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Stress
Mikronährstoffe bei Stress
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Stress
Stress ist in der
heutigen Zeit ein häufig verwendeter Begriff: Man steht unter Stress
oder ist im Stress, oft wird auch die Familie oder der Beruf als
stressig empfunden. Generell versteht man unter Stress eine Belastung
oder Störung, eventuell Überbelastung, der psychischen und physischen
Anpassungsfähigkeit des Menschen. Unterschiedliche Stressfaktoren oder
Stressoren können eine Stressreaktion hervorrufen. Eine angstauslösende
Situation z.B. führt zu einer sofortigen Aktivierung des sympathischen
Nervensystems mit typischen Symptomen wie Erhöhung des Blutdrucks und
der Herzfrequenz, Weitstellung der Bronchien usw. Durch den Sympathikus
werden die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt.
Außerdem kommt es zu einer Aktivierung der
Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse). Der
Hypothalamus ist das übergeordnete Steuerungsorgan für das Körpermilieu;
in der Hypophyse werden Hormone gebildet, die regulierend auf die
anderen Hormone einwirken.
Die Aktivierung
der HPA-Achse bewirkt eine vermehrte Ausschüttung von Glukokortikoiden
aus der Nebennierenrinde, z.B. Cortisol. Diese Cortisolausschüttung
dient der Energiebereitstellung im Stoffwechsel. Wenn die
Stresssituation überwunden ist, tritt wieder eine Normalisierung der
Körperregulation ein. Eine akute Stresssituation ist deshalb nicht
gesundheitsschädlich. |
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Kritisch wird es, wenn die Stresssituation längere Zeit anhält oder gar
chronisch wird, weil dann die Aktivität des Sympathikus erhöht bleibt und auch
die Cortisolspiegel eine dauerhaft erhöhte Konzentration aufweisen. Es können
dadurch zahlreiche stressbezogene körperliche Erkrankungen auftreten wie z.B.
koronare Herzerkrankung, Bluthochdruck, Magengeschwüre, erhöhte
Infektanfälligkeit etc. Chronischer Stress gilt heute auch als wesentlicher
Auslöser von Depressionen.
Mikronährstoffe bei Stress
Aminosäuren
Tryptophan
Tryptophan ist die Ausgangssubstanz für die Bildung von Serotonin. Stress erhöht
den Tryptophanbedarf, da Tryptophan schneller abgebaut wird. Auf der anderen
Seite ist ein Mangel an dieser Aminosäure mit stressauslösenden Gemütszuständen
assoziiert wie Feindseligkeit, aggressivem Verhalten, Depressionen etc.
Arginin
Bei Stress besteht häufig ein größerer Arginin-Bedarf. Stress erzeugt einen
erhöhten Sympathikustonus, also u.a. einen hohen Puls und Blutdruck, was eine
stärkere Beanspruchung der Blutgefäße zur Folge hat. Das aus Arginin gebildete
Stickoxid (NO) ist eine gefäßerweiternde Substanz und kann Endothelläsionen
verhindern. Bei Stress werden außerdem vermehrt Sauerstoffradikale gebildet, die
den Abbau von NO beschleunigen.
Glutamin
Die Glutamin-Serumspiegel sind bei chronischem Stress oft vermindert. Glutamin
ist ein wichtiges Nährsubstrat für alle sich schnell teilenden Zellen wie
Immunzellen und Darmschleimhautzellen. Diese Aminosäure kann bei immer
wiederkehrenden Magen- und Darmbeschwerden, wie z.B. dem Collon irritabile, sehr
hilfreich sein, denn sie ist u.a.. Ausgangssubstanz von GABA, einem
Neurotransmitter mit beruhigendem Effekt.
Taurin
Gestresste Personen haben ein erhöhtes Risiko für die Bildung einer
Thrombozytenaggregation, also einer Verklebung der Blutplättchen. Außerdem
leiden Sie häufig an Herzrhythmusstörungen, die durch Taurin gemildert werden
können.
Taurin wirkt antientzündlich und antioxidativ; beide Eigenschaften sind bei
einer stressbedingten Stoffwechsellage von großer Bedeutung.
Vitamine
Vitamin C
Eine unzureichende
Versorgung mit Vitamin C führt zu einer reduzierten Stresstoleranz. Vitamin C
ist an der Bildung der Katecholamine und Steroidhormone beteiligt, die einen
unmittelbaren Einfluss auf das vegetative Nervensystem ausüben.
Stress kann Entzündungsreaktionen und eine Herabsetzung der Immunfunktion
bewirken. Vitamin C spielt hier eine wesentliche Rolle.
Vitamin C ist das stärkste wasserlösliche Antioxidans und schützt die Gefäße vor
oxidativem Stress, der bei psychischem Stress meist erhöht ist.
Vitamin E
Dieses fettlösliche Antioxidans wirkt antientzündlich und schützt die Blutgefäße
vor Atherosklerose und Thrombozytenaggregation.
Vitamin B6, B12 und Folsäure
Vitamin B6, B12 und Folsäure sind für den Neurotransmittermetabolismus und den
Homocysteinabbau erforderlich. Eine unzureichende Versorgung mit diesen
Vitaminen kann zu psychischen Befindlichkeitsstörungen führen.
Vitamin B1
Vitamin B1 ist das wichtigste Vitamin für den Glukosestoffwechsel und essentiell
für die Energieversorgung der Nervenzellen. Eine unzureichende Vitamin-B1-Zufuhr
hat eine gesteigerte Laktatbildung im Stoffwechsel zur Folge, wodurch
Ängstlichkeit, erhöhte nervliche Labilität etc. ausgelöst wird.
Vitaminoide/ Aminosäurenderivate
Coenzym Q10/ Carnitin
Beide Substanzen sind für die Energieversorgung des Herzmuskels relevant und
haben einen Schutzeffekt auf die Nervenzellen.
Mineralstoffe/ Spurenelemente
Calcium
Niedrige Calciumkonzentrationen erhöhen die Erregbarkeit der Nerven.
Magnesium
Magnesium ist der Antistress-Mineralstoff. Ein Mangel führt zu einer erhöhten
neuromuskulären und zentralnervösen Erregbarkeit.
Selen
Ein Selen-Mangel kann zu einer vermehrten Thrombozytenaggregation und zu einer
Oxidation der Blutfette (Lipidperoxidation) führen. Selen vermindert
entzündliche Prozesse und wirkt immunstimulierend.
Zink
Bei chronischem Stress kann zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der
Immunkompetenz ein erhöhter Zinkbedarf bestehen. Zink spielt auch eine wichtige
Rolle für die Bildung von Neurotransmittern, z.B. GABA.
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