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Orthomolekulare Medizin beim Burn-out-Syndrom
Dr. med. Hans-Günter Kugler,
Naturheilpraxis, Heft 4/
2008
Erschöpfung zählt zu den häufigsten Krankheitssymptomen des Menschen von
heute. Glaubt man den Befragungen, dann klagen 20 bis 40 Prozent über
Erschöpfung, Müdigkeit und das Gefühl, es nicht mehr zu schaffen.
Burn-out ist ein physischer und psychischer Erschöpfungszustand in Folge
hohen und langandauernden Überbeanspruchung des Nervensystems.
Das Burn-out-Syndrom, das „Ausgebranntsein“, wird häufig durch belastende
Faktoren im Berufsleben ausgelöst: durch hohen Arbeits- und Zeitdruck,
schlechtes Arbeitsklima, ständige Frustration, Fehleinschätzung eigener
Fähigkeiten, Perfektionsstreben etc. Auch eine chronische familiäre
Belastungssituation kann zum Zustand des Ausgebranntseins führen. Das
Burn-out-Syndrom wird nach der internationalen Krankheits-Klassifikation
(ICD-10) nicht als psychiatrische Erkrankung eingestuft, sondern es handelt
sich hierbei um eine Sonderdiagnose. |
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Neben der ausgeprägten körperlichen und emotionalen Erschöpfung kann bei
Burn-out eine Vielzahl psychosomatischer Reaktionen auftreten; dazu zählen
u.a. Herz-Kreislauf-Probleme, gastrointestinale Beschwerden, Tinnitus und
muskuläre Verspannungen. Anhaltender psychischer Stress führt über die
HPA-Achse und das psycho-neuro-endokrino-immunologische Netzwerk auch zu
verschiedenen pathophysiologischen und pathobiochemischen Veränderungen,
z.B. zu einer Immunschwäche und erhöhter Entzündungsaktivität, zu oxidativem
Stress etc.
Zur Behandlung des Burn-out-Syndrom kommen verschiedene therapeutische
Maßnahmen wie Ordnung des Lebensstils, Psychotherapie, Ernährungsumstellung
u.ä. zur Anwendung.
Eine sehr gute therapeutische Möglichkeit, das Burn-out-Syndrom nachhaltig
zu bessern, ist eine gezielte Therapie mit Mikronährstoffen. Mikronährstoffe
beeinflussen verschiedene Fehlregulationen und krankhafte Veränderungen, die
bei der Erschöpfung eine Rolle spielen. Die psychische Befindlichkeit des
Menschen ist elementar mit dem Metabolismus der Neurotransmitter verknüpft,
für deren Bildung und Abbau verschiedene Mikronährstoffe erforderlich sind.
Zu den ersten Symptomen eines Mikronährstoffmangels gehören z.B.
Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Nervosität, Müdigkeit u.ä.m.
Eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen kann Stressfolgen vermindern
wie z.B. Endotheldefekte aufgrund einer erhöhten Aktivität des Sympathikus.
Von großer praktischer Bedeutung bei Erschöpfungszuständen ist eine
Verbesserung des Energiestoffwechsels. Infolgedessen muss die ATP-Synthese
in den Mitochondrien durch verschiedene orthomolekulare Substanzen optimiert
werden. Darüberhinaus verbessern Mikronährstoffe die antioxidative Kapazität
des Organismus, vermindern die entzündliche Aktivität und beeinflussen
verschiedene Funktionen des Immunsystems positiv.
Im Folgenden werden Vitamine und Vitaminoide, Mineralstoffe, Spurenelemente
und Aminosäuren vorgestellt, die beim Burn-out-Syndrom oder bei anderen
nervösen Erschöpfungszuständen erfolgreich eingesetzt werden können:
Vitamin B1
Der Körper hat nur eine geringe Speicherkapazität für Vitamin B1, deshalb
kann relativ leicht ein Mangelzustand entstehen – ausgelöst z.B. durch
vermehrten Stress. Thiamin ist ein wichtiges Coenzym für die Einschleusung
von Kohlenhydratmetaboliten in den Citratzyklus. Deshalb sind
glukoseabhängige Zellsysteme wie die Neuronen in besonderem Maße auf Vitamin
B1 angewiesen.
Bereits ein leichter Mangelzustand kann sich in Reizbarkeit, Müdigkeit und
Schlaflosigkeit äußern. Außerdem ist bei einem Vitamin-B1-Mangel die
Schmerzgrenze herabgesetzt. In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen
werden, dass eine erforderliche Vitamin-B1-Therapie die psychische
Befindlichkeit und die Hirnleistungsfähigkeit positiv beeinflusst.
Vitamin B2
Die biologisch aktiven Formen von Vitamin B2, die Coenzyme FAD und FMN,
zeichnen für zahlreiche Redoxreaktionen im Stoffwechsel verantwortlich.
Vitamin-B2-abhängig sind: die mitochondriale ATP-Synthese, die
Xenobiotikaentgiftung, die Immunkompetenz, der Fettsäurestoffwechsel, das
Glutathionrecycling etc. Es sei ferner betont, dass Vitamin B2 für den
Stoffwechsel von Folsäure, Vitamin B3 und B6 unerlässlich ist.
Eine unzureichende Vitamin-B2-Versorgung kann sich in Ermüdung, Depressionen
und Persönlichkeitsveränderungen äußern. Insbesondere in Wachstumsphasen,
also während der Kindheit und Jugend, sowie während der Schwangerschaft
tritt ein Vitamin-B2-Mangel nicht selten auf. Bei starker beruflicher oder
persönlicher Beanspruchung ist der Vitamin-B2-Bedarf ebenfalls erhöht.
Im Falle einer Einnahme von Psychopharmaka sollte man berücksichtigen, dass
diese einen veränderten Metabolismus und eine beschleunigte Ausscheidung von
Vitamin B2 bewirken können.
Vitamin B6
Vitamin B6 ist an zahlreichen Reaktionen im Aminosäuren- und
Proteinstoffwechsel beteiligt, so auch an der Biosynthese verschiedener
Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und GABA.
Bekanntlich sind die Neurotransmitter maßgeblich an der Regulierung der
Stimmungslage, Motivation, Aktivität und des Lernvermögens etc. beteiligt.
Niedrige Vitamin-B6-Konzentrationen können sich u.a. in erhöhter
Reizbarkeit, depressiver Verstimmung und nervösen Störungen zeigen.
Ein Vitamin-B6-Mangel begünstigt die Entstehung der Arteriosklerose. Eine
unzureichende Vitamin-B6-Versorgung führt auch zu einer Verminderung der
Lymphozyten-Proliferation und zu einer reduzierten Produktion von
Immunglobulinen.
Vitamin B12
Methylcobalamin ist an der Entgiftung von Homocystein beteiligt und dadurch
auch an der Bildung verschiedener Neurotransmitter. Es liefert auch
Methylgruppen für die Bildung von Myelinscheiden und ist eng in den
Folsäurestoffwechsel involviert, da es für die Bereitstellung der
reaktionsfähigen Tetrahydrofolsäure benötigt wird.
Ein Vitamin-B12-Mangel kommt relativ häufig vor, besonders bei älteren
Menschen, da altersabhängig die Resorption von Vitamin B12 vermindert ist.
Ein ausgeprägter Vitamin-B12-Mangel kann zu schweren psychiatrischen und
neurologischen Störungen führen, bis hin zu Verwirrtheitszuständen und
Gedächtnisschwund. Umgekehrt vermag eine Vitamin-B12-Supplementierung viele
Symptome des Burn-out-Syndroms wie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und
Konzentrationsstörungen zu vermindern. Es ist ferner wichtig zu wissen, dass
bei sehr niedrigen Vitamin-B12-Spiegeln eine Folsäuresupplementierung sogar
nachteilige Effekte haben kann. Dieses Untersuchungsergebnis wurde im
Dezember 2007 von Wissenschaftlern der Tufts University in Boston
publiziert. Offensichtlich kann eine Folsäuresupplementierung die
enzymatischen Funktionen des Vitamins B12 deutlich verschlechtern, wenn bei
den Betroffenen bereits ein Vitamin-B12-Mangel vorliegt.
Folsäure
Der Stoffwechsel von Folsäure und Vitamin B12 ist eng miteinander verknüpft,
wobei das eine Vitamin nicht das andere ersetzen kann. Zur Prävention
psychischer Befindlichkeitsstörungen sollte man sowohl auf eine gute
Vitamin-B12- als auch auf eine ausreichende Folsäure-Versorgung achten. Bei
Depressionen zeigen sich sehr häufig Folsäuremängel, und oftmals ist eine
Erhöhung des Homocysteins nachweisbar. Bekanntlich spielt Folsäure eine
zentrale Rolle für den Homocysteinabbau. Bei einer unzureichenden
Verfügbarkeit von Folsäure ist nicht nur die Remethylierung von Homocystein
zu Methionin gestört, es steht dann auch weniger S-Adenosyl-Methionin (SAM)
zur Verfügung. SAM dient zur Bildung verschiedener Neurotransmitter und ist
eine der wichtigsten Methylierungssubstanzen. Diese biochemischen
Zusammenhänge dürften der Grund sein, warum eine Folsäuresupplementierung
bei Depressionen und anderen psychischen Befindlichkeitsstörungen sich
oftmals als sehr gut wirksam erweist. Erschöpfungszustände, Müdigkeit und
Abgeschlagenheit sprechen auf eine Behandlung mit Folsäure und Vitamin B12
meist positiv an.
Vitamin C
Vitamin C, das wichtigste wasserlösliche Antioxidans, ist für zahlreiche
biochemische Reaktionen mit verantwortlich. Hinsichtlich des
Burn-out-Syndroms sei vermerkt, dass es vor allem an der Biosynthese von
Neurotransmittern einen wesentlichen Anteil hat, z.B. an der Umwandlung von
Tryptophan zu 5-HTP sowie an der Hydroxilierung von Dopamin zu Noradrenalin.
Vitamin C ist auch für die Carnitinbiosynthese sowie für die Bildung von
Glucocorticoiden in der Nebenniere erforderlich. Psychischer Stress erhöht
den Vitamin-C-Bedarf erheblich, insbesondere aufgrund einer vermehrten
Bildung und Freisetzung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin aus dem
Nebennierenmark.
Eine gute Vitamin-C-Versorgung schützt vor stressbedingten Gefäßschäden; sie
führt auch zu einer Abschwächung der Stressreaktion und zu einer schnelleren
Regenerierung nach Stresszuständen.
Vitamin D
In den Industriestaaten ist die Vitamin-D-Versorgung in weiten Teilen der
Bevölkerung völlig unzureichend. Die medizinisch sinnvollen
Vitamin-D-Konzentrationen liegen weit höher als bisher angenommen. In den
letzten Jahren konnte gezeigt werden, dass Vitamin D über den
Knochenstoffwechsel hinaus zahlreiche regulative Aufgaben hat. Es besitzt
z.B. eine immunmodulierende Wirkung und kann das Risiko für
Autoimmunerkrankungen und Allergien vermindern. Eine
Vitamin-D-Supplementierung hat auch einen antientzündlichen Effekt und wirkt
sich günstig auf Rückenschmerzen aus. Es gibt auch Hinweise, dass eine gute
Vitamin-D-Versorgung die psychische Befindlichkeit bessern kann. Für ältere
Menschen ist insbesondere von Bedeutung, dass Vitamin D das Risiko für
Stürze reduziert.
Zink
Das Spurenelement Zink ist nicht nur für das Immunsystem und für den
Hautstoffwechsel erforderlich, sondern spielt auch eine wichtige Rolle für
den Hirnstoffwechsel.
Es wird für die Funktion verschiedener Transmittersysteme benötigt
(Glutamat, GABA, Glycin). Ein Zinkmangel ist oft mit Apathie, Lethargie,
Depressionen und Irritierbarkeit verbunden. Beim Burn-out-Syndrom oder beim
Zustand der Erschöpfung sollte auch immer der Zinkstatus überprüft und ggf.
optimiert werden.
Ferritin
Die Bestimmung des Eisenspeicherproteins Ferritin eignet sich am besten zur
Beurteilung der Eisenversorgung. Eine unzureichende Eisenversorgung geht
häufig mit Müdigkeit und Erschöpfung einher. Eisen sollte aber nur dann
zugeführt werden, wenn tatsächlich ein Eisenmangel nachgewiesen ist. Der
Grund dafür ist, dass eine überhöhte Eisenzufuhr oxidativen Stress erzeugen
kann und auch häufig mit einer schlechteren Stimmungslage assoziiert ist.
Calcium
Niedrige Calcium-Spiegel führen zu einer erhöhten Erregbarkeit des
Nervensystems sowie zu einer Krampfneigung der Muskulatur.
Magnesium
Der Antistress-Mineralstoff Magnesium zeigt seine Wirksamkeit häufig bei
Übererregbarkeit, Schlaflosigkeit, Depressionen und Konzentrationsstörungen.
Im Hinblick auf das Burn-out-Syndrom ist auch die Beteiligung des Magnesiums
am Energiestoffwechsel bedeutsam.
Eine unzureichende Magnesiumversorgung führt zu einer Verlangsamung der
Energiebereitstellung und aller ATP-abhängigen Enzymreaktionen.
Arginin
Arginin ist an der Freisetzung verschiedener wichtiger Hormone beteiligt,
z.B. des Wachstumshormons aus der Hypophyse, des Insulins aus der
Bauchspeicheldrüse und des Noradrenalins aus der Nebenniere. Aus Arginin
wird das Molekül „Stickoxid“ gebildet, das der Körper sowohl für die
Regulierung der Durchblutung wie auch für die Immunkompetenz und die
Gedächtnisbildung benötigt. Argininsupplemente helfen, die Proteinspeicher
im Körper zu erhalten.
Glutamin
Physischer und psychischer Stress erhöhen deutlich den Glutaminbedarf.
Glutamin ist auch eine Ausgangssubstanz für die Bildung des dämpfenden
Neurotransmitters GABA. Glutaminsupplemente haben meist einen
psychovegetativ stabilisierenden Effekt und schützen vor stressinduzierten
gastrointestinalen Störungen, z.B. dem leaky-gut-syndrome.
Glycin
Glycin kann bei Störungen des Nervensystems in mehrfacher Weise hilfreich
sein. Glycin ist ein inhibitorischer Neurotransmitter an Glycinrezeptoren im
Rückenmark und Stammhirn. Glycinsupplemente haben deshalb einen
entspannenden und eher beruhigenden Effekt. Außerdem ist Glycin Coagonist an
NMDA-Rezeptoren, die für Lernvorgänge und Gedächtnisbildung eine wesentliche
Rolle spielen.
Es konnte nachgewiesen werden, dass Glycin auch einen günstigen Einfluss auf
die Merk- und Konzentrationsfähigkeit ausübt. Forschungsergebnisse neueren
Datums haben des Weiteren gezeigt, dass Glycin auch schmerzstillende
Eigenschaften aufweist.
Lysin
Eine schlechte Lysinversorgung kann zu einer erhöhten psychovegetativen
Labilität und zu einer verminderten Stresstoleranz führen.
Lysin ist auch eine Vorläufersubstanz für die Bildung von Carnitin.
Leucin, Isoleucin, Valin
Diese verzweigtkettigen Aminosäuren sind besonders für den
Muskelstoffwechsel von Bedeutung. Leucin ist ein Signalgeber-Molekül für die
Proteinsynthese. Eine gute Versorgung mit Isoleucin, Leucin und Valin kann
einen Eiweißabbau vermindern; sie fördert insbesondere die Bildung von
Muskelprotein.
Phenylalanin/ Tyrosin
Tyrosin kann bei normalen Stoffwechselverhältnissen aus Phenylalanin
gebildet werden und ist die Ausgangssubstanz für die Synthese wichtiger
Neurotransmitter: Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin sowie für die
Schilddrüsenhormone. Phenylalanin- und/ oder Tyrosin-Supplemente können den
Dopamin- und Noradrenalinspiegel im Gehirn erhöhen, wodurch sich die
Stimmung und die Stresstoleranz verbessern können. In mehreren Studien wurde
nachgewiesen, dass Tyrosinsupplemente die Konzentrationsfähigkeit, Wachheit
und Aufmerksamkeit in Stresssituationen zu steigern vermögen.
Taurin
Taurin ist ein Aminosäuren-Abkömmling, der an der Regulierung der
Nervenerregbarkeit beteiligt ist. Außerdem besitzt Taurin verschiedene
Eigenschaften, die bei Stress und Erschöpfung nützlich sind, z.B. eine
Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems, eine Verbesserung der
antioxidativen Kapazität und eine antientzündliche sowie immunstimulierende
Wirkung.
Tryptophan
Tryptophan ist die Ausgangssubstanz für die Bildung des Botenstoffs
Serotonin, der für die Stimmung des Menschen von zentraler Bedeutung ist.
Eine unzureichende Tryptophanversorgung kann zu zahlreichen physischen und
psychischen Störungen führen, z.B. zu Nervosität, Depressionen,
Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, zum Reizdarmsyndrom
etc. Die Serotoninsynthese im ZNS ist vom Tryptophanangebot abhängig. Eine
auf rechte Weise durchgeführte Tryptophansupplementierung kann deshalb die
Serotoninsynthese im ZNS effektiv steigern. Es gibt mehrere Hinweise aus
Studien, dass eine unzureichende Tryptophanversorgung neben einer
schlechteren Stimmung u.U. auch vermehrt zu streitsüchtigem und aggressivem
Verhalten führt.
Carnitin/ Coenzym Q10
Beide Vitaminoide sind für die Energiebildung in den Mitochondrien
verantwortlich. Deshalb erweist sich eine Supplementierung von Carnitin und/
oder Coenzym Q10 bei Erschöpfungszuständen und Müdigkeit häufig als sehr
effektiv. Beide Substanzen verbessern auch den Energiestoffwechsel der
Herzmuskelzellen und unterstützen die Regulierung des Blutzuckerspiegels
sowie der Blutfettwerte.
Die heute immer noch weit verbreitete Ansicht, dass es angesichts des
Nahrungsangebots in Mitteleuropa keine Mikronährstoffmängel gebe und deshalb
eine Nahrungsergänzung überflüssig sei, ist leider unzutreffend, was sich
eindrucksvoll am Beispiel Vitamin D zeigt. Es herrscht heute Konsens
darüber, dass weite Teile der Bevölkerung eine deutliche Vitamin-
D-Unterversorgung aufweisen.
In der Mikronährstoffmedizin geht es allerdings nicht nur um den Ausgleich
alimentärer Mängel im Sinne einer reinen Nahrungsergänzung, sondern es
werden die Mikronährstoffe auch gezielt als Therapeutika genutzt, um z.B.
eine Verbesserung der mitochondrialen ATP-Synthese oder der antioxidativen
Kapazität zu erreichen.
Prinzipiell orientieren sich die allgemeinen Zufuhrempfehlungen am Bedarf
gesunder Erwachsener und nicht an den Bedürfnissen kranker Menschen oder von
Personen in besonderen Lebenssituationen, z.B. bei hoher beruflicher
Beanspruchung.
Gerade bei psychischen Befindlichkeitsstörungen und bei
Erschöpfungszuständen können durch eine gezielte Therapie mit
Mikronährstoffen auf der Basis einer vorangehenden Laboranalyse des Blutes
erfahrungsgemäß sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Eine genaue
Untersuchung des Blutes ist deshalb erforderlich, weil ansonsten
Mikronährstoffdefizite nicht erkennbar sind. Eine unzureichende Versorgung
äußert sich bei den meisten Mikronährstoffen zunächst in Müdigkeit,
Konzentrationsstörungen, Erschöpfung etc. Eine gezielte Therapie ist nur
möglich, wenn die einzelnen Mikronähstoffmängel genau erkannt werden. Mit
dieser Vorgehensweise machen wir als orthomolekulares Speziallabor seit
vielen Jahren sehr gute Erfahrungen bei der Behandlung von Patienten mit den
unterschiedlichsten psychischen Störungen.
©
Dr. med. Hans-Günter Kugler
Löwensteinstraße 9
97828 Marktheidenfeld
www.diagnostisches-centrum.de
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