Ein
Mangel an Mikronährstoffen aufgrund einer Fehlernährung
kann sich gravierend auf Psyche und Hirnleistung auswirken
Die
Einsicht und Erkenntnis, dass die Ernährung einen erheblichen Einfluss auch auf
die Hirnleistungsfähigkeit und auf die psychische Befindlichkeit hat, steckt
immer noch in den Kinderschuhen. Allerdings wird dieses Thema zunehmend auch von
Wissenschaftlern erforscht, wie nachfolgend beschriebene Facharbeiten
dokumentieren.
Im
Journal of Nutritian Health and Aging vom September/ Oktober 2006 wurden zwei
Fachartikel über die Effekte von Nahrungsmitteln auf Struktur und Funktionen des
Nervensystems publiziert. Die Veröffentlichungen stammen von der französischen
Akademie für Medizin in Paris.
Darin
ist zum Thema „Mikronährstoffe“ sinngemäß Folgendes zu lesen:
Es wurde lange Zeit
nicht völlig akzeptiert, dass die Ernährung einen Einfluss auf die
Hirnstruktur haben kann, ebenso wie auf die Hirnfunktionen, einschließlich
der intelektuellen und kognitiven Fähigkeiten
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Tatsächlich sind die
meisten Mikronährstoffe wie Vitamine und Spurenelemente für die
Glukoseverwertung des Nervengewebes wichtig; beispielsweise ist die
Anwesenheit von Vitamin B1 notwendig, da das Nervengewebe Glukose als
Energieträger verwendet. Die Hirnleistungsfähigkeit, besonders von älteren
Menschen, ist von der Verfügbarkeit dieses Vitamins abhängig.
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Folsäure ist
wesentlich für die Hirnentwicklung und für den Erhalt des Gedächtnisses
während des Älterwerdens.
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Vitamin B6 kann mit
Erfolg bei prämenstruellen Depressionen eingesetzt werden.
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Vitamin B6 und B12
sind direkt an der Synthese einiger Neurotransmitter beteiligt. B12 (Cobalamin)
verzögert das Auftreten von Demenzzeichen; eine Supplementierung mit
diesem Vitamin verbessert cerebrale und kognitive Funktionen bei älteren
Menschen. Erwachsene mit grenzwertigen Vitamin-B12-Konzentrationen
entwickeln Zeichen von kognitiver Veränderungen.
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Die Nervenenden im
Gehirn enthalten – nach den Nebennieren – die höchsten
Vitamin-C-Konzentrationen im menschlichen Körper.
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Vitamin D könnte für
die Prävention neuroimmunologischer und neurodegenerativer Erkrankungen
von Interesse sein.
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Vitamin E ist in den
antioxidativen Schutz der Nervenzellmembranen involviert, sogar Vitamin K
hat an der Biochemie des Nervengewebes einen Anteil.
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Eisen ist notwendig
für die Sauerstoffversorgung und für die Energieproduktion sowie für die
Bildung von Neurotransmittern und Myelin. Eisendefizite sind z.B. bei
Kindern mit ADD (ADS/ ADHS) gefunden worden. Eine schlechte
Eisenversorgung vermag bei Kindern außerdem zu Intelligenzdefiziten zu
führen.
- Ein gestörter
Kupferstoffwechsel kann für die Entstehung von Alzheimererkrankungen
mitverantwortlich sein. Mangan, Kupfer und Zink sind Teile antioxidativer
Enzyme, die das Gehirn vor freien Radikalen schützen.
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Das
volle genetische Potential eines Kindes für sein körperliches Wachstum und für
seine mentale Entwicklung kann selbst durch einen subklinischen Mangel an
Mikronährstoffen beeinträchtigt sein. Kinder und Erwachsene mit einem schlechten
Ernährungsstatus sind bezüglich Verhaltensstörungen und mentaler Störungen
gefährdet.
Durch
diätetische Maßnahmen können diese Defekte korrigiert werden - allerdings nur
bis zu einem gewissen Grad. In der Tat kann die Nahrungszusammensetzung
kurzzeitige, aber auch langzeitige Effekte haben – sowohl in positiver, als auch
in negativer Hinsicht.
Referenz:
Bourre JM: Effects of nutrients (in food) on the structure and function of the
nervous system: update on dietary requirements for brain; J Nutr. Health Aging.
2006 Sep-Oct; 10(5):377-85
Kommentar:
Gerade in der heutigen Zeit, in der man zwangsweise auf Leistung
getrimmt wird, sollte man besonders fit sein - körperlich wie auch mental.
Schade nur, dass ausgerechnet unsere Leistungsgesellschaft einen immer
mangelhafteren Ernährungsstil mit sich bringt. Der Fast-Food-Imbiss, das flink
aufgewärmte Essen aus der Dose sind für viele eine ideale Zeitersparnis. Die
Ernährung der Kinder gleitet vielen Erwachsenen aus den Händen. Es fehlt die
Kontrolle darüber, wie viel und was sie essen. So „futtern“ sie unkontrolliert
ihre Pizza, Burger, Chips etc., anstatt eine vernünftige Mahlzeit zu sich zu
nehmen.
Die Mikronährstoffversorgung kommt bei solchen folgenschweren
Ernährungsgwohnheiten zu kurz. So kann u.a. die Bildung bestimmter
Neurotransmitter gestört sein; das kann Verhaltensstörungen,
Hirnleistungsstörungen und Gedächtnisstörungen nach sich ziehen. Müssen wir uns
dann wundern, wenn immer mehr alte Menschen an Demenz erkranken und das Thema
ADS in aller Munde ist?
Fazit:
Für die
Gesundherhaltung von Körper und Geist ist zum einen eine ausgewogene Ernährung
mit ausreichend Vitalstoffen erforderlich. Wer gesund bleiben möchte und dies
bisher wenig beachtet hat, sollte deshalb schleunigst seinen Ernährungsstil auf
vitalstoffreiche Kost umstellen. Zum anderen empfiehlt es sich, die fehlenden
Mikronährstoffe dem Stoffwechsel gezielt wieder zuzuführen, um den
Vitalstoffpool wieder aufzufüllen. Die beste Voraussetzung hierfür ist eine
exakte Mikronährstoffanalyse des Blutes.
15.03.07
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