Die
andere Seite der Medaille ist, dass bei einer verstärkten Cortisol-Ausschüttung,
wie dies bei einem Dauerstress der Fall ist, die Immunabwehr erheblich
geschwächt werden kann. Die Infektanfälligkeit nimmt dann zu.
Außerdem gehen chronisch erhöhte Cortisolspiegel noch mit einer ganzen Reihe
anderer krankhafter Veränderungen im Organismus einher: Bestimmte Hirnstrukturen
können geschädigt werden, wie der Hippocampus, eine Hirnregion, die für die
Gedächtnisleistung und das Lernvermögen bedeutend ist.
Erhöhte Cortisolspiegel begünstigen ferne eine Zunahme des Fettgewebes im
Bauchraum (viszerale Adipositas). Dies wiederum bewirkt eine ganze Reihe von
Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz, Fettstoffwechselstörungen etc. Dazu
kommt, dass Cortisol appetitanregend ist, was das Risiko von Übergewicht und
Adipositas fördert.
Hohe
Cortisolkonzentrationen vermindern auch die Empfindlichkeit der
Insulinrezeptoren und begünstigen die Entstehung eines Diabetes mellitus.
Psychischer Stress kann sogar direkt in der Zelle zu krankhaften Veränderungen
führen. Das wurde erst vor ca. drei Jahren von der Universität Heidelberg
nachgewiesen. Stress aktiviert verstärkt den Transkriptionsfaktor NF-Kappa-B,
einen Stoff, der in der Zelle die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe
auslöst. Die Folgen können sein: Arteriosklerose, Arthrosen etc.
Eine
dauerhafte Erhöhung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin kann letztlich
auch zu einer Vergrößerung der linken Herzkammer beitragen sowie zu einer
Verengung der Herzkranzgefäße. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass
anhaltender psychosozialer Stress zu mess- und sichtbaren Veränderungen im Zell-
und Organstoffwechsel sowie zu einer Strukturveränderung des Gehirns führt.
Welchen Beitrag können Mikronährstoffe zur Verminderung
von Stressschäden leisten?
Bestimmte Mikronährstoffe, insbesondere die Aminosäuren, sind Vorreiter von
Neurotransmittern oder sind Neurotransmitter. Das sind Botenstoffe, die z.B.
einen direkten Einfluss auf die psychische Befindlichkeit haben, das
Konzentrationsvermögen und die Gedächtnisleistung verbessern.
Mikronährstoffe sind erforderlich für den Energiestoffwechsel der Zelle, was
sich durchaus durch eine vermehrte Tatkraft und Leistungsbereitschaft bemerkbar
machen kann.
Sie
erhöhen die antioxidative Kapazität und wirken den freien Radikalen entgegen,
die bei Stress vermehrt gebildet werden; außerdem vermindern sie die
stressbedingte entzündliche Aktivität und schützen die Blutgefäße. Sie wirken
entkrampfend und muskulär entspannend und haben einen erheblichen Einfluss auf
das Immunsystem.
Abschließend bleibt zu
sagen, dass Dauerstress möglichst vermieden werden sollte, was natürlich in der
heutigen schnelllebigen Zeit schwierig ist. Unterstützen kann man den
Stoffwechsel mit einer Reihe von Mikronährstoffen, die die Situation meist
erträglicher machen und auch die krankmachenden Stresssymptome lindern können.
Voraussetzung für eine gezielte und effektive Mikronährstofftherapie mit
Aminosäuren, Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen, ist immer eine
genaue Blutanalyse.