 |
Ernährungsexperten beklagen:
Versorgung mit
Mikronährstoffen oft nicht ausreichend
Menschen aus
gering verdienenden Familien, vor allem Kinder, junge Frauen und ältere
Menschen, leiden oft an einer unzureichenden Versorgung mit
Mikronährstoffen. Auf der Mängelliste stehen Mikronährstoffe wie Calcium,
Vitamin D, Folsäure, Vitamin E, Zink und Selen.
Zu diesem Schluss kamen unabhängige erfahrene Fachvertreter für Ernährung.
Die kompetenten Ernährungs-Experten wurden vom Direktor des Instituts für
Biologische Chemie und Ernährungswissenschaften der Universität Hohenheim,
Prof. Dr. Hans Konrad Biesalski am 13. Mai 2011 zu einem Ernährungsgespräch
eingeladen. |
|
|
 |
| Bild: Rainer Sturm, pixelio.de |
|
Laut Experten können sich Mikronährstoffmängel negativ auf
die Gesundheit auswirken. Prof. Dr. Heike Bischoff-Ferrari beleuchtete die
Wichtigkeit von Vitamin D und Calcium, besonders für alte Menschen. Studien
zeigen, dass eine gute Versorgung mit Vitamin D Knochenbrüchen vorbeugen kann.
Außerdem vermindert Vitamin D die Sturzgefahr bei Senioren, da Vitamin D einen
positiven Effekt auf die Muskulatur hat. Calcium als Monopräparat vermindert
Knochenbrüche nicht, zu hohe Calciumdosen können sich sogar negativ auf das Herz
auswirken.
Der Immunologe Dr. Hajo Haase vom Universitätsklinikum der RWTH Aachen
erläuterte die Folgen eines Zinkmangels. Schätzungsweise leiden 40 Prozent der
Weltbevölkerung an einem Zinkmangel. Niedrige Zinkkonzentrationen können zu
erhöhter Infektanfälligkeit führen. In Deutschland liegt die Ursache eines
Zinkmangels oft in einer mangelnden Ernährung, in Entzündungen oder in
fortgeschrittenem Lebensalters.
Das essentielle Spurenelement Selen werde in unseren Breiten zu wenig über die
Nahrung aufgenommen, berichtet Dr. Josef Köhrle von der Humboldt Universität in
Berlin. Die Selenzufuhr liege am unteren Ende der Empfehlungen. Selen ist
wichtig für das Immunsystem, für die neuronale Entwicklung und für den
Muskelstoffwechsel, und es ist am Stoffwechsel der Schilddrüse beteiligt. Prof.
Dr. Köhrle meint hierzu: „ Immer noch sind nicht alle Selenproteine in ihrer
biologischen Funktion bekannt und weitere Forschung ist hier von großer
Bedeutung.“ Aber auch bei Selen gilt: Schaden kann nicht nur ein Mangel, sondern
auch eine zu hohe Zufuhr.
Fazit:
Einer Mikronährstofftherapie sollte immer eine Mikronährstoffanalyse im Blut
vorausgehen. Nur so kann man bestehende Mängel aufdecken und diese gezielt
ausgleichen. Eine Überdosierung, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken
kann, ist somit ausgeschlossen.
Referenz:
Unterversorgung mit Mikronährstoffen bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen,
uninews-online.de; 17.05.2011
© Diagnostisches Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH,
Mai 2011 |
 |