| In den Jahren von 1993 bis 2003
ist der Gebrauch von Medikamenten gegen das sogenannte
Aufmerksamkeitsstörungs-Syndrom (ADHS) weltweit um 274 Prozent gestiegen.
Die Ausgaben für Medikamente wie das bekannte „Ritalin“ haben sich
verneunfacht. Vorreiter der Pillenflut für hyperaktive Kinder sind die USA,
wo 83 Prozent der Psycho-Droge konsumiert werden. Auch in Kanada und
Australien nehmen überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche ein
beruhigendes und ausgleichendes Medikament. Europäische und asiatische
Länder, wie etwa Schweden, Frankreich, Korea und Japan zeigen ebenfalls
steigende Tendenzen. Zu diesem Ergebnis ist eine internationale Studie
gekommen, die Richard Scheffler von der University of California in Berkeley
geleitet hat. Der Wissenschaftler sagt: „ADHS entwickelt sich global zur
Nummer eins kindlicher Störungen, die medikamentös behandelt werden.“ Die
Frage sei allerdings, ob es heute tatsächlich so viele Kinder und
Jugendliche gibt, die nicht still sitzen und sich nicht konzentrieren
können, oder ob nicht einfach die Aufmerksamkeit für besonders lebhafte und
impulsive Kinder in den letzten Jahren massiv gewachsen ist. Der Frage,
inwieweit der Griff zu einem schnell wirksamen Medikament gegen ADHS
angebracht ist, ist die Studie nicht nachgegangen. |
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