on parmeters of oxidative stress and antioxidant status; Clin Chem Lab Med. 2008; 46(7): 1004-10

Juli 2008


Antioxidative Vitamine vermindern Hirnleistungsstörungen bei Diabetikern

In einer Studie der Universität von Toronto wurde überprüft, inwieweit die Einnahme von Vitamin C und E postprandiale Hirnleistungsstörungen bei Typ-2-Diabetikern vermindern kann.

Nach einer fettreichen Mahlzeit traten bei Typ-2-Diabetikern Hirnleistungsstörungen auf. Die kognitiven Defekte, die in diesen Studien beobachtet wurden, waren zwar nur subtil, aber doch groß genug, um die Hirnleistung zu stören. Das Gehirn von Fünfzigjahrigen verhielt sich dann etwa so wie das von Fünfundsiebzigjährigen. Zukünftig soll mit Hilfe bildgebender Verfahren nachgewiesen werden, was in den Gehirnen bei Diabetespatienten passiert.

Durch die Einnahme von einem Gramm Vitamin C und 800 Einheiten Vitamin E konnte die cerebrale Störung verhindert werden.

Referenz:
Medline Plus, Juily 3, 2008; Vitamins block post-meal grogginess in diabetics
Juni 2008, Nr 26

Juli 2008


Serotoninmangel verschlechtert Stimmung

Amerikanische und britische Forscher setzten Versuchspersonen auf eine Diät, die den Serotoninspiegel senkte, und beobachteten deren Verhalten im Verlaufe eines Strategiespiels (Ultimatumspiel). Bei den Probanden mit niedrigem Serotoninniveau wurden deutliche Verhaltensveränderungen festgestellt. Sie reagierten impulsiver und aggressiver, wenn sie die Handlungen anderer als unfair empfanden. Diese Studie wurde Anfang Juni 2008 in der Fachzeitschrift Science publiziert.

Referenz:
Spiegel-online, 06.06.08: Hunger macht aggressiv
Wissenschaft.de, 06.06.08: Warum Hunger aggressiv macht

Kommentar:
Es ist sicherlich nicht das erste Mal, dass ein Zusammenhang zwischen psychischer Befindlichkeit, Verhalten und dem Serotoninniveau nachgewiesen wurde. Die Serotoninsynthese im ZNS ist unmittelbar von der Tryptophankonzentration im Blutplasma/ Serum abhängig.
Generell ist zu empfehlen, dass bei psychischen Befindlichkeitsstörungen die für den Neurotransmitterstoffwechsel notwendigen Mikronährstoffe bestimmt werden, um eine gezielte orthomolekulare Therapie durchführen zu können.

Juli 2008


Pharmawerbung und Aussagen zu Nahrungsergänzungsmitteln

Wissenschaftler der Wake Forest University School of Medicine, Winston-Salem, und der University of Florida haben untersucht, welchen Einfluss Werbung für Medikamente auf die Darstellung und Bewertung von Nahrungsergänzungsmitteln hat. Dabei wurden die Ausgaben von 11 großen medizinischen Fachzeitungen (z.B. JAMA, BMJ, American Family Physican, New England Journal of Medicine etc.) im Zeitraum eines Jahres durchforstet. Es zeigte sich, dass die Fachzeitungen mit der meisten Pharmawerbung signifikant weniger Hauptartikel über Nahrungsergänzungsmittel publizierten als die Fachzeitungen mit der wenigsten Pharmawerbung. Die medizinischen Fachzeitungen mit der meisten Werbung für Pharmaka publizierten keine klinischen Studien oder Kohortenstudien über Nahrungsergänzungsmittel. Diese Zeitungen beurteilten auch zu 67 Prozent Nahrungsergänzungsmittel als „unsafe“. Bei den Zeitungen mit der wenigsten Pharmawerbung zeigt sich diese Einschätzung nur in 4 Prozent der Fälle. Die Schlussfolgerung, dass Nahrungsergänzungsmittel uneffektiv seien, war bei den Zeitungen mit viel Pharmawerbung im Vergleich zu jenen mit wenig um 50 Prozent höher.

Referenz:
Kathi J Kemper, Kaylene L Hood: Does pharmaceutical advertising affect journal publication about dietary supplements; BMC Complementary and Alternative Medicine, 9. April
 

Juni 2008


Vitamin D und Depressionen

In einer niederländischen Studie wurden 1282 Bewohner von Seniorenheimen im Alter zwischen 65 und 95 Jahren hinsichtlich eines Zusammenhangs zwischen der Vitamin-D-Versorgung und Depressionen untersucht. Von den Probanden hatten 26 eine Major-Depression, 169 hatten leichtere Depressionsformen. Die Vitamin-D-Konzentrationen waren bei den depressiven Probanden um 14 Prozent niedriger als bei den nicht depressiven Studienteilnehmern. Außerdem war die Konzentration des Parathormons bei den Personen mit leichteren depressiven Störungen um 5 Prozent höher, bei den Personen mit Major-Depression sogar um 33 Prozent höher als bei den gesunden Testpersonen.

Es ist schon länger bekannt, dass eine überaktive Nebenschilddrüse mit Symptomen von Depressionen assoziiert ist, die nach einer Therapie der Überfunktion verschwinden.

Die Ergebnisse dieser Studie gewinnen auch noch dadurch Gewicht, dass bei 38,8 Prozent der männlichen und bei 56,9 Prozent der weiblichen Teilnehmer ein ungenügender Vitamin-D-Status festgestellt wurde.

In weiteren Studien muss geklärt werden, ob die festgestellten Veränderungen der Vitamin-D- und Parathormon-Spiegel einer Depression vorausgehen oder eine Folge dieser Erkrankung sind.

Referenz:
Science Daily, Mai 6 2008: Low blood levels of Vitamin D may be associated with depression in older adults.

Kommentar:
Es gibt bereits Hinweise aus Studien, dass eine Therapie mit Vitamin D zu einer Stimmungsverbesserung führt, so dass dieses Vitamin wohl zukünftig eine zunehmende Rolle für die Prävention und Behandlung depressiver Störungen spielen dürfte.

Juni 2008

 


Selen und Stimmung bei Senioren

Von der University of Reading in Großbritannien wurde untersucht, inwieweit eine Supplementierung von Mikronährstoffen die Stimmungslage bei Bewohnern in Seniorenheimen beeinflusst. Zur Beurteilung der Stimmungslage wurden zwei standardisierte Fragebögen eingesetzt. Bei der Auswertung der Daten zeigte sich, dass besonders Depressionen signifikant mit der Selenkonzentration assoziiert waren, aber nicht mit der Folsäure- oder Vitamin-C-Konzentration. Nach achtwöchiger Supplementierung von Mikronährstoffen kam es zu einem deutlichen Anstieg der Selenkonzentration und zu einer Verbesserung der Stimmungslage bei den betroffenen Testpersonen.

Referenz:
Gosney MA et al: Effect of micronutrient supplementation on mood in nursing home residents; Gerontology 2008, May 8

Mai 2008


Eisenspeicher beeinflusst Verhalten bei ADHS

In einer Studie der Universität Ankara wurden bei 151 Kindern und Jugendlichen mit der Diagnose ADHD die Ferritinspiegel bestimmt und verschiedene psychologische Testverfahren durchgeführt. Die Resultate zeigten, dass niedrige Ferritinkonzentrationen mit einem höheren Maß an Verhaltensauffälligkeiten assoziiert waren. Allerdings lagen bei 45 Studienteilnehmer auch noch andere Krankheitsbilder vor, sodass möglicherweise auch diese den Effekt niedriger Eisenspeicher auf Verhaltensparameter beeinflusst haben.

Kommentar:
Bereits in mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass bei der ADHS-Symptomatik häufig niedrige Ferritinspiegel vorliegen.

Eisen ist für die Dopaminsynthese erforderlich und spielt deshalb auch eine wichtige Rolle für die Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit, Motivation etc.


Referenz:
Oner P, Oner O: Relationship of ferritin to symptom ratings children with attention deficit hyperactivity disorder: effect of comorbidity; Child Psychiatry Hum Dev. 2007 Dec 29

Januar 2008


 

Carnitin vermindert Müdigkeit bei Hundertjährigen

In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie erhielten 66 Hundertjährige entweder zwei Gramm Carnitin oder ein Placebo. Es wurden verschiedene Laborparameter bestimmt und psychologische Testverfahren durchgeführt. Am Ende der Studie waren bei der Verumgruppe folgende Veränderungen festzustellen: Anstieg der Muskelmasse, Verminderung der Fettmasse; Unterschiede wurden auch bei der körperlichen und mentalen Verfassung festgestellt. Die Teilnehmer der Verumgruppe hatten deutlich niedrigere Müdigkeit-Indices.

Referenz:
M. Malagurnera et al: L-Carnitine treatment reduces severity of physical and mental fatigue and inreases cognitive functions in centenarians: a randomized an controlled clinical trial; American Journal of Clinical Nutrition; Vol. 86, No. 6, 1738-1744 Dec. 2007

 

Januar 2008

 



Blei und ADS

 

Selbst niedrige Bleispiegel im Blut, die bisher noch als ungefährlich galten, können zur Entstehung von ADS beitragen. Dies ist das Ergebnis einer an 150 Kindern durchgeführten Studie der Michigan State University. Kinder mit ADS hatten höhere Vollblut-Blei-Konzentrationen als Kontrollpersonen; keines wies aber eine Konzentration über 100 µg/ l auf. Diese Konzentration galt bisher als oberer ungefährlicher Grenzwert für Kinder.
Die mittlere Bleikonzentration der ADS-Kinder in der MSU-Studie war kleiner als 13 µg/ l. In dieser Studie konnte erstmals nachgewiesen werden, dass bereits sehr geringe Bleikonzentrationen als eine Ursache für die Entstehung von ADHS bei Kindern zu werten ist.

Der als „sicher“ geltende Bleispiegel sollte unbedingt nach unten korrigiert werden, auf wenigstens 50 µg/ l.

Referenz:
Science Daily (Dec. 6, 2007): Even low lead exposure linked to ADHD

 

Januar 2008

 

 

  www.Angst-Depressionen.com